Honor 8 Pro im Test: Das iPhone, das Apple nie gebaut hat

Tuan Le
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Honor hat sich als Untermarke von Huawei in den letzten Jahren immer mehr von einem Nischenanbieter zu einem Hersteller echter Preis-Leistungs-Kracher für die breite Masse gemausert. Das Honor 8 Pro (außerhalb Europas als Honor V9 bekannt) ist der erste Versuch in die preisliche Oberklasse vorzudringen und mit einem wunderschönen Design zu überzeugen. In einer Hinsicht enttäuschte uns das Honor 8 Pro allerdings überraschend.

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Huawei 8 Pro (Honor V9): Vorstellungstrailer

Kurz gefasst: Das Honor 8 Pro ist hervorragend verarbeitet und zieht mit seinem schicken Design alle Blicke auf sich. Zudem liefert es in Sachen Performance und Kamera eine gute Leistung ab. Vermissen könnte man lediglich Wireless Charging sowie eine IP-Zertifizierung. Trotz einer Akkukapazität von 4.000 mAh kann das Smartphone außerdem überraschenderweise keine außergewöhnlichen Akkulaufzeiten vorweisen. Ob der Preis von 549 Euro in Anbetracht der starken Konkurrenz in Form von OnePlus und Co. gerechtfertigt ist, ist ebenfalls diskutabel.

Pro

  • Edles, schlankes Design
  • Starke Performance
  • Gute Dual-Kamera, vor allem in Schwarz-Weiß
  • Dual-SIM (alternativ microSD)
Kontra

  • EMUI 5.1 noch im Detail verbesserungswürdig
  • Frontglas zerkratzt sehr schnell
  • Preis etwas zu hoch

Honor 8 Pro: Technische Daten im Überblick

Display 5,7 Zoll, 2.560 x 1.440 Pixel (515 ppi)
Prozessor Kirin 960, Octa Core, 2,4 + 1,8 GHz
GPU Mali-G71 MP8
Arbeitsspeicher 6 GB RAM
Interner Speicher 64, um bis zu 256 GB per microSD-Karte erweiterbar
Hauptkamera Dual-Kamera, 12 MP + 12 MP, f/2.2
Frontkamera 8 MP, f/2.0
Software Android 7.0 Nougat, EMUI 5
Akku 4.000 mAh
Farben Gold, Schwarz, Blau
Maße 157 x 77,5 x 7 mm
Gewicht 184 Gramm
Sonstiges Fingerabdruckscanner, USB Typ C, Dual-SIM-Funktion, IR-Blaster, Benachrichtigungs-LED

Lieferumfang des Honor 8 Pro

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Das Honor 8 Pro kommt in einer kleinen dunkelblauen Schachtel, die einen wertigen Eindruck vermittelt. Im Inneren befindet sich aber nichts Außergewöhnliches: Neben dem Smartphone, einer SIM-Nadel und dem USB-Kabel inklusive Ladeadapter ist noch eine VR-Brille aus Pappe enthalten. Diese muss sich der Nutzer allerdings mit zwei beigelegten Linsen selbst zusammensetzen – eher ein fummeliges Unterfangen. Da hätten wir uns über ein Paar Kopfhörer, die im Lieferumfang fehlen, mehr gefreut.

Design des Honor 8 Pro: Don’t call it iPhone

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Zugegeben, das Honor 8 Pro ist sicherlich nicht das erste Gerät, das sich offensichtlich vom iPhone hat inspirieren lassen. Mit dem abgerundeten Aluminium-Gehäuse, auf dem sich die Antennenstreifen hell absetzen, ist die Ähnlichkeit zu Apples iPhone 6 aber nicht nur eine heimliche Hommage, sondern schon fast eher freche Provokation in Richtung Cupertino. Tatsächlich hat aber nicht Apple, sondern HTC dieses Antennendesign eingeführt – was natürlich nichts am allgemeinen Umstand ändert, dass Honor hier keine ungemein originelle Vorstellung abliefert. Das Design der Dual-Kamera erinnert wiederum an das iPhone 7 Plus, hat diesem aber eine flachere Bauweise ganz ohne Kamera-Buckel voraus.

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Den Nutzer sollen etwaige fremd inspirierte Design-Elemente letzten Endes natürlich nicht stören: Für sich genommen ist das Honor 8 Pro ein wunderschönes Gerät, das außerordentlich wertig in der Hand liegt. Den Vorwurf, nur eine billige China-Kopie eines iPhones in den Händen zu halten, muss sich kein Honor-8-Pro-Besitzer gefallen lassen. Mit einem 5,7-Zoll-Display und relativ breitem Rahmen ist es allerdings ein wenig unhandlich und anders als das Honor 8 kaum noch mit einer Hand zu bedienen.

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Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben, man hat durch und durch das Gefühl ein sorgsam verarbeitetes High-End-Smartphone in den Händen zu halten. Viel mehr noch: Gewissermaßen hat Honor die schönsten Details bestehender Designs genommen und sie in einem einzigen Gerät vereint, was ja dann doch irgendwie als innovativ bezeichnet werden kann.

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Einziger Kritikpunkt und Meckern auf hohem Niveau: Das Displayglas ist nicht ganz plan mit dem Aluminium-Gehäuse verbaut, sondern wird durch einen sehr schmalen Kunststoffrahmen getrennt. Im Grunde genommen fällt dies optisch kaum auf, lässt das Honor 8 Pro aber im direkten Vergleich mit einem iPhone haptisch etwas weniger edel wirken. Immerhin: Bei einem Sturz könnte der Kunststoffrand des Honor 8 Pro dabei helfen, das Glas vor einem Bruch zu bewahren.

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Apropos Glas: Wem Displaykratzer großes Unbehagen bereiten, der sollte unbedingt schleunigst eine Schutzfolie auf dem Glas anbringen. Selbst bei sorgsamer Aufbewahrung in der Hosentasche ohne andere Gegenstände oder Staub zerkratzte das Gorilla Glas 3 schon nach wenigen Tagen, was aber im Prinzip nur auffällt, wenn man mit Argusaugen danach sucht. Im Vergleich zu anderen von uns ohne Schutzfolie getesteten Geräten scheint das Honor 8 Pro aber deutlich sensibler zu sein. Positiv fiel das Gehäuse auf, das während unseres Tests in der mattschwarzen Ausführung keinerlei Lackabplatzer erlitt.

Weitere Themen: Honor: Huaweis Ableger für „Digital Natives“

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