3D vs. 2D – Harte Zeiten für plastische Thrills

Eigentlich ist es ja sowieso jedem klar, aber jetzt gibt es auch einen anschaulichen Beleg: Die Anziehungskraft von 3D geht rapide in den Keller.

3D vs. 2D – Harte Zeiten für plastische Thrills

Slate hat eine Grafik veröffentlicht, die die Einnahmen von Filmen, die sowohl in 3D als auch 2D erschienen sind, miteinander vergleicht. Der Zeitraum ist von 2009 bis jetzt, die Zahlen beziehen sich auf Nordamerika und berücksichtigt werden nur Filme, die dort auf über 1.500 Leinwänden gestartet sind.


In Kürze: Inzwischen ist es so, dass 2D-Fassungen mehr Umsatz bringen als 3D-Fassungen – und dass bei erhöhten Ticketpreisen für 3D-Vorführungen. Als “” 2009 startete, war der 3D-Umsatz dreimal so hoch wie der 2D-Umsatz, doch heute, beispielsweise bei dem finalen “Harry Potter“-Film, liegt dieser Wert klar unter 1. Was nichts anderes heisst, als dass die Leute keinen Mehrwert mehr in 3D sehen.

Von 2009 bis ungefähr Mitte 2010 liefen fast alle 3D-Releases gut bis sehr gut und einige Filme, wie z.B. ““, konnten ihren Umsatz mittels den Plastikbrillen sogar mehr als verdoppelten. Das erste Anzeichen eines Problems wurde am 18. Juni 2010 von “” ausgesendet, der der erste Film seit langer Zeit war, bei dem am Eröffnungswochenende mehr 2D- als 3D-Umsatz erzielt wurde. Sechs Wochen später kam “” in die Kinos und erreichte einen 3D-”Bonus” von minus 10 Prozent. Am Ende des Sommers schließlich waren die Riesenprofite von 2009 fast völlig verschwunden.

Und seitdem ging es eigentlich vorwiegend bergab. Mehr und mehr Filme werden in 3D veröffentlicht, doch nur ein paar, wie z.B. “” oder “Tron: Legacy“, können von dem 3D-Angebot profitieren. Bei ungefähr ¾ der letztjährigen Filme dagegen endeten die 3D-Einnahmen klar unter dem “breakeven”-Punkt, und neuere Veröffentlichungen, wie z.B. “Kung Fu Panda 2“, “Captain America” und “Green Lantern“, erreichen einen 3D-Bonus von ungefähr minus 65 Prozent. Mit anderen Worten: 2D-Vorführungen spielen dreimal so viel Geld ein wie 3D-Vorführungen.

Die Gründe für diese Entwicklung sind a) gierige Studios (=Nachkonvertierungen), b) gierige Kinos (=zu hohe Ticketpreise), c) unfähige Filmemacher (=doofe 3D-”Effekte”) und d) lernfähige Kinogänger (=3D ist nicht mehr automatisch WOW). Natürlich ist das Medium an sich noch nicht tot, wie z.B. der “Tim und Struppi“-Film von Steven Spielberg hoffentlich beweisen wird, doch der generelle Trend bleibt offensichtlich. 3D liegt im Krankenhaus und klagt über größere Fleischwunden. Es wird höchste Zeit für den Chefarzt mit dem alles entscheidenden Masterplan!

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