Film zum Spiel? - Wenn Spiele zu Filmen werden

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(Pille) Wenn Gamer von der Ankündigung eines neuen Filmes hören, ist das für die meisten Zocker kein Grund zur Freude. Zu oft wurden treue Fans von Spieleserien durch Umsetzungen ihrer Lieblingssoftware enttäuscht.
Warum haben Spieleumsetzungen so einen schlechten Ruf? Welche Probleme gibt es bei der Umsetzung eines Spieles und warum scheint es fast nie einen Film zu einem Videospiel zu geben, der die Erwartungen der Fans erfüllt?

Film zum Spiel? - Wenn Spiele zu Filmen werden

Alles begann im Jahre 1993 mit Super Mario Bros., was als die erste Zelluloidumsetzung eines Videospiels gilt. Der einzige Bezug zum Videospiel waren allerdings die Hauptfiguren und wahrscheinlich waren gerade deshalb viele Nintendojünger von dem Ergebnis enttäuscht. Obwohl der Film mit Bob Hoskins und Dennis Hopper durchaus gut besetzt war, floppte er an der Kinokasse. Nachträglich bezeichnete Dennis Hopper den Film als den größten Fehler seiner Karriere.

Trotz des mittelmäßigen Erfolges war der Markt für Videospielverfilmungen damit geöffnet. Im Jahr 1994 folgte die Umsetzung des Beat em Ups Street Fighter, in deren Hauptrolle Jean Claude Van Damme als Guille glänzte. Die Kritiken zu diesem Film waren allerdings auch eher verhalten.
Bei dem großen amerikanischen Filmnetzwerk IMDb.com gelangt Street Fighter, wie Super Mario Bros. auch, nicht über vier von zehn Punkten hinaus und das Lexikon des internationalen Films schrieb, es sei ein Film, der “aus schablonenhaften Versatzstücken aus Horror-, Action- und Kriegsfilmen zusammengesetzt” sei. Und tatsächlich scheint hier ein Hauptproblem von vielen Filmen zu Videospielen angesprochen zu werden. In dem Versuch es den Gamern recht zu machen, werden in vielen Fällen Kompromisse in Story und Charaktergestaltung eingegangen, die die Story der Filme oft abstrus und die Charaktere oberflächlich und eindimensional erscheinen lassen.

Für den Gamer sind die meisten Videospielumsetzungen trotzdem noch zu weit von dem Spielerlebnis, das er mit dem entsprechenden Titel verbindet, entfernt. So stecken viele Filme zu Spielen auf halber Strecke zwischen Spiel und Film fest und befriedigen weder die Bedürfnisse von Filmliebhabern noch von Spielern ausreichend.
Obwohl mit Jean-Claude Van Damme, Street Fighter auch mit einem prominenten Namen besetzt war, blieb im der große Erfolg verwehrt.

Trotz dieses verhaltenen Starts, wurde immer wieder versucht die Zielgruppe der Gamer mit Umsetzungen ihrer Lieblingsspiele ins Kino zu locken und vor allem in jüngster Zeit werden wir nahezu mit Umsetzungen bekannter Spielemarken überschwemmt. Ob Resident Evil, Silent Hill, Hitman oder der in den Startlöchern stehende Film zum Actionshooter Max Payne von Remedy, mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle, es scheint ein generelles Interesse zu bestehen, Interaktive Unterhaltungssoftware auf die Leinwand zu bringen.
Erfreulicherweise geht der Trend in Sachen Qualität jener Umsetzungen aufwärts. Mit Silent Hill und Resident Evil bekamen wir schon solides Popcornkino geboten und auch der Trailer zu Max Payne verspricht einiges.

Wir wollen das Thema genauer betrachten und haben dazu heute Abend Spieleverfilmungsguru Uwe Boll, der unter anderem Postal und das bald erscheinende Far Cry produzierte und Kultregisseur Guillermo Del Toro, verantwortlich für Hellboy und Pans Labyrinth bei “GIGA The Show” zum Thema “Filmumsetzungen zu Videospielen” im Interview.

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