Steve Jobs: 1955 – 2011

Steve Jobs ist gestern im Alter von 56 Jahren gestorben. Wir sind kein Online-Magazin zum Thema Apple, möchten aber trotzdem unsere Gedanken mit euch teilen.

Steve Jobs: 1955 – 2011

Frank:

Wo man auch hinschaut im Netz, erblickt man Nachrufe auf Steve Jobs. Nachrufe, die vermutlich in vielen Fällen schon fertig geschrieben in den Schubladen der Redaktionen lagen. Das mag zynisch klingen, ist in unserem Berufsstand der Journalisten, Blogger und dem grauen Feld dazwischen aber leider gängiges Prozedere. Als ich gestern Nacht von Steve Jobs’ Tod hörte, bin ich bewusst nicht gleich zum PC geeilt, denn diese Nachricht musste ich erst mal “sacken” lassen.

Es war abzusehen, dass das Ende von Steve Jobs nicht mehr lange auf sich warten lassen würde, als er im August sein Amt als Geschäftsführer von Apple niederlegte. Auch wenn ich Promis- und Gossip-Blogs meide, habe ich natürlich auch das Bild von Jobs in mutmaßlich schlimmem gesundheitlichen Zustand gesehen, das Papparazzi von ihm wenige Tage später ins Netz warfen. Dieses Bild hat mich gleich doppelt schockiert. Zum einen, weil spätestens mit diesem Bild klar war, dass Steve Jobs nicht mehr lange leben würde, zum anderen war ich erschüttert, wie empathielos jemand sein muss, indem er solche Bilder verkauft und ins Netz stellt. Er hatte es nicht verdient, auf diese würdelose Weise gezeigt zu werden.

Letzten Endes ist es aber nicht dieses Bild, dass die Technikgeschichte überdauern wird. Es ist das Bild eines Visionärs: eines klugen Denkers, der die Welt mehr als einmal mit neuen und neu gedachten Konzepten umgekrempelt hat. Der penibel und perfektionistisch Geräte entwarf, die eben mehr sind als “nur” Geräte — nämlich Gegenstände, die den Alltag der Menschen veränderten, die sich konsequent an den Bedürfnissen der Nutzer ausrichteten, die ganze Industrien auslöschten und neue Industrien wachsen ließ, die Inspiration waren für Menschen und — unbenommen — auch andere Firmen.

Ich trauere nicht um Steve Jobs, denn Trauer ist ein Wort, dass dieser Tage zu inflationär gebraucht wird. Trauer sollte Steve Jobs’ Familie, seinen engen Freunden und seinen Wegbegleitern vorbehalten sein. Ich kannte Steve Jobs nicht, aber ich bin traurig. Traurig, dass ein sehr kluger Mensch nicht mehr unter uns weilt, der sonst einfach “immer da” war. Traurig, dass mit dem Tod von Steve Jobs eine Person von uns gegangen ist, an der man sich vorzüglich reiben konnte. Traurig, dass die wohl letzten großen Themen, die Steve Jobs von seinem Konzern mitbekommen hatte, kleinliche Patentstreitigkeiten und ein mediokres iPhone 4S waren. Traurig, weil Steve Jobs vermutlich viele großartige Gedanken und kluge Ideen mit ins Grab nimmt. Aber auch traurig, weil mich als jungen Vater die Tatsache natürlich nicht unberührt lässt, dass Steve Jobs mit 56 Jahren viel zu früh starb und seine Frau und vier Kinder zurücklässt.

Amir:

Mich erreichte die Nachricht von Steve Jobs Tod erst heute morgen – und so hart das jetzt klingt, ich war nicht überrascht, auch nicht sonderlich erschüttert. Menschen sterben, egal wer sie sind oder waren. Das ist immer traurig, aber (vorerst) nicht zu ändern. Nachgedacht habe ich dann aber natürlich; über Steve Jobs und darüber, was er und sein Leben für uns alle bedeutet haben und bedeuten.

So wie mit dem Tode Michael Jacksons 2009 eine Lichtgestalt der modernen Musik, die das Leben von Millionen Menschen beeinflusst hat, von uns ging, hat mit Steve Jobs einer der größten Visionäre der letzten Jahrzehnte, der die Art und Weise wie wir leben, auf so vielen Ebenen geprägt hat, die große Bühne endgültig verlassen. Wir würden heute anders arbeiten, leben, spielen, Informationen suchen, finden und konsumieren, wenn Jobs nicht gewesen wäre. Auch würde unser kleiner Blog vermutlich so, mit dieser thematischen Ausrichtung, nicht existieren, da brauchen wir uns nichts vormachen.

Ich verneige mich mit tiefsten Respekt vor Steve Jobs und einem Leben voller Visionen, Ideen, Innovationen und Produkte. Mein Mitgefühl und meine Gedanken sind bei Jobs Kindern, seiner Ehefrau, seinen Freunden, Kollegen und Bekannten.

Bild: Jonathan Mak

Dieser Artikel ist ursprünglich auf androidnext.de erschienen. androidnext und GIGA ANDROID sind jetzt eins. Mehr erfahren.

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