HTC Desire: Laue Ausreden statt Gingerbread [Kommentar] [Update]

Daniel Kuhn
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Auf dem MWC im Februar hat HTC noch angekündigt, dass die gesamte Desire-Familie mit dem Update auf Android 2.3 versorgt wird. Gestern allerdings ließ HTC auf der britischen Facebook-Seite die Bombe platzen: Das Ur-Desire werde doch kein Update auf „Gingerbread“ bekommen. Angeblicher Grund: Der zu geringe Speicher des Kult-Androiden.

HTC Desire: Laue Ausreden statt Gingerbread [Kommentar] [Update]

So schnell kann es manchmal gehen: Kaum bin ich mit dem Kommentar fertig, da rudert HTC auf der Facebook-Seite auch schon wieder zurück. Angeblich wurde voreilig die Aussage des Entwicklerteams weiter gegeben. Oder lag es vielleicht doch an dem „Shitstorm“, der über die sozialen Kanäle des Herstellers hinweggefegt ist? Letztendlich ist es aber egal woran es wirklich lag, denn das Desire wird nun doch das Gingerbread Update erhalten – nur wann, hat HTC nicht gesagt.

Nach der Ankündigung auf dem MWC, dass die gesamte Desire-Familie auf Android 2.3 aktualisiert werden soll und dem Update für das Desire HD, wären Desire Z und das Ur-Desire als nächstes an der Reihe. Dementsprechend unruhig warteten viele Besitzer des beliebten Smartphones auf die Meldung, dass das Update ausgerollt endlich wird. Die Facebook-Meldung von HTC wirkt in Anbetracht dessen wie eine kalte Dusche für alle sehnsüchtig wartenden Besitzer.

Dieser geringe Speicher ist in der Tat von Anfang an einer der größten Kritikpunkte am Desire gewesen und im Endeffekt auch der Grund, warum ich mich, obwohl ich mit dem Gerät immer sehr zufrieden war, von ihm trennen musste. Aus der Facebook-Meldung geht allerdings nicht hervor, ob das Problem in diesem Fall die 512 MB ROM, die 576 MB RAM oder sogar beide sind.

Das Nexus One zum Beispiel verfügt über die gleiche ROM Speichermenge wie das Desire und sogar etwas weniger RAM und läuft trotzdem mit Gingerbread. Natürlich kommt das Google-Phone ohne die Sense-Oberfläche aus, auf die HTC sicherlich nicht verzichten möchte, aber es sollte doch eigentlich möglich sein, zumindest eine abgespeckte Sense-Version zu servieren.

Wir wollen HTC nichts unterstellen, aber es wirkt schon ein bisschen, als würden sich die Entwickler nicht besonders viel Mühe gegeben — oder andere Prioritäten setzen als Software-Updates für Altgeräte. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass es im XDA-Developers-Forum durchaus viele Custom-ROMs gibt, die bereits bewiesen haben, dass das Desire auch mit Gingerbread und Sense-Oberfläche sehr gut läuft. Das folgende Video des CoolKingdom ROMs zeigt wie schön flüssig sogar die aktuellste Sense-Version 3.0 auf dem Desire laufen kann.

Besonders schade wird die Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass das einstige Flaggschiff nach nicht mal 18 Monaten Lebensdauer auf das Abstellgleis geschoben wird. Auch wenn HTCs Updatepolitik sonst wenig Grund zum Tadeln ließ, schmälert das die Hoffnung für zukünftige Updates bei anderen HTC-Androiden.

Immerhin kann das HTC Desire als Modell ohne Bootloader-Verschlüsselung mit wenig Aufwand Custom ROMs ausführen. Wir raten allen enttäuschten Nutzern, die auf Gingerbread nicht verzichten wollen, das Desire zu rooten und ein Custom ROM zu installieren.

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