Subtiler Marketing-Trick: Das personifizierte iPhone

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Apples Marketing-Abteilung versucht uns seit langem mit subtilen Mitteln vorzuspielen, beim iPhone, iPad und iPod handele es sich um echte Personen. Ein einfacher und fast unsichtbarer Trick sorgt dafür, dass wir den Geräten aus Cupertino nahezu menschliche Eigenschaften und Fähigkeiten zusprechen. Statt von “dem iPhone” sprechen Steve und Co. häufig nur von “iPhone”. Doch wird diese Strategie nicht immer konsequent durchgehalten.

Pascal-Emmanuel Gobry beschreibt diese List in einem Artikel des Business Insider und zeigt sich gleichzeitig genervt und bewundernd. Einerseits habe es etwas befremdliches, wenn ein riesiges Unternehmen seine Produkte wie Personen behandelt. Hinzu komme die grammatikalisch unsaubere Ausdrucksweise, die daraus resultiert. Man müsse jedoch die gewitzten Strategen bewundern, die hinter einer solchen Idee stecken.

Keynote-Ansprachen von Steve Jobs, aber auch die Beschreibungen der Produkte auf Apples englischsprachigen Webseiten sind angefüllt mit Sätzen wie “iPhone has…”, “iPhone introduces…” oder “iPad makes…”. Streng genommen ist das Weglassen des Artikels nicht korrekt, außer man spricht von nicht zählbaren Substantiven (Geld, Wasser, etc.) oder einer namentlich benannten Person. Das gilt übrigens für die englische ebenso wie für die deutsche Sprache. Apple schafft es also, Zuhörern und Lesern zu suggerieren, dass nicht ein unbelebtes Objekt, sondern ein lebendiges Wesen beschrieben wird.

Mithilfe dieses psychologischen Tricks fühlen sich die Kunden stärker an die Produkte gebunden, denn statt einer vornehmlich rationalen, treffen sie beim Kauf möglicherweise eine überwiegend emotionale Entscheidung. Letztere sind bekanntermaßen leichter zu beeinflussen und das Ergebnis lässt sich alle Jahre wieder beim Verkaufsstart eines Apple-Produkts vor den Filialen begutachten.

Allerdings gibt es offenbar ein paar Löcher in dieser cleveren Werbestrategie. Einige Werbevideos etwa zeigen Philip Schiller und Jonathan Ive, wie sie über verschiedene Produkte unter Verwendung der entsprechenden Artikel sprechen. Dort heißt es korrekt “the iPad” oder “the iPhone”. Ebenso verhält es sich mit der deutschsprachigen sowie der französischen Webpräsenz des Unternehmens. Auch hier ist stets von “dem iPad” oder “l’iPhone 4″ zu lesen. In Italien dagegen scheint man das Konzept verinnerlicht zu haben und lässt die Artikel ebenfalls weg.

Apple ist mit dieser Idee nicht allein auf weiter Flur. Auch bei der Lektüre der Beschreibung des neuen Google Nexus S fällt auf, dass “Nexus S ist…” und “Nexus S kann…”. Viele andere Hersteller, wie Nokia, Sony Ericsson oder Microsoft verzichten dagegen auf die Personifizierung ihrer Produkte.

Weitere Themen: iPhone, Samsung Galaxy Nexus GT-I9250 Handbuch

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