Neil Young über Musik-Qualität: "Steve Jobs hörte zu Hause Vinyl"

Florian Matthey
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Der kanadische Rock-Musiker Neil Young hat ein Problem mit digitaler Musik: Die Dateien, die Kunden auf ihren iPods und Smartphones speichern, seien einfach von zu schlechter Qualität. Auch Steve Jobs, ein Pionier in Sachen legaler Musik-Downloads, habe das so gesehen – und zu Hause nur Vinyl-Schallplatten gehört.

Neil Young über Musik-Qualität: "Steve Jobs hörte zu Hause Vinyl"

In einem Interview mit All Things D erklärte Young, dass er die Art Kunst, die er seit 50 Jahren praktiziere, “retten” wolle. “Wir leben im digitalen Zeitalter, und leider degradiert das Musik statt sie zu verbessern”, ärgerte sich Young. Und damit meint er nicht die mutmaßlich negativen Auswirkungen raubkopierter Musik. Letztere habe das Radio ersetzt, “so verbreitet sich Musik”.

Es geht Young eher darum, dass Musik-Fans auch dann, wenn sie für Musik bezahlen, die Musik nur als MP3-Datei hören, in der nur fünf Prozent der Daten der Originalaufnahme enthalten seien. Kunden müssten sich zwischen Qualität und Komfort unterscheiden, “doch sie sollten diese Wahl nicht treffen müssen.” Fans sollten sich dagegen wehren und eine “Occupy Audio”-Bewegung gründen.

Young wünscht sich daher, dass Geräte für digitale Musik in Zukunft einen größeren Anteil der Daten abspielen, die in der Originalaufnahme enthalten sind. Von wem sollen diese Geräte aber stammen? “Von einem reichen Typ”, so Young.

Hätte Steve Jobs länger gelebt, ist sich Young sicher, hätte Apple ein solches Produkt veröffentlicht. Zwar sei Jobs ein Pionier digitaler Musik gewesen, und sein Erbe sei enorm. “Aber wenn er nach hause ging, hörte er Vinyl. Und man muss glauben, dass er, wenn er länger gelebt hätte, das getan hätte, was ich nun versuche.”

Audio-CDs lassen sich mit Hilfe des “Apple Lossless”-Format schon so in iTunes importieren, dass nur ein geringer Teil der Daten verloren geht. Auch bietet Apple im iTunes Store heute Musik in höherer Qualität an, als das früher der Fall war: Mit iTunes Match lässt sich beispielsweise jeder Titel in einer 256-Kilobit-pro-Sekunde-Qualität herunterladen. Für Musik-Fans, die auch heute noch auf analoge Schallplatten setzen, ist natürlich auch das nicht genug.

Bild: All Things D

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