Steve Jobs: Time Magazine bringt Auszüge der Biographie - Einblick in sein Leben für seine Kinder

Florian Matthey
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Das amerikanische Time Magazine hat die Produktion der bereits für den heutigen Freitag fertiggestellten Ausgabe gestoppt und eine Sonderausgabe in Auftrag gegeben. Diese widmet sich auf 21 Seiten dem am Mittwoch verstorbenen Apple-Mitgründer Steve Jobs, dessen Bild auch – bereits zum siebten Mal – das Cover ziert. Der Steve-Jobs-Biograph Walter Isaacson verrät in einem Beitrag die Hintergründe um die offizielle Biographie, die nun bereits am 24. Oktober erscheinen wird.

Isaacson blickt zurück: 2004 der erste Anruf

Ein Auszug des Beitrags von Isaacson findet sich bereits in einem Artikel der Website von Fortune. Isaacson beschreibt Jobs als “den größten Unternehmer unserer Zeit”, den die Geschichte direkt neben Thomas Edison und Henry Ford einordnen werde. “Er erschuf Produkte, die vollkommen innovativ waren und das Schöne der Poesie mit der Leistungsfähigkeit von Prozessoren verbinden.” Durch eine “Wildheit”, die das Arbeiten mit ihm ebenso verstörend wie inspirierend machte, erschuf er außerdem das wertvollste Unternehmen der Welt.

Isaacson berichtet weiter, wie er im Jahr 2004 einen Anruf von Steve Jobs bekam. Aus seiner Zeit als Journalist beim Time Magazine und CNN kannte er Jobs bereits flüchtig, hatte aber danach wenig von ihm gehört. Isaacson lud Jobs zum Sommer-Campus des Aspen Institute ein, an dem er mittlerweile arbeitete. Jobs wollte hingegen unter vier Augen während eines Spaziergangs mit dem Autor sprechen.

Isaacson fand dies zunächst etwas seltsam, da er noch nicht wusste, dass Spaziergänge Jobs’ bevorzugte Umgebung für ernste Gespräche seien. Jobs trug dann den Wunsch an Isaacson heran, seine Biographie zu verfassen. Der Autor hatte jüngst Biographien zu Benjamin Franklin und Albert Einstein veröffentlicht und fragte sich, etwas amüsiert, ob Jobs sich in dieser Reihe als natürlichen Nachfolger sehe. Da Isaacson glaubte, dass Jobs sich noch in der Mitte seiner sich schnell bewegenden Karriere befand, lehnte er zunächst ab: “Nicht jetzt, vielleicht in ein oder zwei Jahrzehnten, wenn du in Rente gehst”, so seine damaligen Worte an Jobs.

Später habe er dann erkannt, dass Jobs ihn kurz vor seiner ersten Krebsoperation angerufen hatte. “Als ich sah, wie er mit dieser Krankheit kämpfte, mit einer unglaublichen Intensität, kombiniert mit einer beeindruckenden emotionellen Romantik, fand ich ihn tief fesselnd, und ich erkannte, welch großer Teil seiner Persönlichkeit in seine Produkte eingebettet ist”, so Isaacson weiter. Jobs’ Leidenschaft, seine Dämonen, Wünsche, seine Kunst, das Teuflische und seine Kontroll-Besessenheit seien integraler Bestandteil seiner Herangehensweise im Geschäftsleben gewesen. Deshalb entschied sich Isaacson, Jobs’ Geschichte als “Studie in Sachen Kreativität” zu verfassen.

Jobs wusste um seinen Zustand – Biographie für seine Kinder

Isaacson war auch einer der wenigen Menschen, die wenige Wochen vor Steve Jobs’ Tod wussten, dass der Apple-Mitgründer so bald sterben würde. Am Ende der Biographie, die nun schon am 24. Oktober erscheinen wird und sich im iBookstore* und bei Amazon auf Deutsch und auf Englisch* bereits vorbestellen lässt, wird Isaacson eine Szene schildern, die sich vor rund vier Wochen, Jobs’ letzten Treffen mit dem Biographen, abgespielt hatte. Zu diesem Zeitpunkt habe Jobs bereits gewusst, dass er bald sterben würde.

Jobs sei in dieser Zeit bereits in ein Schlafzimmer im Erdgeschoss seines Hauses in Palo Alto umgezogen, in dem Isaacson ihn besuchte. Der kurz vorher zurückgetretene Apple-Chef sei schon zu schwach gewesen, um die Treppen seines Hauses zu benutzen. “Er krümmte sich mit Schmerzen, aber sein Verstand war immer noch scharf und sein Humor lebendig”, so Isaacson über Jobs’ Zustand. “Wir sprachen über seine Kindheit, und er gab mir ein paar Bilder seines Vaters und seiner Familie, die ich in meiner Biographie verwenden sollte. Als ein Autor war ich es gewohnt, detachiert zu sein, aber mich traf eine Welle der Traurigkeit, als ich versuchte, mich zu verabschieden.” Um seine Gefühle zu verbergen, habe Isaacson Jobs die eine Frage gestellt, die ihn immer noch beschäftigte:

Warum habe sich Jobs unbedingt in mehr als 50 Interviews und Gesprächen über zwei Jahre hinweg so sehr öffnen wollen, wenn er sich doch sonst so sehr ins Private zurückziehe? “Ich wollte, dass meine Kinder mich kennen”, so Jobs’ Antwort. “Ich war nicht immer für sie da, und ich wollte, dass sie wissen, warum, und dass sie verstehen, was ich gemacht habe.”

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