Die Hölle: 11 Stunden als Komparse für Jobs

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Alles andere als glamourös ist das Leben als Komparse. Warten bis zur Schmerzgrenze, nur die Bezahlung ist schlechter als das Essen und vom großen Ruhm träumen die meisten ihr Leben lang. Anders ist es auch nicht am Set von „Jobs“, der Verfilmung von Steve Jobs' Biografie. Eine beinahe gruselige Erzählung.

Die Hölle: 11 Stunden als Komparse für Jobs

Eigentlich wollte Cord Jefferson von Gizmodo sich standesgemäß und im Sinne des Visionärs Jobs auf seine Rolle in dem Film vorbereiten. Am Abend vor dem Drehtag, zu dem er eingeladen war, sprach er kraftvoll dem Trunke zu und ließ sich auch vom anrückenden Morgenlicht nicht ins Bette jagen.

Doch als der Wecker klingelte und Jefferson sich viel zu spät auf den Weg ins Studio machte, verflog der Eindruck schnell, es dem verstorbenen Meister recht zu machen. „Manche Menschen sind in einer Umgebung, in der Exzellenz erwartet wird, nicht zu hause“, sprach einst Jobs. „In diesem Moment war das Auto ein Exzellenzvakuum“, gibt Jefferson zerknirscht zu.

Auch nach der Ankunft trifft er nicht auf einen Schwarm produktiv Geschäftiger, sondern auf hunderte übermüdete Laien, die einen der Plätze im Hintergrund der Szene zu erhaschen hoffen, die heute gedreht werden soll. Es handelt sich übrigens um die Ansprache, in der Jobs 1983 in Honolulu gegen IBM wetterte und in deren Anschluss die Öffentlichkeit erstmalig den 1984-Werbespot zu sehen bekam.

Diese eine Rede hörte Jefferson 26 Mal aus dem Mund des Jobs-Darstellers Ashton Kutcher. Dabei galt es, sich gemeinsam mit vielen anderen von Selbsthass erfüllten durch einen Tag zu quälen, dessen Stunden nicht enden wollten. Dabei standen statt der Cocktails, die man später im Film zu sehen bekommen wird, nur Gläser mit Wasser, blauer Lebensmittelfarbe und Gelatine-Eiswürfeln auf den Tischen im Saal.

Aus lauter Langeweile macht er sich irgendwann einen Spaß daraus, in dem Moment, wo die Kamera ihn bei einem Schwenk übers Publikum erfasst, hasserfüllt in Kutchers Richtung zu starren und betont langsam zu klatschen. Wie ein Psychopath. Bizarre Szenen spielen sich nach mehreren Stunden des Herumsitzens zwischen den wartenden Hintergrunddarstellern ab.

„Dieser blaue Scheiß sieht aus wie Glasreiniger“ – „Inzwischen würde ich auch Glasreiniger trinken“. Dann laufen die Kameras wieder und die traurigen echten Unterhaltungen weichen angeregten, aber stummen Konversationen. Mund auf und zu, eifrig gestikulieren, lächeln. Und Cut.

Einige Fake-Gespräche im Hintergrund und viele verzweifelte Gesichter um ihn herum später zieht Jefferson das Resümee: Ashton Kutcher bereitet sich intensiv auf seine erste seriöse Rolle vor, doch der Konkurrenzfilm gleichen Sujets, den Aaron Sorkin vorbereitet, dürfte über ein deutlich höheres Budget verfügen. Gemischte Vorzeichen also, aber schließlich habe man auch von Apple lange gedacht, dass sie versagen würden.

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