Android 2.3: "Gingerbread" und Nexus S offiziell vorgestellt [2. Update]

Frank Ritter

Die Gerüchte haben sich als wahr herausgestellt: Google hat soeben Android 2.3 “Gingerbread” und das zusammen mit Samsung entwickelte Flaggschiff-Smartphone Nexus S vorgestellt. Das Gerät wird ab 16. Dezember käuflich zu erwerben sein, Nexus One-Besitzer bekommen ab sofort das OTA-Update auf Gingerbread.

Android 2.3: "Gingerbread" und Nexus S offiziell vorgestellt [2. Update]

Android 2.3 “Gingerbread”: Neue Oberfläche, keine Überraschungen

Auf den ersten Blick sind die neuen Funktionen in Android 2.3 “Gingerbread” bei weitem nicht so revolutionär wie die beim Update auf Android 2.2 “Froyo”. Es handelt sich im einzelnen um:

  • NFC (Near Field Communication): Ein Chip im Gerät, der verschlüsselte Verbindungen mit so genannten “Smart Tags” aufnehmen kann. Kleine physische Hotspots, die lokal relevante Informationen zu NFC-fähigen Geräten übertragen. Konkret ist etwa denkbar, dass ein Smart Tag in ein Werbeposter für einen neuen Kinofilm integriert ist. Hält der Nutzer sein Handy in unmittelbare Nähe des Posters (wenige Zentimeter), wird ihm automatisch vorgeschlagen, dass die YouTube-Anwendung den Filmtrailer aufruft.
  • Neue Tastatur, besseres Copy&Paste: Das Software-Keyboard wurde überarbeitet. Es besitzt jetzt größere Tasten, die besser voneinander abgegrenzt sind. Eine verbesserte Funktion zur Worterkennung lernt automatisch von den Eingaben des Nutzers und schlägt ihm häufig verwendete Wörter vor.
    Zudem ist es jetzt einfacher möglich, Text per Multitouch-Geste zu markieren, zu kopieren und in eine andere App einzufügen.
  • Aktualisierte Benutzeroberfläche: Android 2.3 Gingerbread orientiert sich optisch stark an Samsungs TouchWiz-Oberfläche und wartet etwa mit neuen Symbolen auf. Des weiteren ist die Notification Bar jetzt dunkel.
  • VoIP & SIP-Unterstützung: Gingerbread besitzt einen integrierten SIP-Stack. Das bedeutet, dass man zukünftig nicht mehr nur über die oftmals teuren Mobilnetze, sondern auch über Voice-over-IP-Dienste telefonieren kann.

Das Gerücht einer integrierten Videochat-Funktion auf Basis des Google Talk-Protokolls hat sich nicht bewahrheitet. Die Funktionen WLAN-Hotspot und Sprachsteuerung, mit denen das Nexus S intensiv beworben wird, sind bereits unter Android 2.2 “Froyo” verfügbar.

Besitzer eines Nexus One können sich freuen: Das OTA-Update auf Android 2.3 “Gingerbread” wird für sie ab sofort ausgerollt.

Immerhin besitzt Gingerbread nun ein verbessertes Energiemanagement. So werden Apps, die das Gerät daran hindern, in den Standby-Modus zu fallen, schlimmstenfalls zwangsbeendet. Eine sinnvolle Maßnahme vom Android-Entwicklungsteam, denn Amok laufende Apps sind der Hauptgrund für schlechte Akku-Performance. In der Benutzeroberfläche befinden sich nun eine leichter zugängliche Anwendungsverwaltung und ein besserer Download-Manager. Die Kamera-App kann jetzt auch auf eine eventuelle Frontkamera zugreifen. Des weiteren hat Google bereits das SDK (Software Development Kit) für Android 2.3 “Gingerbread” veröffentlicht.

Offenbar gibt es doch einige bemerkenswerte Verbesserungen in Android 2.3 “unter der Haube”. So wurde der Garbage Collector der Dalvik VM verbessert sowie die allgemeine Performance der Oberfläche. Neue APIs erlauben auch das direkte Ansteuern einer Front-Kamera, was es Skype, Yahoo, Tango und anderen IM-Herstellern erleichtern wird, hoffentlich bald eine vernünftige Video-Chat-App zu produzieren. Zudem gibt es bessere Multimedia-Kontrollen wie etwa einen systemweiten Equalizer. Google will es Spiele-Entwicklern erleichtern, Games für Android zu produzieren. Ein Video stellt alle technischen Neuerungen in Android 2.3 dar

Nexus S – Das neue Google Phone ist ein minimal verbessertes Galaxy S

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Das Nexus S wird über eine neue Produktseite bei Google beworben. Enttäuschderweise handelt es sich beim Nexus S “nur” um ein in Details verbessertes Samsung Galaxy S mit runderen Formen, NFC-Chip, Kamerablitz und 16 GB internem Speicher. Allerdings besagt das Datenblatt nichts zu einem MicroSD-Slot. Die Gerüchte um HSPA+ oder eine Doppelkern-CPU haben sich somit nicht bestätigt. Die wichtigsten Spezifikationen:

  • Alle relevanten Kommunikationsprotokolle (QuadBand-GSM, HSPA, A-GPS, WLAN-n)
  • 4-Zoll SuperAMOLED-Display
  • Maße: 63mm x 123,9mm x 10.88mm (zum Vergleich das Galaxy S: 64mm x 122mm × 9,9mm)
  • Gewicht: 129g (Galaxy S: 119g)
  • 1500 mAh-Akku

Weitere Details bei Google.

Google hat bereits ein Werbevideo für das Nexus S und Gingerbread bei YouTube gepostet:

Ob Google und Samsung bei der Entwicklung die Achillesversen des Galaxy S beseitigt haben – das schlechte GPS und das unperformante RFS-Dateisystem – wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen, obwohl es darauf Hinweise gibt. Dass die Hacking-Community bei der nahen Verwandschaft von Nexus S und Galaxy S wahrscheinlich innerhalb von wenigen Tagen Gingerbread auf das SGS portiert, kann man aber als sicher annehmen.

Ab 16. Dezember ist das Nexus S zum Preis von 529 US-$ in den USA verfügbar. Wir halten euch über den Deutschland-Start auf dem Laufenden.

Weitere Themen: android gingerbread, Update, Android, Samsung Nexus S, Samsung Galaxy Nexus GT-I9250 Handbuch

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