Sinkende Apple-Aktie wird mit Steve Jobs in Verbindung gebracht

Sebastian Trepesch
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Mitte Februar erreichte die Apple-Aktie einen Spitzenwert, von dem sie aktuell wieder weit entfernt ist. Zwar liegt der Wert immer noch weit über dem von vor einem Jahr, dennoch beginnen die amerikanischen Medien, über die Ursachen zu spekulieren: Steve Jobs könnte demnach der Anlass sein.

Rechts in der Seitenspalte auf macnews.de steht der aktuelle Aktienkurs von Apple Inc. Am 16. Februar stand die Aktie bei 267,77 Euro, ein vorläufiger Spitzenwert in der Unternehmensgeschichte. Wert jetzt: 220,50 Euro in Frankfurt. Und das, obwohl Apple erst bei der Keynote und den letzten Quartalszahlen viel Gutes verkünden konnte.

Betrachtet man den Verlauf, so fällt auf: Dass der Kurs nach Neuvorstellungen erst einmal fällt, ist grundsätzlich nichts ungewöhnliches. Es war beim MacBook Air 2010 so, bei iOS 5, ja sogar beim erfolgreichen iPhone 4. Vielleicht waren die Erwartungen im Vorfeld eines Apple-Events höher, als Apple sie dann erfüllen konnte. Lediglich nach der Präsentation des iPad 2 und Apple TV 2010 stieg der Kurs.

Das aktuelle Sinken erklärt sich Business Insider anders. Als Hauptgrund sieht der Chefredakteur des Portals, Henry Blodget, die Ungewissheit um Steve Jobs. Falls der Apple-CEO nicht wieder aus seiner gesundheitsbedingten Pause zurückkommt, wer führt dann Apple? Das Wirtschaftsportal sieht es demnach nicht als selbstverständlich an, dass Jobs wieder zurückkommt.

Die Keynote der WWDC 2011 vor 3 Wochen ließ sich der charismatische Apple-Chef nicht nehmen. Steve Jobs wollte bei der Präsentation der neuen Betriebssysteme Lion und iOS 5 sowie des Synchronisations- und Speicherdienstes iCloud auf der Bühne stehen. Sein Auftritt war besorgniserregend, so dünn war er geworden. Angeblich könne er nicht mal mehr Autofahren. Trotzdem nimmt die Kämpfernatur noch an Geschäftstreffen teil und hat persönlich den neuen Apple-Campus, ein UFO-ähnliches Gebäude von Star-Architekt Norman Foster, dem Stadtrat von Cupertino vorgestellt.

Wie sieht Apples Plan für die Nachfolge aus? macnews.de hat bereits ein paar mögliche Kandidaten vorgestellt, darunter Tim Cook, Philip W. Schiller, Scott Forstall, Jonathan Ive, Lawrence Joseph (Larry) Ellison und Eric Schmidt. Doch Apple – das war schon im Januar klar – will keine Nachfolge-Pläne öffentlich machen. Das wirft Business Insider nun dem Unternehmen wieder vor: Die Investoren stehen weiterhin im Dunkeln.

Steve Jobs wird regelmäßig mit dem Erfolg von Apple in Verbindung gebracht.

Für den sinkenden Aktienkurs kommen allerdings noch weitere Gründe in Frage. Einige hatten das iPhone 5 für Juni erwartet, es wurde jedoch nicht auf der Keynote vorgestellt. Außerdem wird Google mit dem Konkurrenzsystem für Smartphones und Tablet-Computer, Android, immer erfolgreicher. Ein Rückgang der Verbraucherausgaben sieht UBS Investment Research als weiteres Risiko.

Der Börsenbetreiber Nasdaq hat im April das Gewicht der Apple-Aktie deutlich reduziert. Ein Dämpfer, die Kaufempfehlungen einiger Experten blieben laut Handelsblatt jedoch bestehen. Allerdings hatte vorher schon ein Analyst von JMP Securities LLC das Papier abgewertet. Als Grund nannte er laut Bloomberg Businessweek Risiken in Zusammenhang mit dem Hersteller einiger Apple-Produkte, Foxconn, dessen Geschäfte nicht so erfolgreich wie erwartet liefen.

Mit dem aktuellen Kurswert liegt die Apple-Aktie in Frankfurt auf dem Niveau von 2010. UBS Investment Research sieht in einem Bericht, der kurz vor der Keynote erschien, zahlreiche Chancen für den Elektronikkonzern. Das Cloud-Computing-Angebot dürfte Wettbewerbern durch eine höhere Benutzerfreundlichkeit überlegen sein. Durch die liquiden Mitteln ist Apple im Vorteil, wenn es um die Sicherung von Inhalten oder Angeboten geht. Und nicht zuletzt bieten 200 Millionen iTunes-Konten die Möglichkeit, den Umsatz an Inhalten und Diensten zu steigern.

Es könnte also trotz allem bald wieder aufwärts gehen – zumindest mit dem Aktienkurs.

Grafiken: Yahoo Finance

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