Steve Jobs 1996 im Fernsehinterview: Apple-Vorteil ist Innovation

Ralf Bindel
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Kleines Schmankerl für zwischendurch: Steve Jobs im Interview mit Louis Rukeyser in Wall $treet Week. Damals war der Ex-Apple-CEO noch CEO von NeXT und Pixar und stand kurz vor der Rückkehr zu Apple. Was seinerzeit galt, gilt heute mehr denn je. Denn schließlich ist Patentkrieg.

Steve Jobs 1996 im Fernsehinterview: Apple-Vorteil ist Innovation

Bei den Streitigkeiten vor den Gerichten und Handelskammern dieser Welt um Patente und ihre Verletzungen gerät immer mal wieder aus dem Blick, was Apple-Produkte eigentlich wirklich zu dem macht, was sie sind. Und warum die Hoffnungen der Börsianer den Aktienkurs des Unternehmens antreiben, obwohl Wirtschaftskrise und der Visionär nicht mehr an Bord ist.

Steve Jobs fasst das in einem Fernsehinterview für das TV-Journal Wall $treet Week schön zusammen, als Moderator Louis Rukseyser ihn fragt, was mit Apple schief läuft. Die Apple-Aktie befindet sich da – 1996 – weiterhin auf dem rasanten Abstieg und der Computerhersteller aus Cupertino wird an der Wall Street als Verlierer gehandelt.

“Apple ist ein Unternehmen, das auf Innovation basiert”, sagt Jobs. Als er 1985 Apple verlassen habe, hätte der Hersteller zehn Jahre Vorsprung vor allen Wettbewerbern gehabt. “Microsoft brauchte zehn Jahre, um Windows zu kopieren”, konstatiert er.

Das Problem sei, dass Apple nun still stehe. Trotz hoher Investitionen in Forschung und Entwicklung hätte das Unternehmen zu wenig daraus gemacht, gerade auch im Vergleich zu Microsoft.

Jobs bekennt sich im Interview nach wie vor zu Apple und glaubt an eine Zukunft des Herstellers. Schließlich hätte Apple viele gute Mitarbeiter und eine treue Kundschaft. Doch der einzige Weg, den er aus der Misere sieht, ist der der Innovation. So sei Apple zu dem geworden, was es einmal war, und so könne Apple auch wieder dazu werden.

Im Interview geht es noch weiter mit objektorientierter Programmierung und NeXTStep, zum beginnenden Internet bzw. World Wide Web, das Jobs für so wichtig hält, weil es niemandem gehört, und zu Microsoft, die mit ihrem Browser Internet Explorer den beginnenden Browserkrieg gewinnen wollen. Auch hier plädiert Jobs für Innovation: Aus Erfahrung wisse man, dass überall dort, wo ein Unternehmen eine markbeherrschende Position einnehme, die Innovationsrate abnehme.

Von einer solchen Situation sind wir mit Apple noch weit entfernt. Zwar häufen sich die Absagen an Apple-Produkte auch von eingefleischten Apple-Fans, doch marktbeherrschend ist Apple in keinem Sektor (noch vielleicht bei den Tablets). Selbst wenn die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit durch den Patentkrieg mit Schauplätzen wie iPad gegen Android-Tablets und iPhone versus Smartphones zu Lasten von Apple geht, dominant in Technologie und Absatz ist Apple nicht.

Eher innovativ. Mit OS X Lion, App Store, iTunes, iPad und iCloud. Auch, wenn die Sympathien dazu geteilt sind. Und auch, wenn die Elemente dazu nicht von Apple erfunden wurden: Die Benutzerführung ist es, was Apple-Produkte so benutzerfreundlich macht. Mit nur einem Home-Button auf iPad und iPhone, mit Gesten und Trackpad bei Lion, mit versteckter Library, mit Thunderbolt. Und in der Vereinfachung ist Apple nach wie vor innovativ, bei Hard- wie bei Software.

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