MIUI/Miren: Der China-Browser im Test

Frank Ritter

Aus der chinesischen Custom ROM MIUI, die besonders auf dem HTC Desire und dem Nexus One beliebt sind, stammt der MIUI Browser. Nun ist der beliebte Browser auch separat verfügbar, besitzt eine deutsche Sprachversion und nennt sich hernach Miren Browser.
Wir werfen einen Blick auf die fast fertige kostenlose Testversion, die mit einem coolen Vollbildmodus, automatischer Verringerung der Datenübertragung im mobilen Internet und einem praktischem Screen Lock für Bettdeckensurfer glänzt.

MIUI/Miren: Der China-Browser im Test

Schön ist sie ja schon, die große Browserwahl, die man unter Android hat. Ob man sich nun das Addon-Monster Dolphin HD, den flinken und bandbreitenschonenenden Opera Mobile, den Flash Video ausliefernden Skyfire Browser oder den soliden Standard-Browser verwendet – für jedes Geschmäckle ist ein Browser verfügbar im Android Market. Wozu braucht man da einen weiteren?

Um es vorwegzunehmen: Der Miren Browser ist hübsch, minimalistisch und hat viele gute Ideen. Hier die wichtigsten Fakten im Einzelnen:

Miren Browser: Die Benutzeroberfläche

Die eigentliche Oberfläche des Miren Browsers ist in einem zarten Blauton gehalten – im Gegensatz zum giftigen Grün in Dolphin HD oder dem aggressiven Rot von Opera eine angenehmere farbliche Grundstimmung. Aber Farben sind Schall und Rauch – auf die Benutzeroberfläche kommt es an.

Tabs befinden sich am oberen Rand und werden schmal dargestellt. Man muss hochscrollen, um die Tabs einzublenden, ansonsten sind sie nicht sichtbar – gut gelöst. Leider wird in den Tabs kein Favicon dargestellt und die Seitentitel werden abrupt abgebrochen (also “androidne” statt “androidn…”), was der Übersichtlichkeit abträglich ist. Besser als der Standardbrowser ist das jedoch trotzdem, zumal man eine beliebige Zahl an Tabs öffnen kann.

miren browser ui

Stärke des Miren Browsers ist der Vollbildmodus. So wird eine Webseite unter Ausnutzung der gesamten Displayfläche dargestellt, selbst die Benachrichtigungsleiste von Android wird ausgeblendet. Entsprechend finden sich auch die Standard-Bedienelemente “Zurück” und “Vor” sowie eine Ein- bzw. Ausblenden von Tableiste und Adresse nicht am oberen Rand des Displays, sondern als transparente Schaltflächen auf der Unterseite. Selbst bei einer Auflösung von 800×480 in der Android-Oberklasse ist jeder verschenkte Pixel ein Pixel zuviel; die optimale Ausnutzung des vorhandenen Platzes durch den Miren Browser ist ein großer Vorteil.

Miren Browser: Die Funktionen

In Sachen Performance und Speicherverbrauch schlägt sich der Miren Browser wacker. Zwar dauert der Start etwas länger, aber in puncto Seitenaufbau (gefühlt) und Speicherverbrauch ist kein signifikanter Unterschied feststellbar.

Flash funktioniert, genau wie Pinch-to-Zoom und die Anpassung der Artikelbreite per Doppeltab – alle Standards eines Smartphone-Browsers erfüllt Miren mit Bravour.

Lesezeichen synchronisiert die App selbsttätig mit dem Standardbrowser – vorbildlich! Miren beschleunigt Surftouren im Netz deutlich und drückt die Kosten für die Datenübertragung, indem die App das Laden von Bildern unterbindet bzw. einen Bandbreiten-Sparmodus aktiviert. Positiv ist zudem, dass man beide “Sparmodi” auch automatisch aktivieren lassen kann, sobald man sich vom heimeligen WLAN in das rauhe Meer der mobilen Datenverbindung begibt.

miren-screen-lock

Eine nützliche Funktion von Miren ist der Screen Lock. Dreht man den Bildschirm, kann man über eine Schaltfläche in der Mitte des Bildschirms diesen “abschließen”. Fortan dreht sich der Browser nicht mehr automatisch mit der Ausrichtung des Handys. Wer jemals seitlich im Bett lag und versucht hat, einen Text auf dem Smartphone zu lesen, wird diese Option lieben.

miren-settings

Dank der umfangreichen Einstellungen kann man die Funktionsweise des Miren Browsers gut an eigene Wünsche anpassen

Bei allen tollen Funktionen, die Miren bietet, ist es schade, dass der China-Browser eine Unsitte vom Android-Standardbrowser übernimmt: Eine separate Einstellung zur Bildschirmhelligkeit, die unabhängig von der systemweiten Einstellung ist. Welchen Sinn macht es, das Display extra dunkel einzustellen, etwa weil es bereits Nacht ist oder man Akku sparen möchte, wenn der Browser – und nur der Browser – seinen Nutzer dank gleißender SuperAMOLED-Displayhelligkeit beinahe erblinden und den Akku im Nu hinwegschmelzen lässt? Warum es nicht wenigstens eine Option “Browser-Helligkeit an Systemhelligkeit ausrichten” gibt, ist im Miren Browser genauso schleierhaft wie im Standard-Browser.

Miren Browser: Das Fazit

Der chinesische Miren Browser ist trotz seines noch nicht finalen Status ein guter und schneller Browser, der einige bemerkenswerte Funktionen besitzt. Jeder, der auch nur ansatzweise an einem Browserwechsel interessiert ist, sollte Miren ausprobieren.

Miren Browser: Download

Miren ist bisher nur als einzeln installierbare APK verfügbar, soll aber in den nächsten Tagen auch im Market erscheinen. Die deutsche Variante von Miren Browser ist solide, wenn auch nicht perfekt. Neben Deutsch sind noch sieben weitere Sprachen enthalten.

Miren läuft ab Android 1.6 und ist kostenlos verfügbar.
Download: APK | QR-Code

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