Dreidimensionale Welten

Katharina Sckommodau

Ob es nun die neue Wohnung ist, eine Traumlandschaft oder das eigene Dorf für Google Earth – MACup zeigt die besten kostenfreien 3D-Lösungen.

Dreidimensionale Welten

Vor nicht allzu langer Zeit blieben den mei⁠s­ten Anwendern virtuelle 3D-Welten verschlossen. Spezielle Software, etwa Autodesk Maya oder Maxon Cinema 4D, war sehr teuer und außerdem so komplex in der Bedienung, dass kein schneller Einstieg möglich war – und bis heute zum Teil auch immer noch nicht ist. Um jedoch auf dem Mac verschiedene Aufgaben in drei Dimensionen zu erledigen, gibt es mittlerweile spezielle Lösungen zum Nulltarif, die zudem wesentlich einfacher zu bedienen sind als die professionellen Programme.    sck

Vue 8.4 Pioneer

Zum Erstellen virtueller Landschaften gibt es neben den kostenpflich­tigen Programmen Bryce und Terragen das Gratis-Werkzeug Vue 8 Pioneer. Vue 8 beinhaltet sieben Module, die es gebundelt in der ­Studio-Version zu kaufen gibt.
In Vue 8 Pioneer bestimmt man zunächst die Tageszeit und das Wetter und fügt dann verschiedene Terrains hinzu. Eine Bibliothek liefert verschiedene Pflanzen, von denen jedoch viele erst gekauft werden müssen; ebenso ­verhält es sich mit den Materialien. Frei zur ­Verfügung stehen Bodenflächen, Gesteinsstrukturen, Metalle, Glas und Mauerwerk. Weiter lassen sich die Szenen mit verschiedenen Wasseroberflächen überfluten, auch einige geometrische 3D-Körper stehen bereit. Einziger Nachteil: Bei dem freien Modul erscheint ein Logo im gerenderten Bild und es lassen sich keine 3D-Modelle in die Szene importieren.
Um die gesamte Funktionalität nutzen zu können, gibt es für jeweils 38 Euro die Module Fantasy, Fairy Tale oder Science Fiction mit dem entsprechenden Content zu kaufen.
Englisch, kostenlos. Info und Download: www.e-onsoftware.com

Sweet Home 3D 2.2

Sie ziehen um und haben keine Lust, kleine Papiermöbel hin und her zu schieben? Dann sollten Sie sich Sweet Home 3D ansehen. Zuerst baut man maßstabsgetreu seine eigene Wohnung, als Vorlage lässt sich ein Grundriss importieren. Die Zimmer werden entweder
direkt auf der oben angesiedelten Arbeitsfläche aufgezogen, oder man setzt einzelne Wände. Bereits beim Bauen erscheint im unteren Bereich der Arbeitsfläche eine 3D-Ansicht der Wohnung, die sich drehen oder zoomen lässt. Es folgen den gegebenen Abmessungen angepasste Fenster und Türen. Die wichtigsten Einrichtungsgegenstände stehen zur Verfügung und sind in Größe und Farbe abzuwandeln. Mehrere Links zum Download weiterer Modelle finden sich auf der Website des Herstellers.
Deutsch, kostenlos. Info und Download: http://sweet-home-3d.softonic.de

Google SketchUp 7.1

Wie Sweet Home 3D zeigt sich auch SketchUp sehr intuitiv in der Bedienung. Das Programm dient zum Erstellen von Häusern – ob es sich nun um Nachbauten tatsächlich exi⁠s­tenter Gebäude für Google Earth handelt oder um den Entwurf des eigenen Traumhauses. Wie eine Handskizze muten die aus der Grundfläche hochgezogenen Gebäude an; zudem lassen sich auch exakte Einstellungen treffen, Fotos auf die Flächen mappen, Transparenzen für Fensterscheiben einstellen oder weitere Texturen laden. Einen korrekten Schattenwurf kennt SketchUp auch und berechnet von der gebauten Szene per Knopfdruck eine Flugsimulation.
Die neue Version besticht durch eine vereinfachte Bedienung; so werden beispielsweise die Kanten an den Stellen automatisch unterbrochen, an denen neue Linien sie schneiden. Zudem gibt es nun einen direkten Zugriff auf ­Googles 3D-Galerie, über die sich bereits fertige Modelle laden lassen.
Deutsch, kostenlos. Info und Download: http://sketchup.google.com/intl/de

Art of Illusion 2.8.1

Mit dem Open-Source-Programm Art of Illusion werden einfache 3D-Modelle geformt, texturiert und animiert. Zum Modellieren stehen verschiedene Grundkörper zur Verfügung, auch ein Vektorpfad kann gezogen werden. Pfade und Formen werden dann mit verschiedenen Werkzeugen zu 3D-Körpern verarbeitet; hierfür gibt es etwa die Funktionen Extrudieren, Röhre, Rotationskörper oder Objekte kombinieren. Das so entstandene Spline-Mash lässt sich in einem eigenen Fenster weiterbe­arbeiten. Zum Texturieren gibt's einen schlichten Editor, mit dem sich 2D- oder 3D-Texturen erzeugen lassen.
Das Rendern der Szene erledigt ein Plug-in, die geladene Standardversion enthält einen Ra⁠s­ter-Renderer und einen recht guten Ray­tra⁠cer. Weitere Renderer stehen zum Download bereit, etwa auch ein Vektor-Renderer. Zudem gibt es Plug-ins zum Umrechnen von Formaten sowie einen Baum- und Pflanzengenerator.
Deutsch, kostenlos. Info und Download: www.artofillusion.org

Blender 2.5

Aus dem firmeninternen Anima­tionsstudio NeoGeo wurde im Juli 2002 unter der freien Software-Lizenz GNU Blender. Die Software überzeugt als blitzschnelle professionelle 3D-Suite, die jedoch in der Bedienung etwas ungewöhnlich ist. Zum Modellieren stehen Polygon-Netze, Metaball-Objekte und Nurbs-Oberflächen genauso bereit wie Subdivision Surfaces sowie umfangreiche Einstellungen und Werkzeuge zum Bearbeiten. Ebenso verfügt das Programm über Mittel für komplexe Texturierungen der Modelle. Auch bei der Animation kann Blender durchaus mit den gängigen kommerziellen Lösungen mithalten; so gibt es beispielsweise Kollisionserkennung oder direkte und inverse Kinematik, Rigid- und Soft-Bodys sowie eine Kleidersimulation. Zum Rendern bieten sich neben dem internen Renderer verschiedene externe Lösungen an. Wegen des professionellen Umfangs und weil sich das Programm, besonders was die Bedienung betrifft, nicht an Standards hält, muss mit einer längeren Einarbeitungszeit gerechnet werden.
Englisch, kostenlos.
Info und Download: www.blender.org

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