Als Alternative zu den kommerziellen Programmen gibt es mittlerweile in vielen Bereichen Open-Source-Lösungen. MACup testet, inwieweit der kostenfreie Grafik-Editor Inkscape für den professionellen Einsatz geeignet ist

Das Programm Inkscape dient dem Erstellen von Vektorgrafiken. Es arbeitet mit dem SVG-Format (Scalable Vector Graphics). Ist man im Besitz eines Intel-Macs, sind zunächst eini-ge Hürden zu überstehen. Ohne ein Update der X11-Oberfläche auf Xquartz 2.2.0.1 läuft gar nichts. Diese Erweiterung ist unter http://trac.macosforge.org/projects/xquartz zu beziehen. Generell lässt sich Inkscape nach der Installation beim ersten Programmstart viel Zeit. Danach erscheint es jedoch in Anbetracht der Programmfülle recht zügig. Mit der neuen Version funk­tio⁠nieren nun auch alle Effekte unter Mac OS X, die über Python laufen.

Die neue Oberfläche wirkt aufgeräumt und ist intuitiv zu bedienen. Zunächst sind nur die Werkzeuge zu sehen; geöffnete Paletten erscheinen wahlweise schwebend oder angedockt. Für eine größere Arbeitsfläche kann man diese als seitliche Reiter verkleinern.

Zeichenvielfalt

Neben Stift- und Bézierkurven-Werkzeugen bietet das Programm auch ein Tool zum

Zeichnen von Kalligrafie-Linien. In Kombination mit den verschiedenen Effekten ergeben sich hier spannende Gestaltungsmöglichkeiten. Das Aussehen von Flächen kann zudem im neuen Editor für Filtereffekte vielseitig verändert werden; verschiedene SVG-Filter lassen sich hier mittels einstellbarer Verknüpfungen kombinieren.

Zu Rechteck, Ellipse und Stern ist ein 3D-Boxen-Werkzeug hinzugekommen: Mit diesem lassen sich perspektivisch korrekte Quader an-legen. Wandelt man die Quaderkanten in Hilfs­li⁠nien um, entsteht ein praktisches Perspektiv-
raster für komplexere Konstruktionen.

Neu ist auch der Farbeimer zum Füllen von beliebigen Flächen. Zeigt die Fläche einen Verlauf, sind nun weitere Verlaufsfarben über das Farbverlaufwerkzeug direkt auf der Arbeitsfläche zu setzen und zu platzieren. Ein radialer Verlauf kann ebenfalls ellipsenförmig gestaucht werden.

Fazit

Zwar gibt es immer noch keine Version eins, die Funktionen von Inkscape erlauben es jedoch jetzt schon, komplexe Grafiken zu erstellen. Hierfür bieten die Werkzeuge, Funktionen und das Filtersortiment einen soliden Grundstock. Auch der PDF-Import ist etwas besser geworden; Texte und Pixelbilder werden ohne Probleme erkannt. Schwierigkeiten macht leider nach wie vor zum Teil der Export von aufwändigeren Elementen mit Unschärfe.

Katharina Sckommodau/ok

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