Das iPhone als Zugpferd: Ein Blick auf die Marge

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Apples jüngst veröffentlichte Zahlen für das erste Quartal geben auch zwischen den Zeilen interessante Informationen preis. So lässt sich beispielsweise ausrechnen, dass allein das iPhone für bis zu 71 Prozent der Bruttoumsätze des Unternehmens verantwortlich ist. Dabei macht es nicht einmal 40 Prozent der Einnahmen aus.

Einen von zwei benötigten Werten nannte Peter Oppenheimer auf der Quartals-Konferenz am vergangenen Dienstag. Er bezifferte den durchschnittlichen Verkaufspreis des Smartphones mit 635 US-Dollar. Darin sind alle Modelle enthalten, Apple unterscheidet in den Zahlen für die Analysten nicht zwischen iPhone 4 und 3GS.

Für die zweite Zahl, die zur Berechnung erforderlich ist, zieht Sherman die Schätzung von iSuppli zu Rate. Demnach hätten die Produktionskosten im Juni 2010 bei 187,51 US-Dollar gelegen. Ein Jahr zuvor lagen sie bei 172,46 US-Dollar und schwanken den Experten zufolge stets zwischen ungefähr 170 und 180 US-Dollar. Mit diesen beiden Schätzungen ergeben sich nach der Formel zwischen 72,4 und 70 Prozent Gewinnmarge für das iPhone.

Multipliziert man den durchschnittlichen Verkaufspreis von 625 US-Dollar nun mit der Zahl verkaufter iPhones, die laut Apple im vergangenen Quartal bei 16,235 Millionen lag, erhält man iPhone-Einnahmen in Höhe von etwa 10,147 Milliarden US-Dollar. Dabei fällt auf, dass dieses Ergebnis von dem durch Apple berichteten abweicht. Die Differenz, so Sherman, dürfte hauptsächlich dadurch zustande kommen, dass Apple in seinen Zahlen auch Verkäufe von Drittanbieter-Zubehör einbezieht, die hier keine Beachtung finden.

Wem jetzt schon der Kopf vor lauter Zahlen-Jonglage raucht, der sei versichert, dass es bald vorbei ist. Nun kommt nämlich wieder die zuvor errechnete Marge zwischen 72,4 und 70 Prozent zum Tragen. Sie ergibt einen Bruttoumsatz bezogen auf das iPhone allein zwischen 7,103 und 7,146 Milliarden US-Dollar.

Misst man diese wiederum an dem Gesamt-Bruttoumsatz des Unternehmens in Höhe von 10,298 Milliarden US-Dollar fällt auf, dass Apples Smartphone für einen erheblichen Anteil daran verantwortlich ist. Je nach Herstellungskosten liegt dieser zwischen 69 und 71 Prozent. Erstaunlicherweise beträgt der Anteil des iPhone an den Gesamteinnahmen gerade einmal 39,1 Prozent.

Im Anschluss an all die Rechnerei stellt sich die Frage nach dem Ergebnis und seiner Bedeutung. Es laufe darauf hinaus, folgert Sherman, dass Apples Bilanz ohne die extreme Popularität des iPhone sowie die ertragreichen Vereinbarungen mit den Mobilfunkanbietern vollkommen anders aussehen würde. Soweit, so offensichtlich, allerdings ist die genaue Höhe dieses Unterschiedes doch überaus bemerkenswert. Insbesondere liegt sie um einiges Höher als die Schätzungen vieler Analysten.

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