Das iPad: Eine Erfolgsgeschichte

Flavio Trillo
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“Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Steve ausging, dass alle Welt von einem Tablet-Computer verzaubert würde.” So oder so ähnlich könnte die Geschichte des iPad* in die Annalen eingehen. Kein anderes Apple-Produkt schaffte es in derart kurzer Zeit, einen so großen Einfluss auf Konsumenten und Branche auszuüben. Während wir gespannt auf das iPad 2 warten, ein kurzer Überblick über den Werdegang eines Instant-Klassikers.

Die Erfolgsgeschichte begann am 27. Januar 2010 im Yerba Buena Center in San Francisco. Steve Jobs hielt, nicht ungleich einem gewissen Löwen im bekannten Disney-Film, das jüngste Kind des Unternehmens in die Höhe. Diese Produktpräsentation brachte den Stein ins Rollen, der bis heute für knapp 15 Millionen verkaufte iPads sorgte.

Am 3. April erschien der heiß begehrte Tablet-Rechner nach einiger Verzögerung zunächst nur in den USA. An diesem Tag wechselten 300.000 Geräte den Besitzer. Einen Monat später meldete Apple bereits die erste Million verkaufter iPads. Bis die zweite Million erreicht war vergingen nur wenige Wochen, nach 80 Tagen wurde die 3-Millionen-Marke überschritten. Zu diesem Zeitpunkt war das iPad nur in zehn Ländern weltweit verfügbar.

Erst am 23. Juli 2010 folgten Österreich, Belgien, Hong Kong, Irland, Luxemburg, Mexiko, die Niederlande, Neuseeland und Singapur, später kamen Israel, China, Malaysia, Süd Korea und Indien hinzu. Die Verkaufszahlen des iPad übertreffen jedes andere Apple-Produkt um Längen. So wurde das iPhone in den ersten drei Quartalen seit seiner Veröffentlichung gerade einmal 3,7 Millionen Mal verkauft, von dem eher schwachen Start des iPod ganz zu schweigen.

Die technologischen Lücken des iPad (keine Kamera, kein Flash, kein USB-Port, keine SD-Kartenerweiterungen) verhindern nicht den Durchmarsch des ersten funktionsfähigen und massenhaft verfügbaren Tablet-Computers der Welt.

iPad macht Apple zum Gewinner

Solch grandiose Ergebnisse schlagen sich auch anderswo nieder. Apple schiebt sich an Dell vorbei auf Rang drei der weltweit erfolgreichsten Computer-Hersteller, Foxconn expandiert und investiert, um die Flut der Bestellungen aus Cupertino Herr zu bewältigen. Bei isolierter Betrachtung der Verkaufszahlen mobiler Rechner wurde sogar Platz eins erobert – dank der Einbeziehung der iPad-Werte in die Statistiken.

Auch darf man nicht vergessen, dass mit dem iPad gleich mehreren Märkten neues Leben eingehaucht wurde. Der iPod brachte zusammen mit iTunes die MP3-Industrie kräftig in Schwung und das iPhone ließ Smartphones nicht nur für Business-Kunden interessant werden. Das iPad verheißt eine mögliche Rettung der Print-Branche vor dem scheinbar unvermeidlichen Tod durch digitale Erschöpfung.

Die Zukunft des Medien-Konsums

Digital Publishing wird sich nicht zuletzt dank immer beliebterer Geräte mit ausreichend großen Displays bewähren. Auch wenn die Zahlen zunächst nicht sonderlich hoffnungsvoll aussahen, ist spätestens seit Rupert Murdochs iPad-Magazin The Daily klar, dass mit dem iPad ein brandneuer Markt erfolgreich erschlossen werden kann. Das Engagement des Medien-Moguls wird begleitet von mehreren Verlegern, die eine digitale Alternative zu ihren Print-Publikationen anbieten möchten oder ebenfalls Magazine ausschließlich für das iPad konzipieren.

Hierzu schaffte Apple eigens eine Abonnement-Funktion für iTunes, die das automatische Beziehen regelmäßiger Aktualisierungen erlaubt. An eben dieser Funktion reiben sich jetzt die Verleger, denn durch Apples Richtlinien zu In-App-Käufen sehen sie sich bei der Wahl ihrer Vertriebskanäle in ungewohnter Weise eingeschränkt. Auch die Wettbewerbshüter in verschiedenen Teilen der Welt sind auf den Plan gerufen, das Geschäftsmodell aus Cupertino einer genauen Prüfung zu unterziehen.

Im Alltag angekommen

Derweil bleibt das iPad erfolgreich an den unterschiedlichsten Einsatzorten. Schulen erkennen das Potential des Geräts ebenso wie Piloten und Künstler. Sogar der deutsche Bundestag scheint mit der Mehrzahl seiner Mitglieder dem Tablet-Fieber verfallen. Verschiedene Patentanträge lassen an immer neue Möglichkeiten denken, sich das iPad zunutze zu machen. Der Konkurrenz ist diese Entwicklung beileibe nicht verborgen geblieben und sie rüstet sich für einen erbitterten Kampf um kostbare Marktanteile. Samsung Galaxy Tab, Dell Streak, HP Slate und BlackBerry PlayBook trachten Apple nach den Prozenten, bislang mit mäßigem Erfolg.

Ein iPad 2, wie Apple es mit hoher Wahrscheinlichkeit am kommenden Mittwoch vorstellt, wird an diesem Werdegang gemessen werden. Es wäre nicht die Art des Unternehmens aus Cupertino, sich auf den Lorbeeren des Vorgängers auszuruhen. Statt dessen darf mit vielen Superlativen und großem Getöse gerechnet werden, wenn es wieder einmal heißt: “Ladies and gentlemen, we have something really special for you today”.

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