Steve Jobs: Die Geschichte hinter dem Rollkragen-Pullover

Florian Matthey
19

Steve Jobs trat seit vielen Jahren in der Öffentlichkeit – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen – immer im gleichen Outfit auf: Ein schwarzer Rollkragenpullover mit einer Blue Jeans. Die offizielle Steve-Jobs-Biographie von Walter Isaacson erhält einen Abschnitt, in dem Jobs die Geschichte hinter dieser Angewohnheit schildert.

Viel wurde in der Vergangenheit über Jobs’ Outfit berichtet: Letztes Jahr berichtete der Pixar-Regisseur John Lasseter, dass der Apple-Mitgründer eines Tages diesen Pullover entdeckt habe, der ihm besonders gut gefiel. Der Hersteller produzierte diesen allerdings nicht mehr, weshalb Jobs gefragt habe, wie viele er bestellen müsste, damit es nochmal eine Edition gebe. Seitdem sei sein Schrank voll mit diesen Pullovern gewesen. Steve Jobs berichtete Isaacson für seine Biographie eine etwas andere Geschichte, die aber ebenfalls zu einem ganzen Schrank voll führte – die Website Gawker bringt einen Ausschnitt aus dem Buch, das am 24. Oktober erscheinen wird und sich im iBookstore* und bei Amazon auf Deutsch* und auf Englisch* vorbestellen lässt:

In den frühen 1980er Jahren sei Jobs nach Japan gereist und habe dort den damaligen Sony-Chef Akio Morita gefragt, warum alle Mitarbeiter in seiner Fabrik eine Uniform tragen. Der Sony-Mitgründer habe ihm erklärt, dass die Menschen in Japan nach dem Krieg nichts zum Anziehen gehabt hätten, weshalb Unternehmen wie Sony ihren Mitarbeitern jedem Tag Kleidung bereitstellen mussten. Über die Jahre hinweg seien solche Uniformen quasi zu einem Markenzeichen geworden und hätten zum Aufbau einer besonderen Bindung zwischen Mitarbeitern geführt. Zur Zeit des Jobs-Ausflugs zeigte sich der Designer Issey Miyake für die “Sony-Uniform” verantwortlich.

Jobs berichtete, dass ihm diese Idee so gut gefallen habe, dass er diese besondere Bindung auch unter Apple-Mitarbeitern herstellen wollte. Miyake hatte für Sony eine Nylon-Jacke designt, von der sich die Ärmel abnehmen ließen, um sie zu einer Weste zu machen. Jobs beauftragte Miyake mit dem Design einer “Apple-Weste”, von der der Apple-Mitgründer dann einige Exemplare mit nach Hause nahm, um sie den Apple-Mitarbeitern zu zeigen. “Ich kam mit einigen Mustern zurück und habe allen gesagt, dass es toll wäre, wenn wir alle diese Westen tragen würden. Oh Mann, wie ich dann von der Bühne gebuht wurde. Alle haben die Idee gehasst”, erinnerte sich Jobs an die Reaktion der Apple-Belegschaft.

Zumindest war Miyake in Folge dessen sein Freund geworden. Jobs habe sich nach der fehlgeschlagenen Idee einer Apple-Uniform dann dazu entschlossen, zumindest für sich selbst eine Uniform zu haben – sowohl aus praktischen Gründen als auch, um ein eigenes Markenzeichen zu haben. “Also habe ich Issey gebeten, dass er mir einige seiner schwarzen Rollkragenpullover macht, die mir gefielen, und dann hat er rund hundert Stück für mich gemacht.” Jobs zeigte Isaacson die Kollektion in seinem Schrank: “Das trage ich. Ich habe genug davon für den Rest meines Lebens.”

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz