Steve Jobs wollte eigenes Mobilfunknetz auf Wi-Fi-Basis

Holger Eilhard
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Bevor Apple im Jahr 2007 das iPhone vorgestellt hat, verfolgte der damalige Apple CEO Steve Jobs Pläne, ein von den klassischen Mobilfunk-Anbietern unabhängiges Daten-Netz zu nutzen. Die Wahl sollte auf das unlizenzierte Wi-Fi-Spektrum fallen, wie ein ehemaliger Partner am vergangenen Montag im Rahmen eines Seminars in Seattle verraten hat.

John Stanton, derzeit Aufsichtsratsvorsitzender des Venture-Capital-Unternehmens Trilogy Partnership, verbrachte in den Jahren 2005 bis 2007 viel Zeit mit Jobs, um mit ihm Alternativen zu den Providern zu diskutieren. “Er wollte die Mobilfunk-Anbieter ersetzen”, so Stanton über Jobs.

Stanton und Jobs hätten viel darüber geredet, ob es möglich wäre, ein Wi-Fi-Mobilfunk-Provider zu sein. “Das war Teil seiner Vision.” Jobs habe die Idee nach dem Jahr 2007 aber verworfen. Aber auch so haben Jobs und sein Unternehmen einen starken Einfluss auf die Provider gehabt.

Die Provider wurden davon überzeugt, dass es Sinn macht in neue Telefone und Dienste zu investieren, statt sich nur auf bewährte Dienstleistungen zu verlassen und sich so auf den Lorbeeren auszuruhen. So ist es Apple etwa gelungen, dass der US-Provider Sprint einen vierjährigen Deal mit einem Wert von 15,5 Milliarden US-Dollar über den Verkauf des iPhone unterzeichnet hat. US Cellular hatte sich hingegen gegen eine Partnerschaft mit Apple entschieden, da ihnen das iPhone zu teuer war.

Mit John Stanton hatte Jobs den richtigen Ansprechpartner für derartige Unterhaltungen. Stanton war der erste Mitarbeiter von McCaw Cellular, dem ersten nationalen US-Mobilfunk-Anbieter, welcher später AT&T Wireless wurde. Später gründete Stanton den lokalen Mobilfunk-Anbieter Western Wireless, der wiederum das Unternehmen Voicestream ins Leben rief. Er war CEO von Voicestream als es im Jahr 2001 von der Deutschen Telekom aufgekauft und damit zu T-Mobile USA wurde.

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