Steve Jobs' Auszeit: Jobs konzentriert sich auf größere Entscheidungen - Arbeitsteilung mit Tim Cook funktioniert

Florian Matthey
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Die dritte gesundheitsbedingte Auszeit des Apple-CEO Steve Jobs ist mittlerweile auch die längste: Am 17. August wird es sieben Monate her sein, dass Jobs das Tagesgeschäft an den Chief Operating Officer Tim Cook übergeben hat. Es scheint, als habe sich Apple mit der Situation mittlerweile ganz gut arrangiert: Das Unternehmen arbeitet weiter, der Börsenkurs erreicht Rekordhöhen, und Jobs soll weiterhin in alle wichtigen Entscheidungen involviert sein – kümmert sich aber nicht mehr um jedes Detail.

Dritte und längste Auszeit

Die Website der kalifornischen Zeitung San Jose Mercury News befasst sich in einem Artikel mit Jobs’ Gesundheitszustand und der heutigen Situation bei Apple. Jobs’ erste gesundheitsbedingte Auszeit umfasst lediglich zweieinhalb Monate im Jahr 2004, in denen er eine Operation wegen einer Krebserkrankung vornehmen ließ. Ab Januar 2009 folgte eine zweite, sechsmonatige Auszeit, in der Jobs eine neue Leber erhielt.

Was dem Apple-CEO in seiner bislang längsten Auszeit fehlt, ist nicht bekannt. Jobs erklärte im Januar lediglich, dass der Apple-Verwaltungsrat ihm eine “medizinisch begründete Abwesenheit” gewährt habe und er sobald wie möglich zurückkehren wolle. Seitdem trat Jobs viermal öffentlich auf – zur Präsentation des iPad 2 im März, zur Eröffnung der Worldwide Developers Conference im Juni, bei einem Abendessen mit dem US-Präsidenten Barack Obama und bei einer Anhörung vor dem Stadtrat von Cupertino über eine Erweiterung des Apple-Campus.

Jobs auf Apple-Campus immer “virtuell anwesend”

Der Creative-Strategies-Analyst Tim Bajarin erklärte gegenüber der San Jose Mercury News, dass er glaube, dass Jobs sich in einem Erholungsprozess befinde. Im Juni habe er nicht viel anders ausgesehen als im März – wobei sich anmerken lässt, dass Jobs bei beiden Präsentationen sehr abgemagert und nicht wirklich gesund wirkte. Bajarin glaubt, dass Jobs in diesen Tagen einfach mehr Ruhe brauche und zu Hause sein müsse.

Der Analyst spricht der Zeitung zufolge öfters mit Führungspersönlichkeiten bei Apple. Er berichtet, dass Jobs auf dem Apple-Campus zwar nicht regelmäßig physisch anwesend sei. Die meiste Zeit nehme er allerdings “virtuell” Einfluss und rufe regelmäßig an, um mit Tim Cook, den anderen Managern zu sprechen. Allerdings konzentriere er sich nicht mehr auf das “Mikromanagement”, das sich auch auf kleinste Details wie die Campus-Cafeteria beziehe. Stattdessen konzentriere er sich eher auf sein Management-Team und größere Entscheidungen.

Aufteilung Jobs/Cook bisher ein Erfolgskonzept

Der Baylock-Robert-Van-Analyst Joel Achramowicz berichtet, dass Cook das Tagesgeschäft leite, während Jobs immer noch “involviert” sei. Das sei eine unkonventionelle Herangehensweise – in anderen Unternehmen würde der CEO sich komplett zurückziehen und das Geschäft an einen anderen übergeben. Allerdings sei Apple eben Apple. Und diese Strategie scheint ganz gut zu funktionieren: Die Apple-Produkte sind erfolgreich, Apple verkündete jüngst ein neues Rekordquartal. Der Kurs der Apple-Aktie erreichte kürzlich ein Rekordhoch. Während Negativmeldungen über Jobs’ Gesundheit das Wertpapier in der Vergangenheit abstürzen ließen, scheint die Börse nicht mehr ganz so empfindlich auf entsprechende Nachrichten zu reagieren.

Dennoch dürften sich sowohl Apple-Mitarbeiter als auch Aktionäre lieber eine frühere als spätere Rückkehr des CEO wünschen. Der Apple-Sprecher Steve Dowling erklärte der Zeitung gegenüber allerdings lediglich, dass Jobs eine gesundheitlich begründete Auszeit nehme. “Wie wir bereits zuvor gesagt haben, bleibt er weiterhin in große strategische Entscheidungen involviert.”

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