NostalGIGA Folge 10 – International Karate Plus

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NostalGIGA - International Karate Plus
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Ein NostalGIGA zu "International Karate+" zu machen, kann ganz schön peinlich sein. Nicht etwa, weil man versucht mit dem Anmut einer besoffenen Giraffe, den Kranich aus Karate Kid nachzumachen und dabei von den lieben Kollegen beobachtet wird. "International Karate Plus" ein digitales Denkmal aufzustellen, kann peinlich werden, weil man sich plötzlich auch an die ungebrochene Verehrung der damaligen Martial-Arts-Helden erinnert. Kampfwürste wie Jean Claude Van Damme, Steven Seagal und natürlich Chuck Norris wurden nämlich damals auch von mir als ganz große Schauspieler verehrt.

Wie ging es los?

Natürlich mit dem Kampfkunst-Hype der 80er Jahre. Im Kino liefen billige Martial-Arts-Streifen rauf und runter, Daniel Larusso und Mister Miagi waren in aller Munde, die Mitgliedschaft in einem Karate-Verein war obligatorisch und auf dem Schulhof bestimmten die leidenschaftlich geführten Diskussionen über besonders “krasse Moves” das Tagesgeschäft. Als die fernöstlichen Kampfkünste dann auch auf den zeitgenössischen Rechnern einschlugen, gab es für mich kein Halten mehr.


Was ich geliebt habe?

Auch aus heutiger Sicht gibt es viele Gründe, sich ganz tief vor “International Karate+” zu verbeugen. Das flotte Gameplay ruhte auf einer für damalige Verhältnisse beeindruckenden Technik, der Aufstieg zum schwarzen Gürtel war motivierend und auch die fantastische Titelmelodie von Rob Hubbard dürfte wohl niemals in Vergessenheit geraten. Für mich waren es aber die vielen, vielen Abende, die ich im Kellern meines besten Freundes verbracht habe. Sich und der KI im Multiplayer-Modus die Löffel heiß zu klopfen – das war einfach ein Riesenspaß, der uns für eine sehr lange Zeit an den Amiga fesselte.

Was ich gehasst habe?

Man muss “IK+” schon eine Weile spielen, um sein enormes Weißglut-Potential zu entfachen. In den höheren Stage-Gefilden kommt es beim Zuschlagen auf den Bruchteil einer Sekunde an. Da man nur zwischen einem gefühlten Dutzend Schlagkombinationen auswählen darf, ist auch der Zufall ein nicht zu unterschätzendes Spielelement. So kann es ungemein spannend sein, sich beim Punktegleichstand plötzlich direkt gegenüberzustehen und zu hoffen, dass man die richtige Schlag-oder-Kick-Entscheidung getroffen hat – es kann dich aber unglaublich frustrieren, wenn du die falsche gewählt hast.

FunFact:

Rob Hubbards Musik zu “International Karate” wird bis heute in den unterschiedlichsten Kontexten immer wieder aufgeführt. Das kann ein Kammermusik-Konzert sein, ein Remix von einem namhaften Dj oder – wie in diesem Falle – eine denkwürdige a Cappella-Aufführung:

Die Sounds aus dem Spiel wurde übrigens direkt aus dem Bruce-Lee-Film “Enter the Dragon” entnommen.

Das Erbe:

Spiele wie “International Karate+” gehörten zu den Pionieren der Prügelspiele und waren die Vorboten eines Genres, das über sehr lange Zeit zu den wichtigsten überhaupt gehören sollte. Um die Jahrtausendwende waren Beat´em ups dann praktisch tot. In den letzten Jahren gab es allerdings ein furioses Revival der digitalen Dengeleien und gegenwärtig hat es den Anschein, als wären die Brawler gekommen, um zu bleiben. Das Geheimnis dieses Erfolgs stecke Anno 1987 bereits in “IK+”.

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