Interview - Sony 3D-Experte: 2D-Spieler machen weniger Punkte

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Mick Hocking, oberster Hüter von Sonys 3D-Policy und seines Zeichens Senior Group Director, hat sich in einem Interview zu den unklaren Zukunftsaussichten der 3D-Technologie an sich und den technischen Schwierigkeiten bei Computerspielen im Besonderen geäußert. Eine seiner Kernaussagen ist, dass 3D-Spieler zwar eigentlich mehr Punkte erzielen oder ein besseres Gefühl für ihr Rennspiel entwickeln könnten, als 2D-Gamer, aber nur, wenn die Umsetzung auch gut gemacht ist.

Interview - Sony 3D-Experte: 2D-Spieler machen weniger Punkte

Nein, Hocking sagt dem Wall Street Journal natürlich nicht, dass man per 3D zu einem besseren Spieler würde. Bessere Scores durch ein an die natürlichen Sehgewohnheiten angepasstes Spielerlebnis sind aber trotzdem nicht unlogisch; das Beispiel von dem – mit Hilfe von Schatteneffekten – auch in 2D platzierbaren Minecraft-Block sollte dabei Jedem einleuchten.

Da er in seiner Laufbahn als 3D-Experte auch bereits an einem militärischen Flugsimulator gearbeitet hat und außerdem noch die 3D-Kinofilme von Sony betreut, weiß Mick Hocking aber, auf was es wirklich ankommt. Von Anfang an in 3D produziertes Material sei eigentlich immer besser als die Umwandlung aus einer 2D-Vorlage, zu viele und schnelle Bild- oder Kamerawechsel sind dem 3D-Erlebnis abträglich und verursachen Ungenauigkeiten und – das Wichtigste – der Fokus und die Tiefenschärfe müssen zusammen passen und sich dann auch noch angenehm anfühlen.

Diese Justage erfordere sehr viel Feinarbeit, erklärt der Senior Director, wie man sich sicher nicht nur am Beispiel der CrossHair-Funktion an Ego-Shootern gut vorstellen kann. Speziell im Sniper-Modus sei es beispielsweise so, dass das Zielfernrohr etwas ver-blurt werden müsse, damit der Spieler ein realistisches Gefühl bekommt. Durch den verteilten Fokus nimmt man Gegner, die vom Rand kommen, wegen geringerer Ablenkung dann besser wahr, und dies entspricht eben am ehesten dem instinktiven Sehen, den menschlichen Sehgewohnheiten.

Könnten die Entwickler auf diesem schmalen Grat schon laufen würde wohl auch niemand mehr mit Kopfschmerzen das 3D-Erlebnis abbrechen, behauptet Hocking noch. Ein Michelangelo Da Vinci, der diesen Effekt wohl tatsächlich auch schon kannte und bei der Schaffung seiner Mona Lisa einsetzte, findet sich aber auch nicht grad an jeder zweiten Ecke, so dass es fraglich ist, ob das noch klappt bevor 3D schon wieder “out” ist. Viel Glück dabei, Herr Hocking. ;-)

Weitere Themen: 3d, Sony

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