NVIDIA Tegra 4: Kaum Interesse seitens der Hersteller

Amir Tamannai
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Der Tegra 4 Chipsatz sollte mit beeindruckenden nominellen Leistungswerten die diesjährige Antwort NVIDIAs auf Qualcomms überaus erfolgreiches S4 Pro-SoC werden; nun sieht es allerdings so aus, als ob er schon floppen würde, bevor er überhaupt in einem Gerät auf den Markt kommt: Die Digitimes meldet, dass kaum eine Tablet- oder Smartphone-Hersteller sich für das neue NVIDIA-Kraftwerk interessiert.

NVIDIA Tegra 4: Kaum Interesse seitens der Hersteller

Oh je, NVIDIA! Da haben die Grafikchipexperten ihren mobilen 2013er-Chipsatz Tegra 4 mit so viel Tamtam in Las Vegas angekündigt, haben Performance-Steigerungen von 600 Prozent gegenüber dem Tegra 3 versprochen und sowohl endlich ein integriertes LTE-Softmodem als auch verbesserte HDR-Fototechnik angepriesen — und jetzt liegt das Teil dennoch wie Blei in den Lagerhallen. Das meldet zumindest die berühmt-berüchtigte DigiTimes aus Taiwan.

Deren Bericht zufolge hat bislang einzig Toshiba Interesse am Tegra 4 angemeldet; und die — seien wir ehrlich — gehören nun nicht gerade zur Speerspitze der Android-Tablet-Hersteller. Alle anderen, die nicht wie Samsung auf eigene SoC-Lösungen setzten, bauen dem Vernehmen nach weiterhin auf Qualcomms S4 (oder warten auf die neuen Snapdragon 600- und 800-Chipsätze respektive die günstigen MediaTek-Pendants aus China.

Selbst Unternehmen, die den Tegra 3 seinerzeit mit offenen Armen empfangen haben — allen voran ASUS und Acer — orientieren sich aktuell in Sachen Android-Tablets eher in Richtung preisgünstiger Geräte und haben somit keinen übermäßigen Bedarf an High-End-Chips. Und auch in Sachen Smartphones hat ASUS zuletzt ebenfalls auf Qualcomm gesetzt — und wird dies wohl auch weiterhin tun, während der Tegra 4 zukünftig wohl maximal als Fallback-Lösung dienen wird, so die DigiTimes.

NVIDIA versucht derweil dem Tegra-Namen neuen Schwung zu verpassen, in dem man die Preise für den Tegra 3 senkt, um ihn in Einstiegs-Hardware zu platzieren; ob das allerdings den gewünschten Effekt auf den Tegra 4 haben wird (und ob auch ein günstiger Tegra 3 preislich überhaupt mit der Konkurrenz aus China mithalten kann), bleibt abzuwarten. Vielleicht muss NVIDIA doch schneller als gedacht dazu übergehen, den Tegra 4 eben in eigenen Tablets zu verbauen …

DigiTimes [via Android Authority]

Dieser Artikel ist ursprünglich auf androidnext.de erschienen. androidnext und GIGA ANDROID sind jetzt eins. Mehr erfahren.

Weitere Themen: Tegra 4, CES Las Vegas, Nvidia

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