BASE Lutea: Der Test

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Knapp 2 Wochen haben wir jetzt das BASE Lutea, die deutsche Variante des ZTE Blade mit BASE-Branding, als Testgerät in Gebrauch. Das Gerät zu ziehen wird als Preis-Leistungs-Hammer gehandelt und von Fans mit Phrasen wie “3/4 der Leistung eines HTC Desire zum Preis von 1/4 des Desire” bedacht. Entspricht das der Wirklichkeit? Die große Preisfrage ist: Kann ein Smartphone mit einem Nettopreis von unter 100 € mit anderen Android-Smartphones mithalten? Bei uns erfahrt ihr, ob sich das Gerät lohnt und könnt auch gleich das BASE Lutea bestellen.

BASE Lutea: Der Test

Die Hardware

In unserem Auspackvideo konntet ihr ja bereits einen kleinen Eindruck von der Verarbeitung des erhaschen. Unser Ersteindruck hat sich bestätigt: Das Gerät besitzt ein angenehmes Format, uns gefällt vor allem dass das Lutea nur 12 mm tief ist. Zwar besteht das Chassis des Geräts vollumfänglich aus Plastik, macht aber trotzdem einen kompakten und stabilen Eindruck. Auch der Akkudeckel sitzt bombenfest, zumindest nach zwei Wochen Benutzung. Die abgerundeten Ecken und der flache, schmale Formfaktor lassen das Gerät angenehm in der Hand liegen.

base-lutea-seite

Kleiner Wermutstropfen: Das Gehäuse zieht Fingerabdrücke magisch an. Bei längeren Telefonaten rutscht das Gerät aufgrund des Handschweißes wegen der glatten Oberfläche gerne aus der Hand. Die durchgehende Druckleiste für die drei Hardwaretasten (v.l.n.r.: Home, Menü, Zurück) ist solide und bietet gute Druckpunkte, deren schwache Beleuchtung dient gleichzeitig als Indikator für das Laden des Geräts, entgangene Anrufe und so weiter. Die Lautstärketasten an der rechten Geräteseite sind nicht ganz so gut, insbesondere die Lautstärke-hoch-Taste wirkt uns einen Tick zu wabbelig.

Das Lutea besitzt einen 3,5-mm-Klinkenanschluss, um Kopfhörer und Headsets anzuschließen. Um Verbindung mit dem Rechner aufzunehmen und um das BASE Lutea aufzuladen, kommt Micro-USB zum Einsatz. Beide Buchsen wirken solide verarbeitet und dürften hunderte Ein- und Ausstöpselungen problemlos ertragen, besitzen jedoch keine separate Abdeckung.

Displayvergleich: iPhone 4, Base Lutea, Samsung Galaxy S

Das Display des BASE Lutea (Mitte) im Vergleich zu iPhone 4 (links) und Samsung Galaxy S (rechts)

Das Display des BASE Lutea war im Vorfeld der Veröffentlichung ein Diskussionsgrund, denn während die Geschwistermodelle ZTE Blade bzw. Orange San Francisco mit einem AMOLED-Display auf den Markt kamen, besitzt das Base Lutea “nur” ein LCD-Display in derselben Größe von 3,5 Zoll Durchmesser. In der Praxis bedeutet das: schlechtere Blickwinkel, ein weniger “tiefes” Schwarz und Farben von geringerer Brillanz.

Wir bedauern das, es ist aber ein Luxus-Bedauern. Natürlich ist es schade, dass die deutsche Blade-Variante ohne AMOLED-Screen daherkommt, aber das LCD-Display bietet ebenfalls hervorragende Ansichten: 800×480 Pixel entsprechen der Auflösung von Desire, Galaxy S und Co. und sind nicht nur auf dem Stand der Zeit, sondern ungewöhnlich für ein Smartphone auf diesem Preisniveau. Mag sein, dass die Farben nicht so knallig daherkommen wie bei AMOLED, aber das Display ist für den Alltag ausreichend und – um das in Relation zu setzen – immer noch besser als die meisten derzeit verfügbaren Handys.

Man sollte die Displayhelligkeit jedoch manuell festlegen, da das Bild nach unserem Dafürhalten recht dunkel wirkt. Dass es sich um ein glänzendes (Glare-) Display handelt ist sicher eine Frage des Geschmacks. Wir haben diese Tatsache weder positiv noch negativ gewichtet.

Der kapazitive Touchscreen reagiert präzise, hatte in unserem Test aber Probleme bei Multitouch-Gesten, um genau zu sein im Spiel “Slice It”. Versuchte man mit zwei Fingern eine horizontale Line auf dem Display abzubilden, versagte der Touchscreen.

In Sachen Verbindungen erfüllt das BASE Lutea die Standards des Jahres 2010. Neben GPRS, UMTS, EDGE, und HSPA gibt es noch Bluetooth, GPS und WLAN b/g. Letzteres versagt leider regelmäßig nach dem Aufwachen aus dem Standby, wir haben bereits darüber berichtet und einen Workaround gezeigt.

Außer dem Handy werden noch der 1250 mAh-Akku, USB-Anschlusskabel, ein Steckdose-auf-USB-Adapter, (minderwertige) Kopfhörer, eine 2GB-microSD-Karte und Papierkram wie einer Anleitung (haben wir ignoriert) mitgeliefert.

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Die Software

Das BASE Lutea kommt noch mit Android 2.1 “Eclair” daher. Das bedeutet: Kein Apps2SD, kein WLAN-Tethering und keine App-Beschleunigung durch den JIT-Compiler. Davon ab ist Eclair aber noch vollkommen in Ordnung. Zu einem möglichen Froyo- oder gar Gingerbread-Update konnten wir leider noch nichts in Erfahrung bringen.

Das Lutea besitzt Stock-Android-Oberfläche. Neben der Standard-Tastatur ist Touchpal vorinstalliert, desweiteren findet sich das Office-Programm “Documents to go” auf dem Gerät, mit dem man Office-Dokumente lesen kann, sowie die Synchronisierungs-Software “RoadSync”. Letztere ist leider nicht deinstallierbar — auf regulärem Weg nicht entfernbare “Crapware” ist mittlerweile von PCs auf Smartphones gewandert und eine Unsitte, die wir deutlich anprangern.

Die Performance des BASE Lutea geht in Ordnung. Zwar ruckeln manche aufwändigen 3D-Spiele wie SpeedX wegen der langsamen 600 MHz-CPU ohne dezidierte Grafikeinheit unspielbar vor sich hin, aber Gamer sind auch nicht die Zielgruppe des Lutea. Fruit Ninja, Angry Birds und Slice It laufen aber durchaus passabel.

Die Leistung auf der eigentlichen Benutzer-Oberfläche ist okay, mitunter aber ruckelig. Um die Leistung zu verbessern empfehlen wir, statt dem Stock Launcher lieber LauncherPro einzusetzen, die Anzahl der Homescreens zu minimieren und so weit es geht auf Widgets zu verzichten. In Benchmarks wird deutlich, dass das Lutea nicht unbedingt State-of the-Art-Hardware verbaut hat: 388 und 395 Punkte bei Quadrant, 3.694 MFLOPS in Linpack. Dennoch laufen die wichtigen Apps alle ausreichend performant – überfordert hat sich das Lutea in unseren Tests nie gezeigt.

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Multimedia

Zwar besitzt das BASE Lutea eine 5 MP-Kamera statt derer nur 3,5 wie beim Original-Blade, trotzdem wissen weder Fotos noch Videos zu überzeugen. Fotos weisen eine geringe Farbvarianz auf und “vermatschen”, Videos verwackeln selbst bei stillem Bild oder langsamen Bewegungen. Ein Kamerablitz und eine Frontkamera fehlen leider. Wer sein Handy häufig verwendet, um visuelle Erinnerungen aufzuzeichnen, sollte – so hart das klingt – statt des BASE Lutea lieber ein Featurephone mit guter Kamera wählen oder in ein Android-Handy mit besserer Kamera wie das Sony Ericsson Xperia X10 investieren.


Testfoto vom BASE Lutea

(YouTube-Direktlink)

(YouTube-Direktlink)

Abspielen kann das BASE Lutea von Haus aus alle wichtigen Formate. Da es sich um ein Android-Smartphone handelt, kann man aus einer großen Anzahl Playern wählen, die eine entsprechende Bandbreite an Formaten unterstützen. In einem Videoplayer wie RockPlayer sollte aber generell der Software-Modus ausgewählt werden. Die mitgelieferten Android-Standard-Apps für Kamera, Galerie, MP3- und Video-Player sowie Browser sind brauchbar, reichen aber nicht an die Pendants etwa vom iPhone heran. Hier gilt es, und das weiß jeder Android-Veteran, den Market nach besseren Alternativen zu durchforsten.

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Alltagstauglichkeit

Die Telefonqualität ist gut. Der 1250 mAh-Akku hält bei uns mit normaler Benutzung etwa einen Nettotag, manchmal etwas mehr. Das ist einerseits Smartphone-Standard, andererseits traurig, wenn man bedenkt, dass Featurephones schon mal eine Woche ohne Strom zu tanken durchhalten.

Vertrag

Das BASE Lutea gibt es in Deutschland – wer hätte es erwartet? – ausschließlich bei BASE. Im 2-Jahres Vertrag erhält man das Handy zum Preis von 14 € monatlich. Darin enthalten sind der Preis für das Gerät, sowie eine mobile Internet-Flatrate. In Anbetracht der Tatsache, dass eine mobile Internetflat etwa 10 Euro im Monat kostet, kommt man auf die 2-Jahres-Frist bei einem Nettopreis von 96€ heraus – ein Spottpreis! Die Flatrate wird leider, wie auch bei anderen Anbietern, ab 200 MB auf GPRS-Speed heruntergedrosselt. Wer unterwegs aber nicht exzessiv Videos oder Musik streamt, sollte damit über die Runden kommen.

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Modding

Die Aussichten für Basteleien am BASE Lutea sind gut. ZTE scheint das Blade derzeit in verschiedenen Ländern auszurollen und bei dem durchaus formidablen Preis-Leistungs-Verhältnis des Geräts ist eine hohe Verbreitung wahrscheinlich. Diverse Custom ROMs mit Android 2.2 Froyo kann man bereits herunterladen und installieren, ein entsprechender Thread bei Android-Hilfe ist hier ganz aufschlussreich. Ein Unlock ist nicht nötig, zumindest unser Test-Lutea hatte keinen SIM-Lock und lief problemlos auch mit einer Vodafone-SIM. Auch ClockworkMod Recovery und modifizierte Kernel mit Overclocking kursieren bereits in den Foren.

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Fazit

Das BASE lutea ist in Anbetracht des Preises ein wirklich guter Deal. Wer mal in die bunte Smartphone-Welt hineinschnuppern oder nahe Anverwandte von den Vorzügen eines Android-Handys überzeugen möchte, kann mit dem Lutea wenig falsch machen. Die Standards – mobiles Internet, Navigation, Chat erfüllt es trotz einiger Kinderkrankheiten wie dem nervigen WLAN-Bug gut. Exzentrische Extras kann man für den geringen Preis aber nicht erwarten.

Positiv

+ angenehmer Formfaktor, geringes Gewicht
+ solide Verarbeitung
+ alle Smartphone-Standards erfüllt
+ gutes LCD-Display
+ unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis

Negativ

- nur Android 2.1
- nerviger WLAN-Bug
- unterdurchschnittliche Leistung
- schlechte Kamera
- kein AMOLED-Display wie beim Original-ZTE Blade

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Galerie

BASE Lutea
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Fragen?

Habt ihr Fragen zum Base Lutea? Lasst sie uns wissen – in den Kommentaren. Auch wenn ihr selber andere Erfahrungen oder gute Tipps zum Gerät habt, würde uns das interessieren.

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Test

  • von Frank Ritter

    Das BASE Lutea ist seit gestern deutschlandweit verfügbar. Es handelt sich um eine leicht abgewandelte Variante des in Großbritannien sehr beliebten Smartphones ZTE BLade/Orange San Francisco. Wir haben ein Testmuster des Preis-Leistungswunders erhalten, packen...


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