Führungsstile unter der Lupe: Autorin vergleicht Tim Cook und Steve Jobs

Julien Bremer
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In einem heute erschienenden Interview mit der New York Times spricht die Journalistin und Autorin Yukari Kane über die Führungsstile von Steve Jobs und Tim Cook. Ihrer Meinung nach sind beide sehr leidenschaftlich, auch wenn sie sich in ihrer Art von Grund auf unterscheiden.

Führungsstile unter der Lupe: Autorin vergleicht Tim Cook und Steve Jobs

Yukari Kane ist Journalistin und Autorin des heute erschienenden Buchs „Haunted Empire“, in dem sie Apple nach dem Tod von Steve Jobs genauer betrachtet. Ihrer Meinung nach fehlen dem Unternehmen ohne Jobs die Innovationen und somit wird Apple auf lange Sicht nicht den aktuellen Erfolgskurs halten können. In einem Interview mit der NY Times verglich sie die beiden Apple-Chefs miteinander.

Tim Cook wurde in den Medien immer gern als Gegenpart zu Steve Jobs dargestellt. Während Jobs schnell aufbrausend war, soll Tim Cook ein sehr gelassener CEO sein. Kane kann das nicht bestätigen und gibt an, dass Cooks Führungsstil ebenfalls sehr intensiv ist. Nur der Unterschied zu Jobs ist, er lege dabei eine ruhigere Art an den Tag.

Unter Cook haben die Prozess-Manager im Unternehmen mehr zu sagen als je zuvor, und bevor ein Produkt entwickelt werden soll, wird es erst etlichen Finanz-Analysen unterzogen. Apples aktueller CEO bringt laut Kane mehr Effizienz und Organisation in das Unternehmen, was prinzipiell nicht schlecht ist. Ein Unternehmen in Apples Dimensionen muss eben auch verwaltet werden, um erfolgreich sein zu können.

Laut Kane leiden allerdings die innovativen Prozesse des Unternehmens am bürokratischen Mehraufwand. Jobs verkörperte wesentlich mehr Dynamik und übte immer auch einen unterschwelligen Druck auf seine Mitarbeiter aus, der diese zu Höchstleistungen beförderte. So soll er beispielsweise auch Mitarbeiter an Weihnachten aus dem Urlaub geholt haben, weil Jobs sich in letzter Minute überlegte, den iPod Shuffle in einer anderen Farbe zu veröffentlichen. Außerdem delegierte Jobs weitaus weniger Aufgaben als Cook es heutzutage tut. In den für ihn interessanten Bereichen steckte er bis zum letzten Detail drin.

Um den Unterschied zwischen Cook und Jobs zu verdeutlichen, fällt Kane eine weitere Anekdote ein. Apple bot in der Vergangenheit einen Service an, neue Geräte zu ersetzen, wenn sie wenige Wochen nach dem Kauf kaputt gingen. Auch wenn der Nutzer für den Defekt selbst verantwortlich war. Steve Jobs mochte die Idee. Für ihn war es wichtig, die Kunden zufrieden zu stellen. Tim Cook hingegen soll von dieser Idee überhaupt nicht begeistert gewesen sein und dachte nur an die anfallenden Kosten.

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