Solange bis Apple im San-Bernardino-Fall klein beigibt und dem FBI eine Hintertür zu iOS öffnet, wollte US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump keine Apple-Produkte mehr benutzten. Wollte.

Öffentlich rief er vor rund drei Wochen zum Boykott auf — und ist nun selbst inkonsequent.

The Verge entdeckte am Freitag, dass Trump innerhalb eines Tages mindestens vier Tweets von einem iPhone aus veröffentlichte. Verraten haben ihn Twitters eigene Metadaten.

Seit dem Aufruf Ende Februar äußerte sich Trump zum Boykott so gut wie gar nicht mehr, schreibt The Verge.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat South Carolina hatte Trump spontan zum Boykott aufgerufen. „Wenn Apple die Informationen über den Terroristen den Behörden nicht zur Verfügung stellt, werde ich solange ein Samsung-Gerät verwenden, bis sie es tun“, twitterte er später.

Apple-CEO Tim Cook hatte Mitte Februar in einem öffentlichen Brief erklärt, warum Apple dem FBI nur bedingt Hilfe anbieten werde und kein Betriebssystem kreieren werde, mit dem sich gesperrte Geräte wie durch eine Hintertür ausleuchten ließen.

Daten, die sich im firmeneigenen Besitz befinden, gebe man heraus, schrieb Cook. Dabei hätten auch Apples eigene Ingenieure das FBI unterstützt. Eine spezielle iOS-Version, die den Ermittlern eine Hintertür öffnet, das findet Cook allerdings gefährlich. Wohl aus gutem Grund: Würde ein solches System in falsche Hände geraten, wäre kein iPhone mehr sicher. Tim Cook brachte es auf den Punkt, zumindest seine Sicht auf die Dinge: Die Regierung verlangt, indem sie eine Hintertür für iOS fordert,  dass Apple die eigenen Kunden zu hacken, schrieb er in seinem offenen Brief.

„Was glauben die eigentlich, wer sie sind?“ So äußerte sich Trump im Februar zum vorliegenden Fall. Die Haltung des Herstellers kann der US-Präsidentschaftsanwärter nicht nachvollziehen.

Übrigens: Sofern der Besitzer des Telefons einen achtstelligen Passcode verwendet hat, vergingen mehrere hundert Tausend Jahre, bis ein speziell angefertigtes System den Code knacken könnte. Bei vier Ziffernstelen sähe das ganz anders aus.

Im Video:

Aktuelles im Fall Apple vs. FBI:

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