Was würde geschehen, wenn Steve Jobs das Unternehmen eines Tages nicht mehr leiten könnte – abgesehen davon, dass es für viele Fans die Applekalypse bedeuten könnte? Es mag pathetisch klingen, dennoch ist es eine praktische Überlegung wert. Zumindest dachte sich das jetzt das CNN-Magazin Fortune und nahm den COO Tim Cook als potenziellen Jobs-Nachfolger etwas näher in Augenschein.

<p Apple ohne Steve Jobs sei völlig unvorstellbar, es gebe einfach nur einen, so das CNN-Magazin Fortune. Die Menschheit hänge an Steve – und auch die Börse, so hätten die Kurse auf den Fehlalarm über seinen vermeintlichen Herzinfarkt im Oktober sehr empfindlich reagiert. Das Magazin begründet seine plötzlichen Überlegungen zu einer Nachfolge mit zunehmenden Spekulationen über Jobs Krankheit (wir berichteten). Im Juni hatten sich Beobachter Sorgen über seinen Gewichtsverlust und seine blasse Gesichtsfarbe gemacht, habe er doch vor ein paar Jahren bereits an einer Krebserkrankung gelitten. Jobs beteuerte damals, dass es sich ausschließlich um eine Viruserkrankung handele.

Zu den Spekulationen. Tim Cook käme als Chief Operating Officer (COO) theoretisch direkt nach Steve. Er ist 48 Jahre alt, ein Fitness-Freak und Workaholic. Vor zehn Jahren hat er bei Apple angefangen, nachdem er bereits für Compaq und IBM gearbeitet hatte. Cook schloß anfangs viele Produktionsstätten der Firma und dezimierte die Lagerbestände, um Kosten zu senken, erst mit den Apple Stores stockte man die Lagerbestände wieder auf – das Konzept erwies sich offensichtlich als erfolgreich. Neben dem Top-Management bei Apple sitzt Cook auch bei Nike im Aufsichtsrat. Fortune schätzt ihn als einen genialen Geschäftsman ein, was seine Kenntnis der Wirtschaft und seine Unternehmens-Erfahrung anbelangt. Ob er Steve an Kreavität das Wasser reichen könne, bezweifelt das Magazin allerdings.

Neben Cook kämen natürlich auch schon öfter diskutierte Nachfolger wie Chef-Designer Jonathan Ive, Finanzchef Peter Oppenheimer oder Apples Senior-Vizepräsident für Retail Ron Johnson in Frage. Auch der kürzlich ins Boot gestiegene Mark Papermaster, den ein Gericht momentan noch wegen Wettbewerbsverbot gesperrt hat (wir berichteten), hätte das richtige Format.

Letztlich bleibt alles nur Spekulation und zum Glück gibt es derzeit auch keinen begründeten Anlass, an ein Leben nach Steve Jobs zu denken. Cook selbst meint dazu, dass es unmöglich sei, Steve zu ersetzen, er sei nicht austauschbar. Er sehe Steve als Siebzigjährigen mit grauen Haaren an der Spitze des Unternehmens, wenn er sich selbst bereits in die Rente verabschiedet hätte.

Bild: iBuffet, „Steve Jobs“. Some rights reserved. Flickr

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