Tim Cook über AR, KI, Steuern und Produktion in Europa: Ein Cook muss kein Koch sein

Florian Matthey
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In Interviews mit französischen Medien hat sich Tim Cook über künstliche Intelligenz, Augmented Reality, französische Kultur und Steuern unterhalten – und darüber, dass auch jemand mit dem Namen „Cook“ ein schlechter Koch sein kann.

Tim Cook über AR, KI, Steuern und Produktion in Europa: Ein Cook muss kein Koch sein

Tim Cook hat bei seinem Besuch in Frankreich ein straffes Programm: Er trifft sich mit zahlreichen Künstlern, aber auch Medienvertretern. Der französischen Zeitung Le Figaro hat er ein ausführliches Interview gegeben, während er sich mit Konbini-Journalisten zu einem Mittagessen traf, dessen Zusammenfassung wir in einem Facebook-Video sehen können.

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Tim Cook plaudert über Essen, Kultur und Programmieren

Im Gespräch mit Konbini ging es um leichtere Themen: Cook berichtet, ein guter Esser, aber ein schrecklicher Koch zu sein, der gerade einmal Mikrowellen-Knöpfe bedienen könne. Der Apple-CEO findet, dass man beim Abendessen die besten Gespräche führt und dass Frankreich mit seiner Musik, Kunst und Fotografie ein ganz besonderer Ort sei – der auch eine besondere gemeinsame Geschichte mit den USA habe.

Programmieren beziehungsweise Coding sei immens wichtig geworden – so wichtig wie die gesprochene Sprache. Deswegen ermutige Apple Schulen auf der ganzen Welt, Programmieren zu einem Pflichtfach zu machen. Technologie ermögliche es, die örtliche Kultur global werden zu lassen; Technologie bringe die Welt näher zusammen.

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Tim Cook in Frankreich

Produktion in Europa: Nicht nur Endmontage wichtig

Im Gespräch mit Le Figaro kam Cook auch auf noch ernstere Themen zu sprechen: Wie in seiner amerikanischen Heimat stellt sich der Apple-Chef auch in Europa der Frage, warum das Unternehmen nicht auch im Westen produziere. Cook findet, dass bei dieser Debatte immer ein zu großes Augenmerk auf die Endmontage gelegt werde: Wer ein Apple-Produkt öffne, finde darin viele Komponenten, die aus der ganzen Welt stammen. In Europa habe Apple 4600 Lieferanten und im vergangenen Jahr 11 Milliarden US-Dollar auf dem Kontinent investiert. Allein in Frankreich habe man mittelbar 180.000 Arbeitsplätze geschaffen – beispielsweise bei App-Entwicklern für Apple-Produkte.

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„Apple hinterzieht keine Steuern“

Dieses Thema führt zwangsläufig auch zur Frage der Steuern: Immerhin streitet sich Apple immer noch mit der Europäischen Kommission über unterbliebene Steuerzahlungen in Irland; die Kommission ist der Ansicht, dass Apple 13 Milliarden Euro nachzahlen muss. Ob das tatsächlich so ist, wird letztendlich der Europäische Gerichtshof entscheiden müssen.

Cook ist sich sicher, dass Apple immer das Gesetz befolgt hat: Kein Unternehmen zahle so viel Steuern wie Apple, und Apple begehe keine Steuerhinterziehung. Das Gesetz sei für Apple klar. Man zahle Steuern da, wo man entsprechende Werte erschaffe.

Augmented Reality und künstliche Intelligenz als wichtige Zukunftstechnologien

Auch erklärte Cook wieder einmal, dass er Augmented-Reality-Technologien sehr spannen finde – ohne sich freilich zu konkreten Produkten wie einer Apple-Brille zu äußern. Der Erfolg von Pokémon GO habe gezeigt, was mit einer Verbindung der virtuellen mit der realen Welt möglich sei.

Auch bekennt sich Cook erneut zu künstlicher Intelligenz als wichtige Zukunftstechnologie: Durch sie könne ein iPhone noch besser werden. Um zukünftige Verkaufszahlen des Apple-Smartphones macht er sich keine Sorgen: Man habe gesehen, dass der PC-Markt auch in den 1990er- und 2000er-Jahren immer wieder mal geschrumpft sei, bevor er dann wieder an Fahrt aufgenommen habe. Das Wichtige seien Innovationen, die Verkaufszahlen dann immer wieder antreiben könnten.

Neuer Apple Store auf den Champs Élysées?

Schließlich erklärt Cook, dass Frankreich für Apple ein sehr wichtiges Land sei: In Frankreich gebe es viel Musiker, Grafiker, Designer und Fotografen, die Apple-Produkte verwenden. In dem Land sei viel kreative Energie zu finden. Auch bestätigt Cook, dass man sich eine Immobilie auf den Champs-Élysées ansehe – ohne bestätigen zu wollen, wofür. Denkbar ist sowohl ein weiterer Pariser Apple Store als auch ein neues Apple-Büro.

Quelle: Le Figaro via MacGeneration