Bloodrayne 1-3 - Das große Special zur Uwe Boll-Filmreihe

Robin Schweiger
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Hach, Uwe Boll. Man mag ja von ihm halten was man will, aber fleissig ist der Mann. Allein 2010 hat er vier verschiedene Direct-To-DVD-Filme produziert und gedreht. Er ging dabei einen sehr ungewöhnlichen Weg und drehte drei dieser Filme gleichzeitig an den gleichen Sets.

Bloodrayne 1-3 - Das große Special zur Uwe Boll-Filmreihe



Das KZ-Drama “Auschwitz”, die Komödie “Blubberella” und der Horrorfilm “Bloodrayne: The Third Reich” spielen allesamt in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. So konnte Boll für all diese Filme die gleichen Sets und Schauspieler verwenden und ihm stand ein ungleich höheres Budget zu Verfügung, als wenn er nur einen dieser Filme gemacht hätte.

Zum Release von “Bloodrayne: The Third Reich” schauen wir zurück auf die “Bloodrayne”-Reihe, wieso sie bei den Kritikern durchgefallen ist…und wieso man doch viel Spaß mit ihr haben kann.


Bloodrayne oder: Die Ausnüchterung des Michael Madsen

Mit einem Budget von 25 Millionen Dollar gehört Bloodrayne bis heute zu den teuersten Filmen, die Uwe Boll je gedreht hat. Wohin das Geld gewandert ist, ist schnell zu erkennen: Mit Michael Madsen, Kristanna Loken, Billy Zane, Sir Ben Kinglsey, Michelle Rodriguez und Udo Kier konnte Boll einen sehr ordentlichen Cast versammeln. Genau das sollte ihm aber schnell zum Verhängnis werden, wie er offen in seinen legendären Audiokommentaren zugibt.

Madsen sei ununterbrochen betrunken gewesen und wäre sogar mit geladenen Waffen ans Set gekommen, Michelle Rodriguez hätte es einfach nicht gelernt zu reiten und Billy Zane -den Boll als “kompletten Verbrecher und blödes Arschloch” bezeichnet- wurde prompt von ihm verklagt. Obwohl ein Großteil des Budgets also für die großen Namen draufgegangen ist, scheint sich nur Kristanna Loken einigermaßen zu bemühen, eine akzeptable Leistung zu bringen.

Anders als die beiden Spiele, auf denen das Filmfranchise basiert, spielt “Bloodrayne” im alten Transsylvanien und erzählt eine klassische Vampirgeschichte. Lord Kagan, der mächtigste Vampir auf Erden, vergewaltigte einst eine Menschenfrau, aus der der Dhampir Rayne entstand. Um ihre Mutter zu rächen, macht sie sich viele Jahre später auf die Jagd nach Kagan und muss dafür drei verschiedene Artefakte sammeln. Damit das nicht zu langweilig wird, hat Boll den Splatter-Experten Olaf Ittenbach engagiert. Der lässt das Blut und die Gedärme spritzen, als ob es kein Morgen gäbe.

“Bloodrayne” ist kein guter Film. Das Drehbuch springt ziellos von Location zu Location und bekommt es nicht hin, einen vernünftigen Spannungsbogen zu konstruieren. Der durch die Gegend wankende Michael Madsen, bei dem sich der Schnitt die größte Mühe gibt, die halbgaren Schwünge mit dem Schwert einigermaßen ansehnlich wirken zu lassen, ist da natürlich auch keine Hilfe.

Boll wollte mit “Bloodrayne” eine richtig große Vampirgeschichte erzählen, musste sich dann aber doch damit zufrieden geben, eine bluttriefende Trash-Granate hergestellt zu haben. Wer das weiß, kann mit dem Film großen Spaß haben. Hirn aus, Bier her und ihr könnt mit einigen Freunden zusammen herzlich über den ein oder anderen Darsteller lachen, euch an den ordentlichen CGI- und großartigen Gore-Effekten erfreuen und bekommt nebenbei noch eine halbnackte Kristanna Loken präsentiert. Kein schlechter Deal.

“Bloodrayne” floppte an den amerikanischen Kinokassen so sehr, dass man sich hierzulande gleich dafür entschied, den Film nur auf DVD erscheinen zu lassen und ihn nicht mehr als großes Vampirepos, sondern simplen Trashfilm zu vermarkten. Diese Taktik funktionierte dann so gut, dass sich Boll zwei Jahre später dazu entschied, einen zweiten Teil zu drehen.

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