Andy Hertzfeld: "Steve Jobs hätte neue Biographie nicht gemocht"

Florian Matthey
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Die jüngste Steve-Jobs-Biographie “Becoming Steve Jobs” hat viel Lob durch Apple selbst erhalten. Andy Hertzfeld, der mit Jobs am ersten Mac arbeitete, hält weniger von dem Buch: Er meint, es hätte auch Jobs selbst nicht gefallen.

Andy Hertzfeld: "Steve Jobs hätte neue Biographie nicht gemocht"

In einem Beitrag bei Medium widmet sich Andy Hertzfeld der neuen Biographie “Becoming Steve Jobs“. Schon gleich in der Überschrift stellt er eine steile These auf: “Hätte Steve Jobs die neue Biographie gemocht? Ich glaube nicht”.

Das ist vor allem angesichts dessen interssant, dass Apples heutiges Top-Management – allen voran auch CEO Tim Cook – das neue Buch von Brent Schlender und Rick Tetzeli mehrfach positiv erwähnt hat. Hertzfeld kannte Jobs länger als die heutigen Apple-Manager, er arbeitete vor allem intensiv am ersten Macintosh mit dem Apple-Mitgründer zusammen. Allerdings liegt seine Zeit bei Apple auch dementsprechend lange zurück.

Hertzfeld glaubt, dass das Buch Jobs’ Anfangszeit bei Apple zu kritisch darstelle – wohl, um einen Kontrast zu den besonders erfolgreichen Jahren nach Jobs’ Rückkehr nach Cupertino herzustellen. Jobs habe damals immerhin mit dem Apple II Computer salonfähig gemacht und den Markt mit dem ersten Macintosh revolutioniert. Die Autoren hätten kaum Apple-Mitarbeiter aus der frühen Zeit interviewt. Das Buch stelle auch Jobs’ Zeit bei NeXT zu negativ dar.

Angesichts dessen wundert sich Hertzfeld, warum Apple das Buch in so hohen Tönen lobt. Seine Vermutung ist, dass Tim Cook und Jonathan Ive glauben, dass sie Jobs’ Andenken und seiner Familie einen Gefallen tun.

Die von Cook und Ive so kritisierte Biographie von Walter Isaacson, die Jobs selbst in Auftrag gegeben hatte, sieht Hertzfeld wiederum positiver: Jobs habe die Biographie bekommen, die er selbst haben wollte und selbst auch verdient habe: “Eine gut geschriebene, unvoreingenommene und komplette Darstellung seines Lebens und seiner Arbeit durch den Biografen von Einstein und Franklin.” Jobs sei ein komplizierter Mensch mit vielen Widersprüchen gewesen, “von daher gibt es viel Spielraum für verschiedene Sichtweisen auf sein Leben und sein Andenken.”

Becoming Steve Jobs ist – bisher nur auf Englisch – unter anderem und erhältlich.

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