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Siegelmarken

Bei der ältesten Form, der Blindprägung in Leder, wird dieses zuvor angefeuchtet, so dass durch den warmen Prägestempel das Leder leicht anbräunt. Heute werden auch Materialien wie Pergament, Naturpapier oder Karton geprägt. Obwohl auch auf 200 g/m2 geprägt werden kann, entstehen bei dickerem Material wie Büttenkarton mit
300 g/m2 oder Leder deutlichere Ergebnisse. Je dicker das Material, desto klarer und besser zu sehen ist das Ergebnis.
Das Prägen erfolgt mithilfe eines Stempels, wobei per Hand oder maschinell geprägt werden kann. Auch Platten lassen sich für die Blindprägung verwenden und eignen sich besonders bei großflächigen Prägungen. Die Motive werden dabei entweder positiv oder negativ geschnitten. Während bei der ersten Variante das Motiv nach hinten gedrückt wird, erscheint es bei einem negativ geschnittenen Stempel positiv, ist also erhaben, was die häufigere Variante ist.

Etwas unüblicher und nicht zuletzt deswegen sehr ungewöhnlich und edel wirken die Siegelmarken. Diese Mischung aus Buchdruck und Blindprägung prägt farblos in einer farbigen Umgebung und eignet sich besonders für flächige Objekte mit negativen Elementen. Genau genommen handelt es sich um kleine Papierblättchen, die entweder aus gummiertem Papier bestehen oder mit Klebstoff versehen sind. Die Marken versiegelten ursprünglich geheime Dokumente und lösten Mitte des 19. Jahrhunderts die Wachssiegel ab. Heute dienen sie kaum noch der Sicherung von Inhalten, sondern wecken durch ihre einzigartige Erscheinung die Aufmerksamkeit.

Stahlstich

Beim Stahlstich kommt eine Tiefdruckform zum Einsatz, bei der die Zeichnung in eine Stahlplatte beziehungsweise einen Stempel
seitenverkehrt graviert oder auch geätzt wird. Die so erstellte Gravur wird danach mit einer dickflüssigen Farbe eingefärbt und anschließend so gesäubert, dass die Farbe nur noch in den Vertiefungen verbleibt. Jetzt wird die Gravur auf den Bedruckstoff gepresst. Dabei bleiben die farbigen Motive erhaben, was eine reliefartige Haptik ergibt.
Stahlstiche wirken durch das Relief und die Licht- und Schatteneffekte besonders lebendig und brillant; spezielle Lacke verstärken noch die Tiefe des Druckbildes. Besonders gut eignen sich Materialien wie Papier oder Karton, die naturbelassen sind. Der Einsatz ist breit gefächert, von der Briefausstattung über Einladungen oder Zertifikate sind Stahlstiche eine ganz besondere Wahl. Allerdings eignen sie sich eher für kleine Motive mit geringen Flächen und feinen Linien und Konturen; zarte Schriften oder Schraffuren lassen sich gut wiedergeben. Die Kosten für den Stahlstich sind zudem zumeist hoch, da das Verfahren relativ aufwendig ist.

Beflocken

Wer im wahrsten Sinne des Wortes dick auftragen möchte, sollte den Flockdruck ins Auge fassen. Das Ergebnis wirkt optisch und haptisch ausgefallen und kommt nicht nur auf T-Shirts zum Einsatz. Per Siebdruck wird ein Kleber in Form des gewünschten Motivs aufgebracht. Anschließend werden kurze Textilfasern über den Bedruckstoff „geflockt“ und bleiben am Kleber hängen.

Kaschieren und Laminieren

Wer sein Druck-Erzeugnis vor Schmutz, Abrieb, UV-Strahlung oder Feuchtigkeit schützen möchte, lässt es kaschieren. Dabei wird das Papier oder der Karton mit anderen Papieren oder Folien überzogen. Die Papiere und Folien können matt oder glänzend sein, verschiedene Oberflächenprägungen und Farben aufweisen. Verstärkt man Plakate mit Kunststoff, Holz oder Wellpappe, spricht man ebenfalls vom Kaschieren. Häufig wird auch die selbstklebende Folie auf der Positiv-Seite aufgetragen, die Rückseite verstärkt eine Hartschaumplatte. Wer sich ganz besonders herausstellen will, lässt die Vorlage auf eine Platte aus gebürstetem Aluminium ziehen.
Die Alternative zum Kaschieren ist das Laminieren. Dabei wird die Vorlage beidseitig heiß in eine Folie eingeschweißt. Durch die Hitze entsteht eine unlösbare Verbindung zwischen der Vorlage und der Folie, so dass Feuchtigkeit und Nässe keine Chance haben. Die
Kosten fallen geringer als beim Kaschieren aus, allerdings sind bestimmte Effekte nur beim Kaschieren möglich. Falls die Vorlage wie eine Speisekarte gefalzt werden soll, greift man ebenfalls zum Kaschieren, da dabei einfach genutet werden kann. Bestimmte Kaschierungen lassen sich auch wieder ablösen.

Kosten und Umwelt

Je nach Vorlage und Art der Veredelung werden manche Werkzeuge und Formen händisch erstellt, und das schlägt sich selbstredend in der Rechnungssumme nieder. So sind zum Beispiel 500 Visitenkarten vierfarbig im Offsetdruck auf 300 g/m2 bereits um die 35 Euro zu haben; sollen die Karten glitzern oder gar nachts leuchten, erhöht sich der Preis schnell um 300 bis 350 Euro. Blumen- oder Gewürzduft hingegen erfordert einen Aufpreis von 290 Euro.
Häufig werden verschiedene Verfahren kombiniert, was den Preisvergleich erschwert. Spätestens beim „Kaltfoliendruck Gold mit 4c-Offsetüberdruckung UV-Offset mit Hybrid und UV-Hochglanzlackierung im Drip-off-Ver­fahren mit Glanzfolienkaschierung“ sollte man das Angebot aufmerksam studieren.

Achtung Umwelt

Unter ökologischen Gesichtspunkten sollte man abwägen, ob die Veredelung sinnvoll ist, das heißt, ob es sich lohnt, die Lebensdauer des Produkts mit einer Veredelung zu verlängern. Während ein Flyer nach kurzer Zeit weggeworfen wird, lebt ein veredeltes Buch sicher länger. Auch die Art der Veredelung entscheidet über die Umweltverträglichkeit. Natürlich sind Verfahren, bei denen keine Zusatzstoffe verwendet werden wie bei der Blindprägung, immer noch die ökologischste Variante. Aber auch Folienkaschierungen sind beim Recycling wieder leicht zu trennen. Wer seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt Rechnung tragen möchte, erkundigt sich genau nach der Möglichkeit des Recyelns und nach den verwendeten Materialien.    Claudia Runk/sck

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