Tim Cook im Interview mit Bloomberg: Mehr zur Person, mehr zu Apple

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In dem Gespräch mit Brian Williams wurde vor allem die Privatperson Tim Cook genauer beleuchtet. Dieses Interview mit Bloomberg Businessweek ist dagegen stärker auf die geschäftlichen Aspekte seines Lebens fokussiert. Tim Cook erzählt von der Arbeit bei Apple und lässt durchscheinen, warum Scott Forstall gehen musste.

Tim Cook im Interview mit Bloomberg: Mehr zur Person, mehr zu Apple

Vieles von dem, was Tim Cook über sich selbst erzählt, lässt sich bereits den Unterhaltungen mit NCB-Journalist Brian Williams entnehmen. Er ist zurückhaltend, liest gern die E-Mails seiner Kunden und ist alles andere als ein „langweiliger Manager“.

In diesem Gespräch erfahren wir ein paar Dinge über das Alltagsgeschäft von Apple, aber auch Pläne für die Zukunft und das Verhältnis zu Google.

Jeden Montag um 9 Uhr treffen sich die Führungskräfte zu einem großen 4-Stunden-Meeting. Dabei wird jedes einzelne aktuelle Produkt besprochen, Probleme erörtert und Lösungen diskutiert. Nur so könne man ständig auf dem Laufenden bleiben und die Arbeit der verschiedenen Teams koordinieren.

„80 Prozent unserer Umsätze kommen von Produkten, die es vor 60 Tagen noch nicht gab. Gibt es irgendein anderes Unternehmen, das so etwas tun würde?“. Cook unterstreicht die große Flexibilität, die Fähigkeit, sich schnell auf neue Bedingungen einzustellen und Produkte innerhalb kurzer Zeit völlig neu zu erfinden.

Insofern ähnelt Apple stark seinem Chef-Visionär, Steve Jobs. Er sei einer der wenigen Menschen gewesen , die innerhalb von Sekunden ihre Meinung komplett ändern konnten, berichtet Cook.

Was die Umstellungen in der Führungsebene der letzten Wochen angeht, lässt der frisch gebackene Apple-CEO nur zwischen den Zeilen durchscheinen, was viele bereits ahnten: Scott Forstall war offenbar nicht ausreichend kooperationsbereit. „Der Schlüssel zu den Umstellungen (...) ist mein fester Glaube, dass Zusammenarbeit essentiell für Innovation ist.“

Zu der Übertragung der Herrschaft über die gesamte Drahtlos-Abteilung an Bob Mansfield hat Cook folgendes zu sagen: „Wir haben ein paar sehr coole Ideen, einige sehr ambitionierte Pläne in diesem Bereich.“ Wir dürfen uns also auf ein paar neue Funktionen freuen, die mehrere Drahtlostechnologien vereinen.

Was indes in näherer Zukunft nicht passieren werde, ist die Verschmelzung von iOS und OS X. Apple glaube nicht an die Vision, dass die Betriebssysteme für iPhone und iPad die gleich sein sollte, wie für den Mac. So nahe sie sich auch kommen mögen, so viele Funktionen von einem ins andere übernommen werden — das Microsoft-Modell sehe man nicht als ein Allheilmittel.

Gleichzeitig seien Android und Windows 8 verwirrend. „Ja, ich habe diese und diverse andere Systeme ausprobiert“, sagt Cook auf die Frage nach Microsofts Surface und Samsungs Galaxy Tab. „Ich sehe mehrere Betriebssysteme mit mehreren Benutzeroberflächen. Sie bewegen sich weg von Schlichtheit. Wir glauben, dass die Kunden sämtliches Durcheinander beseitigt sehen wollen.“ Eindeutig eine Spitze in Richtung „Metro UI“ in Windows 8.

Die Kooperation mit Google ist in der Vergangenheit ein schwieriges Thema gewesen. Mit der zunehmenden Dominanz des Smartphonemarktes durch Android, ein System, das Apple als Kopie der eigenen Innovationsbemühungen ansieht, entfernte Apple sich mehr und mehr von dem ehemals engen Partner.

Zuletzt war diese Tendenz in der Entscheidung, eigene Karten mit eigener Navigation für iOS anzubieten, zu beobachten. Doch es sei kein Schritt gegen Google gewesen. Diese Art von Politik sei ihm zuwider, so Cook. „Wir wollten dem Kunden die bestmögliche Lösung bieten. Es ging nicht darum, zu sagen „ab sofort wollen wir mit der Firma X nichts mehr zu tun haben“.“

Doch man sei sich dem Debakel um Apple Maps in iOS 6 bewusst. Wie auch schon in dem NBC-Interview sucht Tim Cook die Lage nicht zu beschönigen. „Wir haben großen Mist gebaut.“ Es soll mit der Zeit besser werden, jedenfalls sei die Entscheidung aber keine Unternehmensstrategische gewesen sein. Man wollte nur das beste für die Nutzer erreichen.

Nachdem mehrere neue iMacs mit dem Hinweis „Assembled in the USA“ aufgetaucht waren, häuften sich die Spekulationen über einen Produktionsstandort im Heimatland. Cook verspricht, im nächsten Jahr 100 Millionen US-Dollar zu investieren, damit es nicht bei vereinzelten Geräten bleibt.

Manches von dem, was Tim Cook gegenüber Bloomberg Businessweek erzählt, ist bereits dem NBC-Interview zu entnehmen. Einige neue Details finden sich aber und kommen in diesen seltenen Gesprächen mit dem Apple-Chef ans Tageslicht.

Der Personenkult um ihn mag nicht so ausgeprägt sein, wie der um seinen Vorgänger. Trotzdem ist er jetzt das neue Gesicht eines Unternehmens, das mehr als jedes andere über seinen CEO in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Er ist anders als Steve, keine Frage. Doch mit seiner Leidenschaft für Apple und die Arbeit an den „besten Produkten der Welt“, wie er sie selbst gern nennt, steht er seinem Vorgänger in nichts nach.

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Tim Cook

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