Psystar: Mac-Klon-Hersteller verliert erneut vor Gericht

Florian Matthey
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Wer erinnert sich noch an Psystar? Das Unternehmen verkaufte in den USA bis Ende 2009 eigene Hardware mit einer Installation von Mac OS X. Dann erwirkte Apple eine einstweilige Verfügung, so dass Psystar nur noch Fan-T-Shirts verkaufen konnte. Die Gerichte beschäftigten sich allerdings weiter mit dem Fall. Nun könnte Psystar aber endgültig verloren haben.

Wichtiger Sieg für Apple

Die US-Berufungsrichterin Mary Schroeder bestätigte das Urteil eines US-Bezirksgerichts aus dem Jahr 2009, der zufolge Psystar gegen Apples Urheberrechte verstoße und dem Unternehmen der Verkauf weiterer “Open Computer” mit Mac-OS-X-Installation verboten sei. Es ist unwahrscheinlich, dass sich Psystar gegen dieses Urteil noch wehren wird – zumal Psystar schon vor zwei Jahren zwischenzeitlich insolvent war.

Auch wenn Psystar selbst alleine deswegen schon länger keine große Gefahr mehr für Apple war, dürften sich die Verantwortlichen in Cupertino über den erneuten Sieg vor Gericht freuen. Immerhin bestätigt das Urteil, dass es die Mac-OS-X-Lizenzvereinbarung mit Endbenutzern (EULA) Dritten nach amerikanischem Recht tatsächlich verbietet, eigene Hardware mit einer Installation von Apples Betriebssystem zu verkaufen. Psystar hatte sich seinerzeit mit dem Argument gewehrt, dass Apple mit den EULA-Einschränkungen gegen Wettbewerbsrecht verstoße. Hätte ein Gericht das ähnlich gesehen, hätte dies das Ende der Mac-OS-X-Exklusivität auf Apples Rechnern bedeuten können.

Die Geschichte der Mac-Klone

Die Geschichte der Mac-Klone ist lang: Bereits in den 1990er Jahren, noch Steve Jobs’ Rückkehr zu Apple, gab es zahlreiche Computer von Drittherstellern mit Mac-OS-Installation. Jobs’ Vorgänger Gil Amelio hatte sich entschieden, das Betriebssystem für andere Unternehmen zu öffnen und diesen Lizenzen zu verkaufen – nach über zehn Jahren Mac-Exklusivität war das eine revolutionäre Entscheidung.

Steve Jobs glaubte an eine Fehlentwicklung und sorgte nach seiner Rückkehr ins Unternehmen dafür, dass Apple alle Lizenzen von Mac-Klon-Herstellern zurückkaufte. Erst der von Apple im Jahr 2005 eingeleitete Wechsel von PowerPC- zu Intel-Prozessoren machte “Klone” dank der nunmehr zu PCs nahezu identischen Hardware wieder möglich.

Technisch versierte Benutzer können ihre PCs seitdem zu einem “Hackintosh” machen. Psystar versuchte dann, mit dieser Möglichkeit Geld zu machen – mit wenig Erfolg, wie sich zeigte. In Deutschland lassen sich die entsprechenden Bestimmungen der Mac-OS-X-EULA derweil nicht umsetzen, weshalb Apple gegen den hierzulande aktiven Klon-Hersteller PearC nichts ausrichten konnte.

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