In-Game-Werbung - Reklame auf dem Vormarsch!

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(Kai) In-Game-Werbung – damit ist nicht nur die Bandenwerbung im neusten FIFA-Teil gemeint, sondern auch der strategisch platzierte Banner auf dem Ladebildschirm eines aktuellen Shooters oder die Bannerwerbung, die zum Beispiel Hauswände bei Counter-Strike ziert.

In-Game-Werbung - Reklame auf dem Vormarsch!

Fakt ist, dass “In-Game Advertisement”, also Werbung in Computer- und Videospielen derzeit ein großes Thema sowohl bei Publishern, als auch auf Kundenseite ist.

Unter Zockern herrscht die durchaus nachvollziehbare Befürchtung, In-Game-Werbung würde die Atmosphäre des Spiels zerstören, der Spielgenuss würde durch ein Coca-Cola-Banner hinter der nächsten Ecke einschneidend getrübt.
Entwickler bzw. Publisher halten dagegen, Werbung könne im Gegenteil sogar zum Spielgefühl beitragen, wenn diese mit Geschmack platziert würde.

So zum Beispiel Gearbox-Chef Randy Pitchford, der in einem Blogeintrag die Bestrebungen seiner Firma darstellte, im kommenden Actiontitel “Brothers in Arms: Hell’s Highway” In-Game-Werbung nur einzufügen, wenn diese auch zum Setting des Spiels passe.
In diesem Fall bastelten die Entwickler eine niederländische Philips-Fabrik nach, die als Setting in einer der Missionen des Zweite-Weltkriegs-Shooters dienen soll.

Ob sich die beworbene Firma auf Dauer damit zufrieden gibt, dass Spieler ihre Werbung nur in Form einer ausgebombten Ruine wahrnehmen, bleibt abzuwarten.

Gerade vor dem Hintergrund ständig steigender Produktionskosten, wird In-Game-Werbung für die Spieleindustrie aber immer interessanter.
Wenn sich auf Seiten der Publisher zwei- bis dreistellige Millionenbeträge für ein einziges Spiel häufen, steigt auch das Risiko, das investierte Geld nicht wiederzubekommen.
Hier setzen Firmen wie IGA Worldwide oder das von Microsoft aufgekaufte Unternehmen Massive an, die die Hauswände, Ladebildschirme und Banden in Computer- und Videospielen mit der Werbung ihrer Kunden füllen. Ein zunehmend lukratives Geschäft.

Dieses Geschäft konnte sich natürlich auch das allgegenwärtige Google nicht entgehen lassen, die sich vor einiger Zeit kurzerhand das Unternehmen Adscape Media einheimsten, das sich auf genau diesen Bereich spezialisiert.
Ein Google-Sprecher gab daraufhin zum zukünftigen “In-Game Advertising” seiner Firma folgendes Statement ab, das sich ähnlich liest wie der obige Standpunkt von Gearbox:

“Wie bei allen Dingen, die wir machen, steht der User im Vordergrund. Wenn diese richtig gemacht wird, kann In-Game-Werbung sogar zum Spiel beitragen, indem sie relevanten, zielgerichteten Inhalt hat.
In vielen Genres kann In-Game-Werbung sogar zum Realismus des Spiels beitragen und damit das Spielgefühl verbessern.”

Ob Entwickler wirklich die Hilfe von Werbeanbietern brauchen, ihre Spiele realistischer zu gestalten, ist sicherlich debattierungswürdig.

Für viele Spieler bleibt hier der Beigeschmack, sich bei einem Vollpreistitel zusätzlich Werbung gefallen lassen zu müssen.
Ob bei umfassenderer Etablierung von Werbung in Spielen diese Erlöse in Form von Spielpreisen direkt an die Kunden weitergegeben werden, oder ob sie der Entwicklung des Spiels zu Gute kommen, das wird uns wohl nur die Zukunft zeigen können.

Positiv erwähnt sei an dieser Stelle das MMORPG “Anarchy Online”, das seit einiger Zeit komplett werbefinanziert ohne monatliche Gebühr gezockt werden kann.
Auch “Quake Live”, John Carmacks neuster Streich, soll als Browsergame durch In-Game-Werbung gänzlich kostenlos spielbar sein.

Wir werden zu diesem Thema heute Abend in The Show Sebastian Runge von IGA Worldwide Berlin und Volker Nickel vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft befragen: Wie ist der Stand der Dinge? Wo geht die Reise hin? Antworten nach 20 Uhr bei uns im TV!

Jetzt ist eure Meinung gefragt: Was denkt ihr über Werbung in Spielen? Gute Finanzierungshilfe oder einfach nur Nervtötend? Auf in die COMMENTS!

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