Tim Cook über zukünftige Apple-Produkte und seinen „einsamen“ Job

Florian Matthey
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Tim Cook ist in diesen Tagen sehr redselig: Schon wieder äußert sich der Apple-CEO in einem ausführlichen Interview. Dieses Mal geht es unter anderem um seine eigene Rolle im Unternehmen und zukünftige AI- und VR-Projekte.

Tim Cook über zukünftige Apple-Produkte und seinen „einsamen“ Job

Die Washington Post hat sich mit Tim Cook zu einem ausführlichen Interview zusammen gesetzt. Erst vor einer Woche hatte Fast Company ein Interview mit Cook und seinen Senior Vice Presidents Eddy Cue und Craig Federighi veröffentlicht; wenige Tage später kamen Cue und Federighi noch einmal separat zu Wort. Offenbar möchte Apples Top-Management der Welt in diesen Tagen viel mitteilen – vielleicht auch, weil viele Beobachter eine problematische Zukunft für das Unternehmen prognostizieren; immerhin sind die Umsätze zuletzt erstmals seit 2003 rückläufig gewesen.

Tim Cook muss Kritik an seiner Arbeit ertragen, seit er vor ziemlich genau fünf Jahren die Rolle als CEO übernommen hat – immerhin verglichen viele Beobachter von Anbeginn seine Arbeit mit der seines Vorgängers, Steve Jobs. Cook berichtet in dem Interview, dass er sich mittlerweile ein dickes Fell zugelegt habe – nicht auf die Art, dass ihm die Kritik egal sei, sondern dass er seine Emotionen diesbezüglich besser isolieren könne. Der Job selbst sei aber oft ziemlich „einsam“. Allerdings müsste man mit einem CEO kein Mitleid haben.

Auch wenn viele ihn mit Jobs vergleichen, habe er sich nie als Ersatz für seinen Vorgänger gesehen – Jobs sei unersetzlich gewesen, und er selbst hätte es als „Verrat“ angesehen, seine Rolle so zu verstehen. Als er die Position als CEO übernommen habe, hatte er eigentlich gedacht, dass sich Jobs von seiner Krankheit wieder erholen würde und ihm noch einige Zeit als Vorsitzender des Verwaltungsrates zur Seite stehen würde. Wochen später sei Jobs dann sehr schnell verstorben. Darauf hätte er sich nicht vorbereitet.

Cook musste also ohne den Rat seines Vorgängers weiterarbeiten. In dieser Zeit ist das Unternehmen stark gewachsen und hat sich dementsprechend auch verändert: Im Vergleich zum Jahr 2010 sei das Unternehmen in Sachen Umsatz viermal so groß geworden. Cook habe Entscheidungen wie die Vergrößerung des iPhone-Portfolio getroffen, die rückblickend sehr gut gewesen sei. Mit der Apple Watch sei das Unternehmen in den Bereich der Gesundheitsprodukte eingestiegen. Diesen werde sich Apple weiter ansehen „und schauen, wohin uns das bringt“. Es sei schon viel Vorarbeit für Kerntechnologien geleistet worden.

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Der Apple-CEO kommt auch auf einige andere Themen zu sprechen, die seine persönliche Arbeit und weniger Apples Produkte betreffen: So berichtet er, dass seine Entscheidung, sich als homosexuell zu „outen“, entstanden sei, weil er Post von homosexuellen Jugendlichen bekommen hatte, die Gerüchte über seine Homosexualität gelesen hatten und berichteten, wie schwierig sich ihr Leben gestalte. Auch berichtet Cook, von wem er sich gelegentlich Rat hole: Als er sich im Jahr 2013 vor dem US-Kongress über Apples Steuerpraxis äußern musste, sprach er zuvor mit dem Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein, dem früheren Präsidenten Bill Clinton und Steve Jobs’ Witwe Laurene Powell, die ihn gut kenne und ein „tiefes Verständnis von Apple“ habe.

Zu zukünftigen Produkten äußert sich Cook wie üblich nicht im Detail – verrät aber immerhin, dass künstliche Intelligenz weiterhin eine Rolle spielen werde. Das iPhone solle immer mehr zum persönlichen Assistenten werden; dass Apple Siri für Drittentwickler öffnet, sei ein weiterer Schritt in diese Richtung. Auch in Sachen virtuelle Realität in Verbindung mit Augmented Reality gibt sich Cook ungewöhnlich redselig: Das sei ein Bereich, der „extrem interessant“ und „eine Art Kerntechnologie“ sei. „Also ja, das ist etwas, wo wir hinter diesem erwähnten Vorhang viele Dinge tun.“ Schon vor einiger Zeit hatte Cook erklärt, dass er Virtual Reality „wirklich cool“ finde.

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