Review - Piranha 3D

Leserbeitrag
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Mit peniblen Blicken musterte uns dieses Wochenende der Cinestar-Mitarbeiter beim Karten-Abreißen der Samstagabend Vorstellung von Piranha 3D. Zurecht – denn auch auf den zweiten Blick ist Piranha 3D absolut nichts für Kinder, was sich auch in der FSK: keine Jugendfreigabe widerspiegelt. Schlecht macht das den Film noch (!) nicht. Und ganz im ernst, was soll man beim Regisseur von The Hills Have Eyes anderes erwarten als ein Splatter-Movie.

In groben Zügen erwartete man einen eventuell etwas flotteren gestalteten Der Weiße Hai. Diese Vermutung wurde auch durch das offizielle Filmplakat unterstützt (s. Fotostory). Die Wirklichkeit sah allerdings anders aus. Denn es ist etwas anderes, was die Aufmerksamkeit des Betrachters des Plakats auf sich lenken wird. Am oberen Rand kann man die Worte ”Es gibt Fisch, Baby!” lesen. Ein Anzeichen darauf, dass sich der Film selber nicht wirklich ernst nimmt. Hoffentlich, denn das was uns geboten wurde konnte einfach nicht ernst gemeint sein.

Das Grundgerüst der Story ist leicht erklärt: Durch ein Erdbeben öffnet sich am Meeresboden eine Erdspalte, die eine Unterwasserhöhle freilegt, in der seit über mehrere Millionen Jahre eine Art Urzeit Piranha überlebt hat. Dieser kann nun ohne größere Probleme an die Badestrände des örtlichen Urlaubs-Dorf gelangen. Der Film spielt sich hauptsächlich an drei Orten ab. Am Strand, wo es grundsätzlich nur nackte haut und Alkohol gibt, auf einem Boot des ansässigen Police-Department und auf einer Yacht auf der ein Porno (!) gedreht werden soll. Ohne zu viel zu verraten, spiegelt sich diese stupide und absolut unkreative Inszenierung in dem ganzen Film wider.

”Porno” ist wohl das Stichwort, denn der Film ist nicht nur auf Grund der vielen, blutigen Szenen ab 18 freigegeben. Fast minütlich bekommt der Zuschauer nackte hintern, pralle Brüste oder sogar komplett nackt-schwimmende junge Frauen geboten. Dies sind Momente, in denen man sich fragt, ob es in diesem Film wirklich um die Piranhas geht, oder eigentlich nur um die Versoftung diverser, erotische Klischees.

Angesichts der kurzen Dauer von einer Stunde und knapp zwanzig Minuten (ohne Abspann) fängt der Film in der ersten halben Stunde ruhig an. Danach gibt es jedoch eigentlich nur pures Gemetzel zwischen Mensch und Fisch. Die Tendenz des Films springt einen förmlich an: ”Kopf ausschalten und genießen”. Wenn das doch nur so einfach wäre. Denn der Regisseur sparte nicht an brutalen, aber auch sehr realistisch wirkenden Verletzungen. Einige typischen Szenen: eine Frauen mit komplett gefressenen Beinen (und oben ohne) wird aus dem Wasser gezogen; ein in Panik geratener Junge rast mit seinem Motorboot durch die Menschenmenge im Wasser und skalpiert einige junge Damen, die sich mit ihren Haaren in der Schiffsschraube verhädern, und zu guter letzt zieht einer der Protagonisten einen Mann aus dem Wasser, der zwar noch am Leben ist, dessen Beine (und Genital) aber vollkommen abgefressen (d.h., die Knochen sind noch vorhanden) sind. Eine ordinäre Darstellung, die zwar einigen jüngeren (männlichen) Zuschauer beglücken wird, jedoch nicht wirklich unterhält.

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