Wütender Tim Cook verärgert Anteilseigner: Nachhaltigkeit weiter zentral

Thomas Konrad
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Apple solle die Kosten für Nachhaltigkeitsprojekte offenlegen und sich auf Profit konzentrieren, schlug eine konservative Gruppierung auf Apples Aktionärsversammlung vor. Apple CEO Cook lehnte radikal ab,  riet sogar zum Aktienverkauf.

Wütender Tim Cook verärgert Anteilseigner: Nachhaltigkeit weiter zentral

Ein Vertreter der NCPPR-Gruppe (National Center for Public Policy Research) sorgte auf Apples Aktionärsversammlung am Donnerstag für eine heftige Reaktion seitens Apple CEO Tim Cook. Die als konservativ geltende Gruppe forderte vom Hersteller, Kosten für Nachhaltigkeitspojekte offenzulegen. Darunter fallen beispielweise Investitionen in Solar-Energie. Apple sollte sich nach Meinung der NCPPR-Aktionäre vor allem anderen auf Profite konzentrieren und Projekte in Sachen Nachhaltigkeit nur dann angehen, wenn sie profitabel sind.

Auf eine entsprechende Frage hin sei Tim Cook ungewohnt laut geworden, berichtet The Mac Obsever. Die Weltanschauung der Gruppe könne er nicht teilen: “Wenn wir unsere Geräte für Blinde benutzbar machen, denke ich nicht an das verdammte RoI“, sagte Cook. Unter RoI, kurz für Return on Investment, versteht man die Relation zwischen Investition und Gewinn. Dass Cook alles andere als erfreut war, habe auch seine Körpersprache gezeigt. Zudem habe er seine Sätze nur so herausgefeuert – gewöhnlich gilt Cook eher als kühl.

Wenn Sie wollen, dass ich alles nur im Hinblick auf die RoI-Rate tue, dann sollten Sie ihre Aktien verkaufen“, schlug Cook dem NCPPR-Vertreter schließlich vor.

Ein entsprehender Antrag der NCPPR erhielt lediglich 2,95 Prozent Zustimmung. Der Mensch, so die Grundhaltung der Gruppierung, habe keine Schuld am Klimawandel. Firmen sollten sich daher ausschließlich auf Profite konzentrieren.

Cook übernahm im August 2011 den CEO-Posten. Seither hat er Apple in den Augen einiger Betrachter offener gemacht. Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung sind Themen, die Cook am Herzen zu liegen scheinen. In seinem Büro hängen Bilder von Martin Luther King und Robert Kennedy.

Artikelbild: Getty Images via TUAW.com