Galaxy Nexus unlocken und rooten - so geht's (Anleitung)

Christopher Göbel
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Das Galaxy Nexus ist ein offizielles “Google Experience”-Gerät – dementsprechend erhält man Software-Updates immer als Erster. Das Argument, zu rooten, um in den Genuss der jeweils aktuellsten Android-Version zu kommen, fällt also weg. Trotzdem bietet ein Root-Zugang natürlich viele Vorteile, und deshalb möchte ich euch an dieser Stelle vorstellen, wie ihr diesen erhaltet.

Galaxy Nexus unlocken und rooten - so geht's (Anleitung)

Bevor ihr aber überhaupt rooten könnt, müsst ihr euer Galaxy Nexus erstmal unlocken. Es gab Berichte darüber, dass die Geräte, die bei Media Markt beziehungsweise Saturn verkauft wurden, schon direkt mit einem ungelockten Bootloader auf den Markt gekommen sind – in dem Fall kann man sich das Unlocken natürlich sparen. Mein privates Gerät hatte übrigens, obwohl bei MediaMarkt gekauft, einen gesperrten Bootloader. Ob euer Galaxy Nexus einen gesperrten oder einen geöffneten Bootloader hat, seht ihr daran, ob beim Booten unter dem Google-Logo ein halboffenes Schloss auftaucht oder nicht. Wenn dieses nämlich erscheint, ist der Bootloader bereits ungelockt. Da dies aber in den meisten Fällen nicht so ist, müsst ihr das Galaxy Nexus erst mal unlocken.

Bevor wir anfangen, gibt es hier noch ein paar kurze (rechtliche) Hinweise:

Achtung! Durch das Rooten eines Gerätes erlischt in der Regel der Garantieanspruch. Durch unsachgemäße Handhabung kann das Gerät zu Schaden kommen. Wer sich unsicher ist, sollte lieber einen erfahrenen Nutzer zu Rate ziehen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir in keiner Weise für Schäden am Gerät verantwortlich sind. Ihr handelt also auf eigene Gefahr.
  • So, los geht's: Installiert zuerst die Adb/Fastboot-Treiber für das Galaxy Nexus. Dies geschieht am einfachsten mit dem Programm PdaNet, da die originalen Samsung-Treiber Probleme bereiten. Das Programm steht in einer 32-Bit-Variante und einer 64-Bit-Version zum Download bereit; um es zu installieren folgt einfach den Anweisungen und wählt Samsung als euren Gerätehersteller aus, sofern danach gefragt wird.
  • Wenn die Treiber richtig installiert wurden, bringt ihr euer Nexus in den Bootloader-Modus (siehe Bild oben). Dazu drückt ihr beide Volume-Tasten und den Power-Button gleichzeitig etwas länger.
  • Verbindet euer Galaxy Nexus mit dem PC via USB. Ihr könnt nun nochmal einen kleinen Check machen: Wenn die Treiber richtig installiert wurden, müsste der PC euer Smartphone erkennen.
  • Ladet euch die “r3-galaxynexus-superboot.zip“-Datei herunter und entpackt diese in einen beliebigen Ordner.
  • Navigiert per Eingabeaufforderung (CMD) in den Ordner, wo die .zip-Datei entpackt wurde. (In der CMD navigiert ihr mit dem Befehl “cd”; dementsprechend könnte hier euer Befehl beispielsweise “cd C:\(Benutzername)\r3-galaxynexus-superboot” aussehen)
  • Gibt nun folgenden Befehl ein (Achtung: Nun werden alle Daten von eurem Telefon gelöscht)
  • Für Windows: fastboot-windows oem unlock
  • Für Linux: fastboot-linux oem unlock
  • Für Mac: fastboot-mac oem unlock
  • Folgt nun den Anweisungen, die auf dem Display des Galaxy Nexus gezeigt werden

Nun ist euer Galaxy Nexus “unlocked” und sollte neustarten. Wenn ihr alles richtig gemacht habt, seht ihr nun dieses halboffene Schloss unter dem Google-Logo beim Booten. Wenn euer Modell aber bereits zuvor “unlocked” war, überspringt einfach diese Schritte und fangt hier an:

  • Führt die “install_superboot.bat”-Datei an eurem PC aus. (Diese liegt im gleichen Ordner, wo ihr die “r3-galaxynexus-superboot.zip”-Datei entpackt habt.)
  • Bringt euer Galaxy Nexus – wie oben beschrieben – wieder in den Fastboot-Modus
  • “install_superboot.bat” mit der Return-Taste bestätigen
  • Glückwunsch! Nach dem Booten ist euer Galaxy Nexus gerootet

Damit ihr dann aber auch wirklich in den vollen Root-Genuss kommt, installiert am Besten noch die ClockworkMod-Recovery; diese erlaubt es beispielsweise, ein komplettes Backup des aktuellen Systems zu machen und Custom-ROMs zu flashen. Auch hierfür könnte ich wieder eine ausführliche Anleitung schreiben – aber das Ganze geht auch viel einfacher: Installiert euch aus dem Market die App “ROM Manager“, startet diese und klickt oben auf “ClockworkMod Recovery installieren” – dann wird alles vollautomatisch für euch erledigt.

Und da ihr dann ja auch endgültig die Freiheit des Android-OS spüren könnt, möchte ich euch zum Ende hin noch meine aktuelle ROM-Empfehlung abgeben: Ich persönlich halte momentan die “Android Open Kang Project”-ROM für die beste Custom-ROM für das aktuelle Google-Flaggschiff. Dieses befindet sich mittlerweile in der Build 13, läuft super flüssig und legt einige nützliche Funktionen über das Stock-Ice Cream Sandwich. So halte ich alleine schon oben das Energiesteuerungsmenü (man kann aber frei einstellen, wie und ob dieses erscheinen soll) für einen “Flash”-Grund; aber auch die ganzen anderen vielen Funktionen, die die ROM mitbringt, will ich nicht mehr missen (beispielsweise die Tastenbelegung “Back – Home – Search; Multitasking ist per längerem Klick auf den Home-Button zu erreichen). Im Folgenden habe ich noch ein paar Screenshots des Android Open Kang Projects.


Falls ihr dieses ROM flashen wollt, erstellt vorher mithilfe des ROM Managers ein volles Backup eures momentanen (Stock-)ROMs, sichert die Apps mit Titanium Backup, und flasht dann die unten zum Download stehende .zip-Datei des Android Open Kang Project-ROMs. Aber auch sonst gibt es bereits einige andere gute Custom ROMs für das aktuelle Google-Smartphone und auch die CyanogenMod 9 kommt ja bald schon als “richtige” ROM – Modder (wie ich) werden also auf jede Fälle mit dem Galaxy Nexus glücklich.

Download: Android Open Kang Project Build 13 | Android Open Kang Project Milestone 1 (ausgereift und bugfrei, dafür schon etwas älter)

Weitere Themen: Samsung Galaxy Nexus GT-I9250 Handbuch, Google

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