Galaxy Nexus: Erhält kein offizielles Update auf Android 4.4

Lukas Funk
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Als Google am gestrigen Abend endlich das Nexus 5 und die dazugehörige Android-Version 4.4 KitKat vorstellte, verkehrte sich die Vorfreude einiger Leser ganz schnell ins Gegenteil: Das Samsung Galaxy Nexus, sozusagen der Großvater des Nexus 5, wird kein offizielles Update mehr erhalten. Wir erörtern die Gründe.

Galaxy Nexus: Erhält kein offizielles Update auf Android 4.4

Ursprünglich als Entwicklermodelle mit einer reinen Android-Version konzipiert, erfreuen sich Smartphones und Tablets der Nexus-Reihe inzwischen auch allgemeiner Beliebtheit. Dies dürfte maßgeblich damit zu tun haben, dass aktuelle Geräte wie das Nexus 7 (2013) und nun auch das Nexus 5 Oberklasse-Hardware zum Mittelklassepreis bieten. Aber auch die schnellen Update-Zyklen werden den einen oder anderen ehemaligen Kunden von HTC, Samsung und Co. von einem Nexus überzeugt haben.

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Umso frustrierender kann es dann sein, wenn auch ein Nexus sein EOL (End-Of-Life, also das Ende von Produktion und Support) erreicht. So geschehen jüngst mit dem Galaxy Nexus, dem Vor-Vorgängermodell des Nexus 5 aus der Fertigung von Samsung. Dieser Frust ist zwar verständlich, doch gibt es durchaus Gründe für den nun eingestellten Support durch Google. Zunächst einmal war das Galaxy Nexus (Test) — ganz im Gegensatz zu neueren Nexus-Modellen — schon bei seinem Erscheinen hinsichtlich der Hardware veraltet: Der Dual Core-Prozessor taktet mit lediglich 1,2 GHz und fällt damit in eine Klasse mit dem mehrere Monate zuvor erschienenen Samsung Galaxy S2.

Nun könnte man argumentieren, dass gerade Android 4.4 laut Google auch für schwächere Hardware geeignet ist und dass das Galaxy Nexus mit 1 GB doppelt so viel RAM besitzt wie die Mindestanforderung von 512 MB — doch muss man außerdem beachten, dass Hardware mit der Zeit erodiert. Zuletzt zu sehen war dies beim Nexus 7 (2012), das gut ein Jahr nach seiner Vorstellung mit massiven Leistungseinbrüchen zu kämpfen hatte. Verantwortlich dafür waren wahrscheinlich die billigen Speichermodule, die schneller als gewöhnlich an Qualität verloren.

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Der wohl entscheidendste Grund dafür, dass Android 4.4 nicht mehr für das Galaxy Nexus entwickelt werden wird, dürfte aber schlicht sein, dass Chiphersteller Texas Instruments, Lieferant des OMAP 4460-SoC des Smartphones, sich aus dem Geschäft zurückgezogen hat. Android 4.4 ist stärker als bisherige Versionen von der zugrundeliegenden Hardware abhängig — die Sprachsuche kann man etwa nur auf Geräten mit Snapdragon 800 vom Homescreen aus starten. Und so wäre es schwer oder gar unmöglich, KitKat ohne Zusammenarbeit mit dem Chiphersteller in zufriedenstellender Weise auf dem Galaxy Nexus lauffähig zu machen.

Ganz leer werden Galaxy Nexus-User aber sicher nicht ausgehen: Die Android-Community ist schließlich dafür bekannt, neue Software-Versionen auch auf ältere Hardware zu portieren und in Form von Custom ROMs verfügbar zu machen. Und so wird es sicherlich nicht lange dauern, bis sich Paranoid Android, AOKP und Konsorten des Quellcodes von Android 4.4 annehmen und KitKat auf den ersten Galaxy Nexus landet.

Quelle: Google [via Droid-Life]

Weitere Themen: Samsung Galaxy Nexus GT-I9250 Handbuch, Google

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