Apple-Chef über Augmented Reality: „Diese Technologie ist so wichtig wie das Smartphone“

Florian Matthey
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Während seines UK-Besuchs hat Tim Cook auch die Premierministerin getroffen und sich mit Medienvertretern unterhalten. Er sieht die Zukunft trotz Brexit optimistisch, freut sich über Schulkinder mit iPads und betont das große Potenzial von Augmented Reality.

Apple-Chef über Augmented Reality: „Diese Technologie ist so wichtig wie das Smartphone“

Cook: Großbritannien wird es auch nach dem Brexit gut gehen

Nachdem Tim Cook seinen Ehrendoktortitel an der Universität Glasgow entgegen genommen hatte, war der Apple-CEO noch weiter in Großbritannien unterwegs. Unter anderem traf er auch die Premierministerin Theresa May. Nach diesem Treffen erklärte er, dass Apple großes Vertrauen in Großbritannien habe und dass es dem Land auch außerhalb der EU gut gehen werde – auch wenn der Weg dahin vielleicht einige Schlaglöcher haben dürfte.

Apple selbst möchte trotz Brexit seine Präsenz in Großbritannien weiter ausbauen. Das Unternehmen plant ein neues UK-Hauptquartier im Londoner Stadtteil Battersea, in das bis 2012 1.600 Mitarbeiter umziehen sollen. Die Pläne gelten als ein Zeichen dafür, dass internationale Unternehmen Großbritannien auch nach dem Brexit-Votum noch attraktiv finden.

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„Fake News“ als großes Problem unserer Zeit

Mit Good Morning Britain unterhielt sich Tim Cook auch über ein weiteres politisches Thema: Das Phänomen der „Fake News“ – also sich im Internet verbreitende Falschnachrichten, mit denen politisch Stimmung gemacht werden soll – hält er für eines der derzeit größten Probleme. Es gebe allerdings keine einfachen Lösungen; man müsse den Verbraucher mit Werkzeugen ausstatten, mit deren Hilfe er damit umgehen kann, müsse aber auch manche Nachrichten von vorneherein verhindern, ohne die Offenheit des Internets zu verlieren.

App Store: Ganz neue Möglichkeiten für Entwickler

Cook war in Großbritannien aber auch mit weniger ernsten, eher fröhlicheren Themen beschäftigt – beispielsweise besuchte er den Entwickler ustwo, der das beliebte Spiel Monument Valley erschaffen hat. Das Spiel sei etwas ganz Besonderes, das auch Nicht-Gamer begeistern könne. Die Geschichte erinnere ihn an Disney-Filme. Er freue sich, Entwickler zu treffen, die etwas ganz Neues erschaffen, die zunächst nur die Idee für eine App haben und dann plötzlich zu Unternehmern werden. Vor dem App Store habe es so etwas nicht gegeben.

Monument Valley
Entwickler:
Preis: 4,49 €

Apple versuche, das iPad und Hardware im Allgemeinen weiterzuentwickeln, damit Software-Entwickler mit dieser Hardware noch mehr Möglichkeiten bekommen. Die Apple-Programmiersprache Swift spiele auch eine Rolle, da sie Entwicklern dabei helfe, Hardware noch besser zu nutzen. Auch denke Apple bei der Weiterentwicklung an Faktoren wie maschinelles Lernen, aber auch den Schutz der Privatsphäre durch Hardware-Maßnahmen.

Cook berichtet auch von einem Bericht in einer britischen Schule, in der Lehrer sich wirklich Gedanken darüber gemacht hätten, iPads sinnvoll in den Unterricht zu integrieren: Die Kinder starrten nicht einfach nur auf den Bildschirm, stattdessen seien die Inhalte wirklich Teil des Unterrichts. Mit Swift hätten die Kinder spielend programmieren gelernt. Einige der Kinder hätten solche Möglichkeiten nicht zu Hause, weil sie aus weniger privilegierten Gegenden kämen. Solche Begegnungen gäben ihm die Energie, so stressige Tage wie die seiner Europareise zu meistern.

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iPhone 7 Review

Augmented Reality als „Kerntechnologie“ – so wichtig wie das Smartphone

Cook kam auch – wieder einmal – auf das Thema Augmented Reality (AR) zu sprechen. Erneut betont der Apple-Chef, dass er AR für die wichtigere Technologie als Virtual Reality (VR) halte – mit VR müsse man die reale Welt verlassen und sich in gewisser Weise abkapseln, während AR es ermögliche, in der realen Welt zu bleiben, diese aber zu verbessern oder zu bereichern. Für ihn sei AR als Idee ebenso groß wie die Idee des Smartphones: Ebenso wie das Smartphone werde AR eine Technologie für jedermann sein. AR sei ebenso wie die Chips im iPhone nicht ein einfaches Produkt, sondern eine Kerntechnologie.

Man müsse aber noch einige Dinge entdecken, bis AR gut genug für den Mainstream-Markt sein werde. Dann könne AR vielen Menschen aber in ihrem Alltag bei realen Dingen helfen. „Deswegen bin ich diesbezüglich so aufgeregt“, so Cook. Gerüchten zufolge soll Apple an einer AR-Brille arbeiten – wobei manche Quellen sogar eine Präsentation in diesem Jahr für möglich halten.

Quellen: The Independent (1), The Independent (2), Good Morning America, jeweils via Mac Rumors