Kurz vor der Veröffentlichung eines neuen Steve-Jobs-Buchs haben die Autoren Auszüge veröffentlicht, in denen Tim Cook über die letzten Jahre mit seinem früheren Chef spricht. Zeitgleich ist ein Poster mit Michael Fassbender als Steve Jobs zu sehen.

Neues Steve-Jobs-Buch: Tim Cook spricht über seinen Vorgänger

Über das Leben von Steve Jobs gibt es bekanntlich schon eine von Jobs selbst bei Walter Isaacson in Auftrag gegebene Biographie. Das neue Buch „Becoming Steve Jobs“ von Rick Tetzeli und Brent Schlender enthält bisher nicht bekannte Details; es scheint aber allgemein auch ein anderes Bild des Apple-Mitgründers und langjährigen CEO zeichnen.

Steve Jobs‘ „weiche Seite“

Auf Fast Company haben die Autoren Auszüge aus dem Buch veröffentlicht, die vor allem aus Zitaten von Tim Cook, Jobs‘ Nachfolger als CEO, und Apples Internet-Software- und Dienstleistungs-Chef Eddy Cue bestehen. Cook beklagt sich darüber, dass Isaacsons Biographie Jobs einen Bärendienst erwiesen habe. Man bekomme den Eindruck, dass Jobs ein gieriger, egoistischer Egomane gewesen sei. „Die Person, über die ich da gelesen habe, ist jemand, mit dem ich nicht über diese ganze Zeit hätte arbeiten wollen. Dafür ist das Leben zu kurz“, so Cook.

Der heutige Apple-CEO beschreibt, dass sich Jobs sehr um Dinge und auch um seine Mitmenschen gekümmert habe. Er sei ein Perfektionist gewesen, was manche als Arroganz ausgelegt hätten. Er sei zwar „kein Heiliger“ gewesen – das sei niemand -, er habe aber sehr wohl eine weiche Seite gehabt, die über die Jahre größer geworden sei.

Wenn Apple-Mitarbeiter oder ihre Ehepartner krank gewesen seien, habe er sich persönlich dafür eingesetzt, dass sie die richtige Behandlung erhalten würde. Auch um Cook habe sich Jobs entsprechend gekümmert – er habe ihm immer wieder gesagt, dass er auch ein Leben abseits der Arbeit haben müsse und einmal sogar Cooks Mutter in Alabama angerufen, um sich mit ihr über ihren Sohn zu unterhalten.

Cook wollte Teil seiner Leber für Jobs spenden

Bereits vor einigen Tagen wurde bekannt, dass das Buch verrät, dass Tim Cook an Jobs im Jahr 2009 einen Teil seiner Leber spenden wollte. In den jetzt veröffentlichten Auszügen ist zu lesen, wie Cook diese Zeit erlebt hatte.

Jobs ging es im Jahr 2009, als Cook ihn zum zweiten Mal krankheitsbedingt im Apple-Tagesgeschäft vertrat, extrem schlecht. Jobs stand auf der Spenderliste für eine neue Leber in Kalifornien, es sah aber nicht so aus, als würde er tatsächlich ein Organ bekommen – letztendlich bekam er sie bekanntlich im US-Bundesstaat Tennessee.

Angesichts des schlimmen Zustandes begann Cook, der Jobs‘ seltene Blutgruppe teilte, sich zu testen um herauszufinden, ob er für eine Lebendspende in Frage komme. Hierfür sei er in ein entlegenes Krankenhaus gefahren, um nicht erkannt zu werden. Als er Jobs dann die Möglichkeit eröffnete, habe dieser ohne Diskussion abgelehnt.

In 13 gemeinsamen Jahren habe Jobs Cook nur vier oder fünf mal angeschrien, und dieses sei einer dieser Vorfälle gewesen – und das, obwohl Jobs zu diesem Zeitpunkt fast im Sterben lag. Cook sieht dies als Beispiel dafür, dass Jobs keine egoistische Person war, denn immerhin ging es für ihn persönlich um Leben und Tod.

Jobs‘ letzte Monate

Anfang 2011 ging es Jobs erneut so schlecht, dass er das Tagesgeschäft an Cook übergab. Eddy Cue berichtet, dass der Apple-CEO auch in dieser Zeit weiter hart gearbeitet habe und sich nicht habe anmerken lassen, dass er krank ist. Schon zu Zeiten seiner ersten Abwesenheit im Jahr 2004 habe sich Jobs darum gekümmert, Apple auf die Zeit ohne ihn vorzubereiten; in seinen letzten Monaten habe er diese Anstrengungen noch verstärkt.

Einerseits habe er die „Apple University“ gegründet und den Yale-Management-Professor Joel Podolny verpflichtet, um Apples Management zu erklären, wie Apple unter seiner Führung Entscheidungen getroffen habe. Gleichzeitig habe er, so Cook, aber auch klar gemacht, dass niemand nach dem Motto „Was hätte Steve getan?“ versuchen solle, ihn zu imitieren. Auch ihm selbst sei immer klar gewesen, dass das nicht funktionieren würde, so Cook.

Am 11. August 2011 habe Jobs Cook angerufen und ihn gebeten, zu ihm nach Hause zu kommen. Er erklärte ihm, dass er sich wünsche, dass Cook die Rolle als CEO übernehmen würde. Jobs selbst sollte bekanntlich Vorsitzender des Verwaltungsrates werden. Cook sollte hingegen Entscheidungen selbst treffen. Auf Cooks Nachfrage, ob er tatsächlich ungefragt einen Werbespot freigeben solle, habe Jobs gelacht und erklärt, dass er sich schon wünsche, noch konsultiert zu werden.

Zu diesem Zeitpunkt habe Cook geglaubt, dass er in dieser Konstellation – er als CEO, Jobs als Ratsvorsitzender – noch einige Zeit mit Jobs zusammenarbeiten könne. Es wirkte so, als würde es Jobs besser gehen. Auch im Oktober, am Freitag vor Jobs‘ Tod, habe Cook ihn noch einmal besucht und einen Film – den American-Football-Streifen Remember the Titans – mit Jobs gesehen. Cook habe sich gewundert, warum Jobs, der mit Sport wenig anfangen konnte, gerade diesen Film sehen wollte. Insgesamt habe er an dem Abend den Eindruck gehabt, dass Jobs glücklich war. „Und dann wurde an dem Wochenende plötzlich alles zur Hölle.“

Das Buch lässt sich , am 24. März wird es erscheinen. ist eine Bestellung möglich.

Michael Fassbender als Steve Jobs

Ein weiteres Projekt um das Leben von Steve Jobs ist der Kinofilm von Universal, dessen Dreharbeiten im Januar begonnen haben. Bekanntlich übernimmt Michael Fassbender die Hauptrolle – nachdem Leonardo DiCaprio und Christian Bale abgesagt hatten. Für den Film hat Fassbender auch ein Jobs-Plakat nachgestellt, das den ersten NeXT-Computer vorstellt. Der Film besteht aus mehreren halbstündigen Backstage-Szenen zur Präsentation des ersten Macintosh, des ersten NeXT-Rechners und des ersten iPod. Er soll in den USA am 9. Oktober diesen Jahres anlaufen.

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