Apple-Boss Tim Cook: Samsungs AMOLED-Screens zu dunkel und „furchtbar“

Frank Ritter
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Apple-CEO Tim Cook hat vor einigen Stunden bei einer Technologie- und Internet-Konferenz von Goldman-Sachs gesprochen. Dabei hatte er – neben der obligatorischen Portion Eigenlob für den eigenen Konzern – auch Kritik an der Konkurrenz im Gepäck, insbesondere für deren Smartphone-Bildschirme. OLED-basierte Displays wie die von Samsung seien nach seiner Auffassung zu dunkel und insgesamt einfach „furchtbar“.

Apple-Boss Tim Cook: Samsungs AMOLED-Screens zu dunkel und „furchtbar“

Wörtlich sagte Cook (Übersetzung von uns):

Wenn man sich Displays anschaut, konzentrieren sich manche Hersteller auf deren Größe. Es gibt aber auch diverse andere Aspekte an einem Bildschirm, die wichtig sind. Manche Hersteller verwenden OLED-Displays, deren Farbsättigung furchtbar ist. Unser Retina-Display ist doppelt so hell wie ein OLED-Display. Ich erwähne diese Punkte nur, um zu verdeutlichen, dass ein Display eine Menge Attribute besitzt, und Apple konzentriert sich auf jedes Detail. Wir kümmern uns um jedes einzelne; wir wollen das beste Display und ich denke, wir haben es. Ich werde hier nicht erläutern, was wir in Zukunft tun werden, aber es ist stets mehr als dass, was durch eine simple Zahl definiert werden kann.

In Cooks Polemik steckt tatsächlich ein bisschen Wahrheit, denn die AMOLED-basierten Displays von Samsung – und diese sind zweifellos gemeint – besitzen ein verhältnismäßig unrealistisches und gegenüber der Realität zu stark gesättigtes Farbbild. Außerdem hat das Samsung Galaxy S3 in der Tat nur eine maximale Helligkeit von 224 nit, im Gegensatz zu mehr als 500 nit bei den aktuellen iPhones. Die geringere Helligkeit, die beim S3 mutmaßlich Software-seitig zum Zweck der Akkuschonung noch weiter eingeschränkt ist, bleibt eine klassische Schwäche von AMOLED-Displays und stellt insbesondere in hellem Sonnenlicht einen Nachteil dar. Dort hat man mitunter Schwierigkeiten, den Displayinhalt zu erkennen. Wie eine unabhängige Untersuchung der Experten von DisplayMate.com ergab, ist das Display des S3 aber dennoch als sehr gut einzustufen. Denn im Freien kommt auch das sehr gut entspiegelte Displayglas zum Tragen. Außerdem sind dessen Schwarzwerte und Kontraste hervorragend.

Die Frage der Displaygröße ist sicher streitbar – der eine Kunde bevorzugt kompaktere Geräte, dem anderen kann ein Display nicht groß genug sein. Zur Frage des Realismus geben wir an dieser Stelle dasselbe zu bedenken, was wir schon im Testbericht zum Samsung Galaxy S3 gesagt haben: Wer die Blässe der Echtwelt auf seinem Handydisplay perfekt wiedergegeben haben will, soll damit glücklich werden, auch im Android-Lager gibt es genug Geräte, die diesen Anspruch erfüllen. Allerdings haben auch die intensiven Farben eines Super AMOLED-Displays etwas für sich, die dank gleichmäßiger Beleuchtung gleichsam organischer wirken. Mag für Grafikdesigner mit dem innigen Verlangen nach einem perfekt farbkalibrierten Display anderes gelten – ich mit dem Display des Galaxy S3 hochzufrieden und kann mir derzeit kaum vorstellen, dieses dauerhaft einzutauschen.

Natürlich gehen die „Display Wars“ aber weiter – mit dem IGZO-Display von Sharp ist ein neuer Stern am Panel-Himmel erkennbar, der möglicherweise in das iPhone 5S eingebaut wird. Wir sind froh über die aktuelle Displayvielfalt, gespannt, wie sich der Markt weiterentwickelt und ignorieren derweil das Marktschreiertum von Tim Cook.

Welches Smartphone hat in euren Augen das beste Display? Meinungen in die Kommentare.

Quelle: Wall Street Journal [via Android Authority]
Bild von Tim Cook: Apple

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