Neue Pinsel, Werkzeuge und Funktionen sollen ein intuitiveres Zeichnen gewährleisten und die Konstruktion von Perspektive verein-fachen. MACup stellt die wichtigsten Neuerungen vor.

Illustrator CS5

 

Nachdem Adobe nun auch die Mac-User mit 64-Bit-Versionen von Photoshop, Premiere und After Effects beglückt hat, hoffte der ambitionierte Zeichner auf eine entsprechende Illustrator-Version – leider vergebens. Das Zeichenprogramm wartet stattdessen mit Funktionen zum Erstellen von perspektivisch korrekt dargestellten Grafiken auf und liefert neue Werkzeuge sowie naturgetreue Pinsel.

Perspektivisch zeichnen

Anders als 3D-Effekte, die tatsächlich im Raum drehbare Körper erzeugen, dient das neue Perspektivenraster der Darstellung zweidimensionaler Formen mit perspektivischer Verzerrung. Dazu hat sich zunächst im Menü Ansicht das Untermenü Perspektivenraster eingeschlichen, über das das Raster eingeblendet werden kann. Hierbei handelt es sich um eine Zweipunktperspektive, die sich in eine Ein- oder Dreipunktperspektive wandeln lässt. Zu sehen sind neben den gewählten einzelnen Rasterflächen und der
Bodenebene auch die Fluchtpunkte sowie die Horizontlinie. Alle Raster, Linien und Punkte sind mit dem neuen Perspektivenraster-Werkzeug frei verschiebbar, zudem gibt es verschiedene Steuerelemente, mit deren Hilfe sich zum Beispiel die Ausdehnung des Rasters oder die Rasterzellengröße ändern lassen. Ein Widget erlaubt den Wechsel zwischen den einzelnen Rasterebenen. Objekte werden direkt auf einem selektierten Raster perspektivisch aufgezogen oder nachträglich mit dem Perspektivenauswahl-Werkzeug platziert – mit Ausnahme von Pixelbildern; diese müssen zunächst vektorisiert werden. Wurde eine Form jedoch direkt auf dem Raster aufgezogen, kann diese nachträglich nicht mehr an eine geänderte Perspektiveneinstellung angepasst werden. Auch lassen sich nicht mehrere Schichten zu einer Rasterebene anlegen, was bei komplexeren Grafiken durchaus hilfreich wäre.
Gut geeignet zum Konstruieren von Details, die auf einem Raster platziert werden sollen, sind mehrere Zeichenflächen. CS5 bietet eine extra Palette, über die die Zeichenflächen benannt, ausgewählt, dupliziert, gelöscht oder neu angeordnet werden können. Weitere Einzelheiten lassen sich im ebenfalls neuen Dialog Zeichenflächenoptionen einstellen.

Pinsel

Zum Zeichnen von realistisch wirkenden Strukturen bietet Illustrator einen Borstenpinsel, der über das Menü des Pinselbedienfelds zu erreichen ist. Neben verschiedenen bereits vordefinierten Formen lassen sich in den Borstenpinseloptionen auch eigene Pinselspitzen anlegen und in der Borstendicke und -länge sowie der Steifheit einstellen. Jede Kontur, die mit einem Borstenpinsel gezogen wurde, besteht aus mehreren übereinanderliegenden transparenten Pfaden, die die Farbigkeit der darunterliegenden Formen berücksichtigt.
Wird zum Zeichnen ein Grafiktablett verwendet, zeigt Illustrator einen speziellen Mauszeiger in Form der gewählten Pinselspitze. Der Borstenpinsel unterstützt hierbei die Ausrichtung, Neigung und den Druck des Stiftes.
Auch bei den anderen Pinselvarianten hat Adobe die Einstellungen erweitert. So lässt sich jetzt etwa bei Bild- und Musterpinseln eine Skalierung definieren. Auch die Ecken der Linien werden so eingestellt, dass saubere Überlappungen entstehen.

Linien und Formen

Zum Ändern von Konturen gibt es das Breitenwerkzeug. Hierzu benötigt man zunächst einen Pfad, der dann an einer Stelle gedehnt wird. Auch mehrere Dehnungen sind möglich, so dass neue Formen entstehen, die jedoch nur aus einer einzigen Kontur bestehen. Eine solche Dehnstelle zeigt einen senkrechten Pfad, der die neue Dicke an dieser Stelle bestimmt. Dieser Pfad kann nachträglich verändert oder auf der Kontur verschoben werden. Ein solches Breitenprofil lässt sich unter einem neuen Namen speichern, auf andere Linien anwenden und ist dann wie jede andere Kontur zu ändern. Ein mit einem Breitenprofil versehener Pfad kann sogar gestrichelt sein, eine Pfeilspitze zeigen und nachträglich in seinem Profil abgewandelt werden.
Auch im Bedienfeld Kontur hat sich einiges getan. So kann man bei gestrichelten Linien, die um Ecken gehen, über eine neue Schaltfläche die Striche an den Ecken ausrichten und deren Strichlängen anpassen. Pfeilspitzen sind getrennt vom Pfad skalierbar.
Ebenso lassen sich jetzt mehrere Pfade in einem Schritt zusammenfügen – praktisch bei Zeichnungen aus einem CAD-Programm.
Neu in der Werkzeugleiste ist auch das Form-erstellungswerkzeug. Mit seiner Hilfe lassen sich Teile von zusammen selektierten überlappenden Formen miteinander verbinden oder mit gedrückter Wahl-Taste löschen. Als Zeichenmodi gibt es nun im Werkzeugbedienfeld die Varianten Innen zeichnen und Dahinter zeichnen.

Fazit

Die neuen Werkzeuge und Funktionen, um Formen zu bearbeiten, ermöglichen ein flüssigeres Arbeiten; hier lohnt sich das Update besonders. Auch der Borstenpinsel erlaubt neue Pinselkreationen, die man mit der Vorversion nicht so leicht anlegen konnte. Die neuen Funktionen für Perspektivkonstruktionen werden sicher in der CS6 noch verfeinert.     sck

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