Warum Apple Apple heißt: Lee Clow über Steve Jobs und seine Namensidee

Flavio Trillo
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Lee Clow ist der Kopf hinter den wichtigsten Apple-Werbekampagnen: Die iPod-Silouetten, der Slogan „Think different“ und der ikonische Spot „1984“. Kürzlich sprach er über seine Arbeit mit und seine Bewunderung für Steve Jobs und den Ursprung des Namens Apple.

Warum Apple Apple heißt: Lee Clow über Steve Jobs und seine Namensidee

Clow ist einer der bekanntesten Personen der Werbebranche, nicht zu unrecht wird der Chef der Agentur TBWA/Worldwide auch als Guru seiner Zunft bezeichnet. Er war ein langjähriger Freund von Jobs, die beiden haben seit den Achtziger Jahren zusammen gearbeitet und auch den ersten Macintosh gemeinsam vermarktet.

Damals habe Jobs bereits erkannt, dass man den Kunden nicht mit technischem Fachvokabular überfordern darf. Die Bedienungsanleitung für den Macintosh wurde nicht von Entwicklern oder Ingenieuren geschrieben, sondern von Werbefachleuten. So wollte er sicherstellen, dass auch der durchschnittliche Anwender die Technologie bedienen kann.

Gleichzeitig wusste Jobs schon lange, dass diese ganzen neuen Geräte für die Menschen beängstigend und fremd waren. Viele Konsumenten wussten mit den neuartigen Kisten nichts anzufangen und fürchteten sich vor der Technik. Das galt natürlich für den Macintosh ebenso wie für den Apple I und die folgenden Modelle.

Also mussten die Anwender beruhigt werden mit etwas, das sie kennen, mögen und dem sie instinktiv vertrauen. Es gibt viele Legenden darüber, wie Jobs auf den Namen Apple kam. Manche glauben, er habe als Hippie in einem Apfelbaumgarten gelebt und dort die Inspiration gehabt. Andere meinen, die Namensgebung sei auf das gemeinsame Verspeisen eines Apfels mit Wozniak in Jobs’ Garage zurückzuführen.

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Apple: Ein sagenumwobener Name

Clow hat seine eigene Theorie, basierend auf langjähriger Freundschaft zu Jobs und intensiver Zusammenarbeit. Er geht davon aus, dass dieser den Namen Apple wählte, weil er etwas vertrautes, harmloses repräsentiert.

Wenn eine neue Technologie, die das Leben der Menschen verändern soll, nicht auch noch einen fremdartigen Namen hat, könnte man sie einfacher akzeptieren. Diese Überlegung habe Steve vielleicht nicht bis ins letzte Detail durchdacht, vermutet Clow, aber sein Instinkt führte ihn zum richtigen Schluss.

Ein anderer Elektronikriese hat damals ähnliche Probleme. Der Name Tokyo Tsoshiu Kogyo KK klingt weder sonderlich vertraut, noch in irgendeiner Weise „heimelig“. Sony dagegen, so heißt der Konzern heute, klingt nach Sonne und sagt sich in jeder Sprache ganz leicht. Diese Änderung hatte vermutlich einen nicht unerheblichen Anteil an dem Erfolg des Unternehmens.

In Anlehnung an dieses Manöver habe auch Jobs einen Namen gewählt, der nicht nur simpel und verständlich ist, sondern die fortschrittlichen Produkte den Konsumenten einen Schritt näher bringt.

Übrigens: Clow war es auch, der Steve Jobs davon überzeugen wollte, den Text zu Apples Werbespot „Here’s to the crazy ones“ selbst zu sprechen. Der Spot sollte Apple in einer sehr schwachen Phase wieder nach vorne bringen, zu neuen Höchstleistungen motivieren. Damit richtete er sich ebenso an die Mitarbeiter wie an die Konsumenten.

Nach stundenlangem Diskutieren brachte Jobs das schlagende Argument: Wenn die Leute denken, dass es um mich geht und nicht um Apple, haben wir es versaut. Trotzdem gibt es eine Aufnahme, in welcher nicht Richard Dreyfuss, sondern der ehemalige Apple-CEO selbst den Text spricht.

(via Businessinsider)

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