Tim Cook im Interview mit NBC: Zusammenfassung und Videos

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Mit Spannung wurde am gestrigen Abend das erste ausführliche Interview von Tim Cook im amerikanischen Fernsehen erwartet. Er stand dem Journalisten Brian Williams innerhalb der NBC-Sendereihe „Rock Center“ Rede und Antwort, sprach über seine Rolle als Apple CEO, das Verhältnis zu Samsung und noch mehr.

Tim Cook im Interview mit NBC: Zusammenfassung und Videos

Vorderhand stellte Tim Cook klar, dass er nicht Steve Jobs sei und auch keine Kopie von ihm sein müsse. Steve machte zu Lebzeiten mehrmals gegenüber Cook deutlich, sich niemals bei Apple zu fragen, was er getan hätte. Letztlich käme es nur darauf an, das richtige zu tun.

Kritik an Apple: Karten in iOS 6, Lightning-Anschluss

Angesprochen auf die Probleme der neuen Karten-App innerhalb von iOS 6 gestand Cook Fehler ein. Die App erfüllte nicht die Erwartungen der Kunden, ebenso wenig die eigenen oder darüberhinaus. Kurzum: „Wir haben versagt.“ Den Rausschmiss von Scott Forstall in diesem Zusammenhang kommentierte Cook nicht direkt. Stattdessen antwortet er ausweichend: Apple setze die ganze Kraft der Firma ein, um diesen Fehler aus der Welt zu räumen.

In der Kritik stand ebenso der Wechsel des altbekannten Dock-Connectors zugunsten des neuen Lighnting-Anschlusses. Cook begründete diesen Schritt mit der Fertigung des iPhone 5. Ein solches Produkt wäre mit dem alten Dock-Connector nicht zu realisieren gewesen.

Befragt nach der legendäre Geheimhaltung bezüglich neuer Produkte erklärte Cook, diese sei für die Firma sehr wichtig, denn Menschen lieben die Überraschung.

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Teil 1 des NBC-Interviews mit Tim Cook.

Apple im Wettbewerb: Samsung und Co

Ferner konfrontierte Williams Cook mit der nicht sonderlich schmeichelhaften Werbekampagne von Samsung, in der Apple-Kunden bloßgestellt werden als uncoole „alte Säcke“. Williams: „Ist dies ein thermonuklearer Krieg?“ Eine Anspielung auf ein älteres Steve-Jobs-Zitat, gegenüber der Kopierfreudigkeit Googles in Bezug auf Android. Cooks Antwort fiel vergleichsweise diplomatisch aus. Man liebe die eigenen Kunden und werde sie gegen jeden Angriff in Schutz nehmen. Letztlich liebe man den Wettbewerb, aber man wolle, dass die Mitbewerber doch bitte ihre eigenen Produkte erfinden.

Generell sei die Geschäftswelt bei Apple eine harte und schwierige Angelegenheit. Beständig kämpfe man tagtäglich gegen Hacker-Angriffe und Industriespionage, so Cook.

Im weiteren Gesprächsverlauf formuliert Williams eine interessante Analogie. Wie gelingt es Apple, nicht wie Sony zu werden, deren Markenwahrnehmung in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts ihren Höhepunkt hatte, danach bis heute aber stark verblasste. Cooks Einschätzung: Firmen wie Sony verloren den Überblick, meinten sämtliche Produktbereiche abdecken zu können. Bei Apple müsse man sich indes auf einige, wenige Produkte konzentrieren, wohlwissend, dass man großartige Erfolge nur selten in Serie reproduzieren könne.

Apple: Fertigung in den USA

Der zweite Teil des Interviews startet zunächst nochmals mit einem Blick auf Steve Jobs und seine Krebserkrankung. Wusste Tim Cook wie ernsthaft erkrankt der Apple CEO war? Cook nahm lange Zeit an, dass Steve gegen die Krankheit bestehen könnte und seinen Weg zurückfinden würde, schlichtweg weil es Steve immer gelang. Erst zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt war ihm letzten Endes klar, dass es diesmal keine Rückkehr geben würde.

Auch China und Apples Fertigung im fernen Osten wurde Platz im Gespräch eingeräumt. Warum produziere man dort, nicht zu Hause in den USA? Zuerst entgegnete Cook, dass viele Bauteile des neuen iPhones tatsächlich in den Vereinigten Staaten gebaut würden, beispielsweise der Prozessor oder auch Glaselemente. Man arbeite seit Jahren daran, immer mehr Produktionsschritte in die USA zu verlagern. Dann die überraschende Ankündigung: Man werde im nächsten Jahr eine bestehende Mac-Reihe in den Staaten fertigen. Cook weiter: Die heimische Fertigung ist keine Frage des Preises, vielmehr ein Problem der existierenden Fertigungsfähigkeiten vor Ort. Diese wären in den letzten Jahren verlorengegangen.

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Teil 2 des NBC-Interviews mit Tim Cook.

Tim Cook: Der Mensch

Nicht ausgelassen wurde Tim Cooks Weg zu Apple. Als Steve Jobs versuchte, ihn Ende der 90er Jahre bei Compaq abzuwerben, stand für Cook schon nach fünf Minuten fest, dass er ihm folgen werde. Zur damaligen Zeit eine mutige Entscheidung, war Apple doch alles andere als ein auf Jahre hinaus sicherer Arbeitgeber beziehungsweise eine bereits gesundete Firma. Ein klares Statement gegen das Vorurteil, er wäre nur ein langweiliger Hemdenträger. Erdverbunden seine Freizeitgestaltung: Möchte Tim Cook mal abschalten, nachdenken, nutzt er die Zeit allmorgendlich um 5 Uhr im Fitnessstudio. Des Weiteren liebt er die Natur, unternimmt Wanderungen in den amerikanischen Nationalparks.

Ein Fernseher und die Zukunft Apples: Geheimniskrämer

Natürlich entließ der Journalist Williams seinen Interviewpartner nicht, ohne die Frage nach dem ominösen Apple-Fernseher gestellt zu haben. Eine konkrete Antwort blieb er jedoch schuldig, es blieb bei Andeutungen. Cook hielt fest, dass das TV-Business in der Vergangenheit feststecke und das Marktumfeld sehr interessant sei, mehr könne er zum derzeitigen Zeitpunkt aber nicht sagen. Allgemein zur Zukunft Apples befragt sagte Cook: Unsere Aufgabe ist es, Produkte zu schaffen, von denen man nicht annahm, sie haben zu wollen. Besitzt man sie dann, kann man sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Darauf kann man sich bei Apple verlassen.

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Tim Cook zur virtuellen Tastatur und persönlichem Kundensupport.

Extra: Tim Cook und die virtuelle Tastatur

In einem zuvor geschalteten Teaser zum Interview erklärte Tim Cook, nunmehr bereits zu 80 Prozent das virtuelle Keyboard von iPad und iPhone zu nutzen. Nur noch ein fünftel seiner Zeit verbringt er am Mac. Er beschrieb besonders die – für ihn gut funktionierende – Autokorrektur von iOS. Auch liebe er es, mit Kunden direkt im Kontakt zu stehen und so entsprechende E-Mails zu lesen und zu beantworten.

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Tim Cook

Weitere Themen: iMac 2014, iPad mini , iPad 4, iPhone 5, Steve Jobs, Apple


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