Ex-Apple-Manager Forstall: „Wie Steve Jobs mein Leben rettete“

Florian Matthey
1

Anlässlich des zehnten Geburtstags des iPhone gab der frühere Apple-Top-Manager Scott Forstall in diesem Sommer ein langes Interview. Ein bisher wenig beachtetes Detail: Forstall verrät, wie ihm Steve Jobs einmal das Leben gerettet hatte.

Im Juni dieses Jahres gab Scott Forstall, langjähriger Senior Vice President von Apple, dem Computer History Museum ein langes Interview. Er berichtete, wie der Hass auf Microsoft-Manager letztendlich zur Erfindung des iPhone führte und warum die Designphilosophie „Skeuomorphismus” ihre Vorteile hat – ein Streit um letztere soll ein Grund gewesen sein, warum Forstall Apple im Jahr 2012 verlassen musste: Der damalige iOS-Software-Chef war sich insbesondere mit Apples Chef-Designer Jonathan Ive nicht darüber einig, wie das iPhone- und iPad-Betriebssystem aussehen sollte.

Forstall: „Steve war extrem mitfühlend“

Zu seinem Streit mit dem heutigen Apple-Management äußerte sich Forstall in dem Interview letztendlich nicht. Wohl aber zur Arbeit mit seinem früheren Chef Steve Jobs: Der Apple-Mitgründer und langjährige CEO sei einzigartig gewesen; der „intensivste“ Mensch, den er je kennen gelernt habe. Forstall betont, dass er schon mit politischen Führern zu Abend gegessen habe; das sei im Vergleich zu einem normalen Mittagessen mit Steve Jobs aber immer sehr entspannt gewesen. Forstall berichtet, dass Jobs sehr fordernd gewesen sei und Menschen dazu gezwungen habe, ihr Bestes zu geben. Das sei aber alles bekannt. Er wolle die Frage nach dem Verhältnis zu Jobs als Anlass nehmen, eine andere Geschichte zu erzählen, die er noch nie erzählt habe: Jobs sei immer extrem mitfühlend gewesen, wenn es um seine Freunde und seine Verwandte ging. Dies habe er selbst erfahren, als Steve Jobs einst sein Leben rettete.

Forstall berichtet, wie er vor etwas mehr als zehn Jahren – vor der Veröffentlichung des ersten iPhone – plötzlich krank wurde. In der Schule seiner Kinder sei ein Virus umhergegangen, der bei den Kindern nur einfache Magen-/Darm-Probleme mit sich brachte. Nachdem auch er sich bei seinen Kindern angesteckt hatte, nahm die Krankheit bei ihm einen deutlich anderen, viel dramatischeren Verlauf: In immer kürzeren Intervallen musste er sich übergeben. Nach einigen Tagen passierte es bereits einmal die Stunde.

Schon zu diesem Zeitpunkt habe Jobs ihn angerufen und gefragt, was denn los sei. Sofort habe sein damaliger Chef angefangen, ihm „Lösungen“ für seine Krankheit zu nennen – beispielsweise, dass er eine bestimmte Art Apfel auf eine bestimmte Weise püriert in bestimmten Zeitabständen zu sich nehmen sollte. Zumindest das half aber nichts.

Auf der nächsten Seite: Wie Jobs Forstalls Leben mit Akupunktur rettete…

Weitere Themen: Scott Forstall