Apple-CEO: Das war der größte Flop von Steve Jobs

Florian Matthey
7

Nicht alles, was Apples Mitgründer Steve Jobs anfasste, wurde auch zu Gold. In einer Rede erinnert sich Jobs’ Nachfolger Tim Cook an dessen Umgang mit Flops: Auch diesbezüglich sei Jobs einzigartig und ein Vorbild gewesen.

Apple-CEO: Das war der größte Flop von Steve Jobs

Der Power Mac G4 Cube: Steve Jobs’ größter Flop?

Letzte Woche sprach Tim Cook an der Universität Oxford über seine Arbeit. Wie schon zu vielen anderen Anlässen äußerte sich der Apple-CEO auch über seinen Vorgänger Steve Jobs: Dessen Mut habe sich insbesondere auch in seinem Umgang mit wirtschaftlichen Flops des Unternehmens gezeigt. Davon gab es – anders, als viele in Erinnerung haben – auch zu Jobs’ Zeiten gar nicht wenige.

Apple-Flops: 20 Produkte, die nicht „magisch“ genug waren

Einer der spektakulärsten Flops dürfte der Power Mac G4 Cube aus dem Jahr 2000 gewesen sein: Eine Variante des Desktop-Rechners Power Mac, die durch ihre besonders kompakte Bauweise Aufsehen erregte. Der Würfel ist in gewisser Weise ein Vorläufer des aktuellen Mac Pro – der ebenfalls kein bahnbrechender Erfolg wurde, da Apple auch hier in Zukunft wieder auf eine modulare statt möglichst kompakte Bauweise umsteigen will.

power-mac-g4-cube

Seinerzeit sprach Apple über den Power Mac G4 Cube aber ähnlich wie heute über das iPhone X: Der Rechner sei seiner Zeit voraus und dementsprechend zukunftsweisend. Cook bezeichnet ihn heute noch als ein „Ingenieurswunder“. Und tatsächlich ist der „Würfel“ auch heute noch ein Kultprodukt, das Bastler gerne mit aktueller Hardware ausstatten. Nur kaufen wollte ihn damals kaum jemand.

180.803
iPhone X im Hands-On

Steve Jobs zeigte, wie Chefs ohne falschen Stolz agieren

Cook berichtet, dass Apple damals fast vom ersten Tag an wusste, dass das Gerät ein Flop sei. Im Sommer 2001 stellte Apple die Produktion dann komplett ein – obwohl man so lange und mit so viel Mühe an dem Gerät gearbeitet hatte. Eben das ist für Cook so bemerkenswert.

Damals war Cook erst wenige Jahre im Unternehmen. Jobs’ Umgang mit dem „Cube“ sei für ihn eine Lektion in Sachen Demut und Stolz gewesen. Jobs habe ihm beigebracht, dass man sich selbst im Spiegel angucken können müsse um festzustellen, dass man in einem Punkt falsch gelegen habe. Egal, wie wichtig etwas für jemanden ist – man müsse weiterhin offen dafür bleiben, sich neue Informationen anzusehen und die Situation neu zu bewerten.

Jobs sei manchmal der größte Verfechter einer Position gewesen, habe dann seine Meinung aber aufgrund neuer Informationen innerhalb von Tagen oder sogar von Minuten geändert. Am Anfang habe Cook noch geglaubt, dass sein Chef einfach unbeständig sei. Dann habe er aber plötzlich „die Schönheit“ in dieser Herangehensweise gesehen: Jobs habe so verfahrene Situationen, in denen er steckenbleiben könnte, gemieden. Viele Menschen glaubten aufgrund eines falschen Stolzes, dass sie Dinge, die nicht funktionieren, immer wieder versuchen müssten. Stattdessen müsse man „intellektuell ehrlich“ sein – und den Mut zur Veränderung haben.

Quelle: via Business Insider