Tim Cook über Apples Steuerpraxis: “Wollen keinen Steuersatz von null Prozent”

Apple erzielt einen großen Teil seiner Umsätze außerhalb der USA und zahlt dafür sehr wenig Steuern. Tim Cook wird sich nächste Woche vor dem US-Senat zu dem Thema äußern – und gab vorab auch einige Interviews.

Tim Cook über Apples Steuerpraxis: “Wollen keinen Steuersatz von null Prozent”

Apple verbucht einen großen Teil seiner Umsätze außerhalb der amerikanischen Heimat – und spart durch eine geschickte Verteilung über verschiedene Steueroasen kräftig Geld. Im Jahr 2012 soll das Unternehmen für außerhalb der USA erzielte Umsätze lediglich zwei Prozent Steuern bezahlt haben.

Als sich Apple kürzlich entschied, insgesamt 100 Milliarden US-Dollar in Form von Aktienrückkauf und Dividende an seine Anteilseigner auszuzahlen, nahm das Unternehmen sogar Schulden in Rekordhöhe auf – weil das günstiger war, als das in Übersee “geparkte” Geld in die USA zurückzuholen und dann zu versteuern.

Der US-Senat möchte, dass Apple und andere Unternehmen zu diesen Vorgängen Stellung nehmen. Für Apple wird der CEO Tim Cook höchstpersönlich aussagen; die Anhörung soll am nächsten Dienstag stattfinden. Vorab sprach Cook allerdings bereits mit US-Medien zu dem Thema, Mac Rumors hat einige Zitate zusammengestellt.

Gegenüber Politico verweist der Apple-Chef darauf, dass sein Unternehmen seine im Heimatland erzielten Gewinne nicht ins Ausland verfrachte – für jedes Produkt, das Apple in den USA verkaufe, zahle das Unternehmen auch Steuern. “Und wir bezahlen jeden Dollar, den wir schulden. Das möchte ich wirklich klar machen”, so Cook.

Der Nachfolger von Steve Jobs wird zwar nächste Woche in Washington auftreten. Er verweist aber auch darauf, dass Apple normalerweise in Sachen Politik nicht so präsent ist – das Unternehmen gibt tatsächlich deutlich weniger für Lobbyismus aus als andere IT-Firmen. Allerdings, so Cook, ist Politik auch für Apple sehr wichtig: “Wir glauben, dass eine kreative Politik ein großer Katalysator für eine bessere Gesellschaft und eine stärkere Wirtschaft sein kann”.

Gegenüber der Washington Post kam Cook dann noch konkret auf die außerhalb der USA “geparkten” Gelder zu sprechen: Würde Apple diese in die Heimat überweisen lassen, müsste das Unternehmen 35 Prozent Steuern zahlen. Das sei “eine sehr hohe Zahl”. Anders, als viele glaubten, wolle Apple diesen Steuersatz nicht auf Null drücken. “So sehe ich das nicht. Aber ich glaube, dass es vernünftig sein muss.”

Cook erwähnte außerdem auch den Mac, den Apple ab diesem Jahr in den USA herstellen lassen möchte: In den USA werde nicht nur die Montage geschehen, auch einige der Komponenten würden in den USA hergestellt werden. Die Einzelteile würden unter anderem aus “Arizona, Texas, Illinois, Florida und Kentucky” stammen. Um welchen Mac es sich handeln wird, verriet Cook allerdings nicht – Gerüchten zufolge soll es entweder der neue Mac Pro oder ein neuer Mac mini sein.

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