Steve Jobs, der Hippie mit Business-Brain

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Wir wollen nicht aus diesem Jahr gehen, ohne noch einmal auf die knapp einstündige BBC-Dokumentation “Steve Jobs, Billion Dollar Hippie“ hinzuweisen. Kurz vor Weihnachten war diese erschienen. Sie geht sehr viel mehr als die Arte-Doku auf die Grundlagen des Apple-Erfolgs ein.

Steve Jobs, der Hippie mit Business-Brain

Jeder kennt sie, die Musik, mit der die Apple-Keynotes bisher einleitete. Meist stammte sie aus den glorreichen Sixties, den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Von Bob Dylan bis Grateful Dead war alles schon zu hören. Die Lieder der Hippies bei den Keynotes war die einzige offene Reminiszenz, mit der Apple bzw. Steve Jobs an diese kreativste Phase einer gegenkulturellen Bewegung erinnerte.

Nun hat die BBC, bekannt für ihre aufwändigen und preisgekrönten Dokumentation, eine rund einstündige Filmarbeit dem Hippie Steve Jobs gewidmet, dem Milliarden Dollar schweren. Fakt ist, dass Steve Jobs mit 56 Jahren als einer der reichsten Männer der Welt gestorben ist. Sein Vermögen wurde auf 8,3 Milliarden US-Dollar geschätzt. Fakt ist auch, dass Steve Jobs nichts im Elektronik- und Unterhaltungs-Universum neu erfunden hat, aber dass er den Weitblick besaß – oder vielleicht besser, die Visionen – vorhandenes neu zu kombinieren und mit einer schönen Oberfläche und vor allem benutzerfreundlich zu kombinieren.

Auf diesem Talent gründet sich sein bzw. der Erfolg von Apple. Dass diese Gabe, diese Inspiration, dem Drogenrausch entstammt, ist eine schöne Erkenntnis der BBC-Doku. Steve Jobs erzählt tatsächlich seinem Biographen Walter Isaacson, dass LSD zu nehmen eines der wichtigsten Dinge in seinem Leben waren. Sicher, Jobs war auch ein spiritueller Mensch, die Doku erzählt von der Indien-Reise, zeigt Bilder von Jobs zen-buddhistisch-reduziertem Lebensstil mit Design-Klassikern (außerdem: der Pullover), aber dennoch: Ein Milliardär, der sich zum LSD und dem enormen Einfluss auf sein Leben bekennt? Darüber wird man bei den Gründerseminaren der deutschen Industrie-und-Handelskammern weiterhin schweigen.

Möglicherweise, das wird in der Doku auch noch einmal deutlich, hat ihn das Hippietum aber auch das Leben gekostet. Nicht nur hat er als Frutarier Apple den Namen gegeben, er versuchte auch, den Krebs mit Fruchtsäften statt mit einer zügigen Operation und Chemotherapie zu behandeln. Die gleiche unkonventionelle Art, mit der er Macs, iPods, iPhones und iPad erschuf, führte dazu, dass sich der Krebs ausbreitete.

Jedenfalls: Eine sehenswerte Doku, ganz anders als die neulich bei Arte geschaute. Mit viel Prominenz und bekannten und unbekannten Geschichten, mit Steve Wozniak, dem unsäglichen John Sculley, Jonathan Ive, Avie Tevanian, WWW-Erfinder Tim Berners-Lee, Apple-Raumschiff-Architekt Norman Robert Foster und vor allem Stephen Fry, dem Schriftsteller und Drehbuchautor, der begeisterter und kenntnisreicher Apple-Anwender ist.

Der Einfachheit halber hier die Doku bei Youtube. Kann aber sein, dass die auch bald nicht mehr zu sehen sein wird, dann bitte auf Dailymotion ausweichen.

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Film

  • von macnews.de

    Einem Bericht des Boulevardblatts New York Post zufolge könnte Steve Jobs sich womöglich mit den Weinstein-Brüdern (Miramax) zusammentun, um eine neue Filmfirma zu gründen. Angeblich bereite eine Gruppe New Yorker Investmentbanker Entsprechendes vor, schreibt das...


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