Das LG Optimus 3D ist seit kurzer Zeit auch auf dem deutschen Markt verfügbar. Alleinstellungsmerkmal des Geräts ist sein 4,3-Zoll-Display, das ohne eine Shutterbrille oder ähnliches Zubehör dreidimensionale Inhalte darstellbar machen will. Ob das wohl befriedigend funktioniert? Wir testen das Gerät auf Herz und Nieren.

LG Optimus 3D: Testbericht zum ersten 3D-Smartphone

Bevor wir in die dritte Dimension aufbrechen: Unser besonderer Dank geht auch diesmal an die lieben Kollegen von , die uns freundlicherweise das Testgerät zur Verfügung gestellt haben: תודה לך!

Ausgangslage

So ganz stimmt die Überschrift nicht, denn streng genommen war das erste Android-Smartphone mit einem brillenlosen Display das Sharp Lynx. Da dieses aber nur in Japan verkauft wurde, drücken wir bei der Definition von „erstes“ mal ein Auge zu. Mittlerweile ist mit dem HTC EVO 3D aber auch ein zweites Android-Telefon mit einem 3D-Display am Markt. Selbst in dieser Nische staut es sich also langsam. Ob das EVO 3D mit dem Optimus 3D mithalten kann, klären wir in einem späteren Test.

Nun aber ans Eingemachte: Wie gut ist das LG Optimus 3D?

Verarbeitung und Haptik: Vorne hui, hinten pfui

Wer sich unser Auspackvideo angesehen hat, weiß: Das Optimus 3D ist ein klobiges Smartphone. Das liegt nicht nur an dem großen 4,3-Zoll-Screen, sondern auch an dem mit 129 mm x 68 mm x 12 mm sehr großen Gehäuse, das offenbar ein enormes Maß an Technik unterbringen muss. Das Gesamtgewicht liegt bei schweren 168 Gramm. Zum Vergleich: Das Samsung [link id=1205612]Galaxy S II, welches ebenfalls ein 4,3 Zoll-Display beherbergt, misst 125,3 mm x 66,1 mm x 8,5 mm und wiegt 116 Gramm. Wer also sein Smartphone als Mordwaffe zweitverwenden will, kann sich guten Gewissens für das Optimus 3D entscheiden.

Die Rückseite des Optimus 3D besteht aus einer Hartplastikschale, die recht leicht abgenommen werden kann. Hinter dieser liegt der äußerst schwer herausnehmbare Akku, der SIM- und SD-Karten-Slot. Ein aufgesetzter vertikaler Streifen aus gebürstetem Aluminium umschließt die zwei Kameralinsen, dazwischen die Blitz-LED, darunter den eingestanzten Schriftzug „3D Stereoscopic“. Da diese hervorstehende Alu-„Sektion“ aber nicht mittig aufgesetzt ist, kann das Handy unschön auf dem Tisch wackeln, wenn es auf seiner Rückseite liegt. Bei einem Linkshänder dürfte zudem der Zeigefinger häufig mit den Kameralinsen kollidieren.

Wer den, für sich genommen, etwas billig wirkenden Akkudeckel abnimmt und später wieder an das Gerät andockt, sollte sich vergissern, dass dieser an jeder Geräteseite richtig abschließt — ansonsten riskiert man leicht übersehbare offene Spalten, die ein Einfallstor für Hosentaschenschmand sind. Der Akkudeckel wackelt zwar nicht, das Gerätedesign macht aber trotzdem insgesamt keinen so kompakten Eindruck wie etwa das des SGS2 und auch des LG Optimus Speed. Wenn man etwa mit dem Zeigefinger gegen die Rückseite schnippt, hört man deutlich, dass sich zwischen Akku und Akkudeckel ein Hohlraum befindet.

Zwischen Rückenabdeckung und Vorderseite ist ein schmaler Metallstreifen gelagert. Auf der linken Seite befinden sich zwei Abdeckungen, unter denen sich Ports für MicroUSB (Daten- und Ladekabel) sowie HDMI befinden. Der HDMI-Port ist eine LG-Spezialität: Schon das Optimus Speed hatte dieses nützliche Extra, mit dem man Smartphone-Bild und -Sound direkt an einen Fernseher ausgeben kann. Auf einem 3D-fähigen Fernseher können die Inhalte sogar in 3D übertragen werden. Letzteres konnten wir mangels entsprechendem TV-Gerät leider nicht testen. An der Oberseite befindet sich ein leichtgängiger Power-Button und die Lautsprecherbuchse, rechts die schmale, aber noch gut bedienbare Lautstärkewippe und ein dezidierter 3D-Button, der im alltäglichen Gebrauch einen eher geringen Nutzwert hat.

An der planen Vorderseite sitzen ober- und unterhalb des Display zwei schmale Streifen aus gebürstetem Aluminium. Das sieht edel aus und macht etwas her. Die kapazitiven Buttons hingegen sind Grund zur Kritik: Diese sind zwar beleuchtet, gehen aber stets nach wenigen Sekunden aus. Wer an die Tastenanordnung (v.l.: Menü, Home, Zurück, Suchen) nicht gewöhnt ist, drückt somit schnell einmal auf die falsche Taste oder ein paar Millimeter daneben. Besser wäre gewesen, die Tasten dauerhaft zu beleuchten, sofern das Display an ist oder ein einfacheres Tastenlayout zu wählen. Ob das LG Optimus 3D kratzfestes Gorilla Glass besitzt, konnten wir nicht ermitteln — verschiedene Quellen im Netz behaupten Unterschiedliches. Den Kratztest mit Schrauben und Nägeln wollten wir mit unserem Leihgerät aus nahe liegenden Gründen nicht machen.

Zubehör

In der knallroten und stylischen Verpackung werden ein MicroUSB-Verbindungskabel zum Aufladen und für die Datenübertragung, ein Steckdosenadapter für das USB-Kabel, ein Headset mittlerer Qualität sowie der übliche Papierkram mitgeliefert. Damit entspricht das LG Optimus 3D dem traurigen Standard. Ein zusätzliches Ladekabel für die Steckdose oder gar ein Handytäschchen werden beim Optimus 3D genausowenig mitgeliefert wie bei den meisten Konkurrenzprodukten.

Das Display des LG Optimus 3D: In 2D super

Das Display im LG Optimus 3D muss selbstverständlich nach zweierlei Kriterien beurteilt werden: Zum einen der normale 2D-Smartphone-Betrieb, zum anderen die 3D-Darstellung, die ja die Spezialität des LG Optimus 3D sein will.

Als 2D-Display gibt sich der Screen des Optimus 3D keine Blöße: Die Kontraste sind deutlich, die Farben knackig, wenn gleich etwas kalt temperiert. Die Auflösung von 800 x 480 geht für ein 4,3 Zoll-Display auch noch in Ordnung — es sind keine Pixel zu sehen, auch kleine Schriften auf Webseiten sind gut lesbar. Die Qualität des TFT-LCDs reicht nach unserem Ermessen durchgehend an die, der aktuellen SLCDs heran. Allein die Lesbarkeit im hellen Tageslicht ist nicht optimal. Auch könnte die automatische Helligkeitsanpassung das Display einen Tick heller machen. Dennoch können wir dem Display im 2D-Betrieb gute Qualität attestieren: Uns hat überrascht, dass sich die 3D-Fähigkeit des Displays in keiner Weise negativ auf dessen Qualität im 2D-Betrieb auswirken.

Mehr zu den 3D-Fähigkeiten unten im entsprechenden Abschnitt.

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Die Software vom LG Optimus 3D

Das LG Optimus 3D wird noch mit Android 2.2 „Froyo“ ausgeliefert. In Anbetracht der Tatsache, das LG immerhin 7 Monaten Zeit hatte, das Handy mit Gingerbread auszurüsten, ein Armutszeugnis — da gibt es kein Vertun. Ansonsten versieht LG das Gerät mit seiner eigenen Herstelleroberfläche, die ein wenig an Samsungs TouchWiz in Version 3.0 erinnert, etwa bei der Einteilung der Dock-Symbole. Bei genauer Betrachtung gibt es einige nette versteckte Features: Zieht man die Benachrichtigungsleiste nach unten, erhält man Steuerungselemente für den mitgelieferten Musikplayer, die leider nicht mit anderen Playern funktionieren. Des Weiteren kann man über Schaltflächen im Dropdown-Menü schnell Hardwarefunktionen wie GPS und WLAN an- und ausschalten. Diese Funktion hat sich LG auch bei Samsung abgeschaut, dabei aber erweiternd noch die aus der CyanogenMod 7 bekannte Funktion eingebaut, das längeres Drücken auf einen der Buttons die entsprechende Seite in den Einstellungen aufruft — sehr praktisch zum Beispiel, wenn man sich in ein neues WLAN einwählen will.

Auch sonst glänzt der LG-Launcher durch verschiedene Komfortfunktionen. So können Apps im App-Drawer nach unterschiedlichen Kriterien angeordnet werden: zuletzt installiert, meistgenutzt, alphabetisch. Die Programmverknüpfungen im Dock können nach Belieben durch langes Drücken und ziehen der Symbole geändert werden. Im App-Drawer sind bereits Kategorien, etwa für Spiele und 3D-Apps, vorgegeben. Ein Bearbeiten und Erweitern des Kategoriesystems ist problemlos möglich. Zieht man Daumen und Zeigefinger zusammen, lassen sich alle Kategorien im Drawer einklappen und gezielt einzeln per Tap wieder öffnen. Unser Fazit: Das Launchersystem von LG ist sehr nützlich und dem von Standard-Android deutlich überlegen. Wer trotzdem auf einen alternativen Launcher wie Go Launcher oder Launcher Pro zurückgreifen will, stößt auf keine Probleme.

LG reichert die Firmware um wenige zusätzliche Anwendungen an. Mit dem LG App Advisor erhält man Empfehlungen für neue, interessante Apps. Mit RemoteCall erhalten LG-Mitarbeiter die Möglichkeit, ferngesteuert auf das Gerät zugreifen zu können. Außerdem können über die App SmartShare Medieninhalte über den DLNA-Standard gestreamt werden. Um die 3D-Fähigkeit des Optimus 3D auch richtig darstellen zu können, hat LG noch eine Handvoll Spiele (dazu unten mehr) und spezielle Launcher für den 3D-Content hinzugefügt. Letztere sind aber mehr optisches Gimmick, als dass sie einen konkreten Nutzen bringen.

Die mitgelieferte Software-Tastatur erinnert ein wenig an die von iOS. Über die Einstellungen lässt sich die gut funktionierende Spracherkennung von Google zuschalten, von der Wörterkorrekturfunktion habe ich hingegen nichts bemerkt. Nett ist, dass man mit einem Tastendruck auf das Globus-Icon zwischen verschiedenen Sprachen wechseln kann.

Gesprächs- und Soundqualität

Auf Parkbänken herumlungernde Teenagerrudel, die sich gegenseitig Happy Slapping-Videos vorführen, dürften wenig Freude haben an der Lautsprecherqualität des Optimus 3D: Der ins Handy eingebaute Lautsprecher klingt nämlich wenig potent und relativ dumpf. Auch in Gesprächen sind die Tonhöhen etwas dünn, die Klangqualität geht aber insgesamt noch in Ordnung. Über die reguläre Klinkenbuchse funktioniert die Soundausgabe jedoch ohne jeden Tadel.

Konnektivität und Speicher

Das LG Optimus 3D wird, ebenso wie die meisten anderen Android-Smartphones über ein Allerwelts-Micro-USB-Kabel geladen und über den PC mit Daten versorgt. Bluetooth ist auch mit an Bord, das haben wir aber nicht extensiv getestet. Ärgerlich war, dass sich das ansonsten gut funktionierende WLAN nicht automatisch mit dem Router bei mir zu Hause (FritzBox 7240) verband, sobald ich in Reichweite des Netzwerks kam. Dafür war stets ein Aus- und Wiedereinschalten der WLAN-Funktion am Handy nötig. Mit dem Büro-WLAN gab es hingegen keine Probleme.

Mangels entsprechendem Gerät konnten wir nicht testen, ob 3D-Bilder über den HDMI-Ausgang an einem 3D-TV von LG auch entsprechend dreidimensional wiedergegeben werden — es gibt allerdings auch keinen konkreten Anlass daran zu zweifeln.

Einen sehr guten Eindruck machte das GPS, das selbst an komplizierten Stellen viele Satelliten fand und schnell einen Fix herstellen konnte. Auch der interne Kompass zeigt Himmelsrichtungen sehr akkurat an: Während in anderen Android-Smartphones die Kompassnadel in Google Maps oft erratisch die Richtung wechselt, zeigt die im LGO3D stets stur nach Norden. Das mag sich nach einer Kleinigkeit anhören, ist mir aber sehr positiv aufgefallen, als ich das Gerät als Navi verwendete.

Intern besitzt das LG Optimus 3D 8 GB Speicher. Das reicht schon einmal für eine Menge Musik, Bilder und Filme. Wer mehr will, kann über den MicroSD-Slot nachrüsten: Wie üblich passen Kärtchen bis zu 32 GB SDHC in den Schuber.

Performance und Stabilität

Die TI OMAP 4430-CPU mit 2x1GHz Takt lässt ihre Muskeln spielen. Das Gerät hat zwar nur 512 MB RAM, dieser geringe Arbeitsspeicher hat sich in unserem Test jedoch nicht signifikant bemerkbar gemacht. Die „Triple Channel-Architektur“, mit der LG sein Handy bewirbt, ist zwar in erster Linie eine Marketingfloskel, allerdings kann man sich über die Leistungsfähigkeit des Gerätes wahrlich nicht beklagen: In jeder Situation laufen Homescreen und App Drawer flüssig, obwohl die Leistungs-Optimierungen von Gingerbread noch nicht einmal integriert sind. Die CPU beschleunigt auch grafisch aufwändige Spieletitel wie NOVA und Samurai Vengeance so, dass kein Ruckeln wahrnehmbar ist. Leistungsmäßig ist man also mit dem Optimus 3D auf dem Stand und wird es wohl auch im nächsten Jahr noch bleiben.

Die gefühlte Performance des Geräts schlägt sich auch in den Benchmarks nieder. Wir haben CF-Bench über das Optimus 3D laufen lassen:

  1. Durchlauf: 9030/2434/5072
  2. Durchlauf: 6732/2703/4314
  3. Durchlauf: 9431/2132/5051

Mit Ausnahme des zweiten Testlaufs, bei dem die Performance unerklärlicherweise eingebrochen ist, (wir vermuten einen Amok gelaufenen Hintergrundprozess) erreicht das LG Optimus 3D Werte von knapp unter denen von Tegra 2 Geräten (Vergleichswerte gibt es in unserem Artikel zu CF-Bench). Den Quadrant-Test lassen wir aus bekannten Gründen aus.

Leider ließ unser Testgerät ein wenig Stabilität mangeln: In meinem Testlauf stürzte das Gerät dreimal in 48 Stunden ab — entweder über einen plötzlichen Reboot oder mit einem schwarzen Bildschirm und keiner Reaktion auch auf Hardwaretasten. Hier half nur noch, den Akku herauszunehmen und wieder einzulegen. Nach einem kleinen OTA-Update Mitte Juli konnten wir aber keine Abstürze mehr feststellen.

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Doppelt sieht besser: Kameras und 3D-Funktion des LG Optimus 3D

Kommen wir nun zum Kern dieses Tests: Das Optimus 3D, welches bis hierhin eher ein Smartphone ohne große Höhepunkte war, besitzt bekanntermaßen ein 3D-Display und zwei 5 MP-Kameras an der Rückseite, die stereoskopische Bilder produzieren können. Wir klären, wie gut das Handy als 3D-Smartphone funktioniert, anhand von ein paar Fragen, die ihr haben könntet:

Ist alles, was das Handy anzeigt in 3D?

Nein. Aufgrund der Parallax-Barrieren-Technik funktionieren 3D-Bilder nur im Landscape-Modus. Auch muss die jeweilige App die 3D-Technik unterstützen.

Welche Apps gehen in 3D?

Vorinstalliert sind eine Reihe von 3D-Apps, die wenig Nutzen bringen, etwa eine Anleitung, eine Art „Medienkarussel“ in 3D und ein separater Launcher für alle 3D-Inhalte, in dem auch ein paar Demovideos und Bilder mitgeliefert werden. LG liefert zudem spezielle Versionen der Standard-Apps „YouTube“ und „Galerie“ mit, welche entsprechende Daten in 3D anzeigt.

Wie (gut) funktioniert der 3D-Effekt im LG Optimus 3D?

Man hat nur einen relativ schmalen Blickwinkel, unter dem 3D-Content sichtbar ist. Das heißt, man muss schon direkt frontal auf das Gerät schauen, um die entsprechenden Inhalte dreidimensional wahrnehmen zu können. Selbst wenn jemand direkt neben dem Betrachter steht, sieht dieser ein überwiegend verschwommenes Bild. Der 3D-Effekt selbst ist aber in den meisten Apps eine Pracht: Besonders beeindruckend ist der Effekt bei der Aufnahme und Wiedergabe von 3D-Bildern und -Videos. Bereits im Sucher wird das Geschehen dreidimensional angezeigt. Besonders deutlich wird der dreidimensionale Effekt, wenn man Objekte in unterschiedlichen Entfernungen aufnimmt, etwa beim Fotografieren durch einen Tunnel oder Torbogen. Auch Makrofotografie wirkt sehr schön: die Blumenblüte im Vordergrund, der restliche Strauch im Hintergrund — you know the drill.

Zum Teil verblüffend gut setzen die mitgelieferten Gameloft-Spiele die 3D-Technik um. Mir haben der Shooter „NOVA“ und das Casual Game „Let’s Golf 2“ aber in puncto Tiefenwirkung deutlich besser gefallen als das Rennspiel „Asphalt 6“.

Nicht zu unterschätzen ist der Aha-Effekt, wenn man anderen Personen das LG Optimus 3D zeigt: Jeder äußert zunächst einmal „Wow“, selbst ein befreundeter Apple-Fan grunzte erstaunt das Handy an, als ich es ihm in die Hand gab. Meine mehrfach geäußerten Befürchtungen, dass sich der Effekt irgendwann abnutzt, sind nicht eingetreten, zumindest nicht in der Testwoche. Irgendwann bemerkt man dann aber doch die kleinen Nachteile, die bei der Betrachtung von 3D-Bildern entstehen…

Muss man für den 3D-Effekt Einschränkungen bei der Displayqualität in Kauf nehmen?

Eindeutig: Ja. Im 3D-Betrieb wird das Display des Optimus 3D in eine Art vertikalen Halbzeilenmodus geschaltet. Damit schrumpft die Auflösung im Prinzip auf 480 x 400, an Objekten sind deutliche „Treppchen“ sichtbar. Auch ist die Bildschirmhelligkeit merklich geringer. In prallem Sonnenlicht ist also nicht mehr viel auf dem Display zu sehen.

Im 2D-Betrieb sieht das ganz anders aus: Wir konnten keinerlei negativen Einfluss des 3D-Potenzials auf das sehr helle und knackscharfe Display im 2D-Betrieb ausmachen (siehe oben).

Bekommt man vom längeren Hinsehen Kopfschmerzen oder andere Beschwerden?

Ich selber habe nichts dergleichen bemerkt, in verschiedenen Foren gab es aber Stimmen, die Derartiges vermeldeten. Wie der Kopf auf diese „künstlichen“ 3D-Bilder reagiert, ist vermutlich von Person zu Person unterschiedlich. Wer schon einmal in einem 3D-Film gesessen hat und keine Beschwerden hatte, dürfte aber auch beim Optimus 3D keine Probleme haben. Trotzdem heißt die Devise vorher: Ausprobieren — vor allem, wenn man vorhat, länger auf dem Display zu schauen.

Wie ist die Qualität der Fotos und Bilder, die in 2D aufgenommen wurden?

Unteres Mittelmaß. Die Bilder leiden unter einem leichten Farbstich, auch die Farbwiedergabe lässt ein wenig zu wünschen übrig. Meines Erachtens ist die Fotoqualität etwa auf dem Niveau des LG Optimus Speed.

Ich habe von einer automatischen Bilder-Umwandlung von 2D in 3D gelesen. Funktioniert das?

Nur sehr eingeschränkt. Die Technik kann keine Wunder bewirken und ein stereoskopisches zweites Bild erstellen, ohne dass entsprechende optische Informationen da sind — was bei näherem Nachdenken auch logisch ist. In meinem Test mit verschieden Fotos mit verschiedenartigen Motiven konnte ich jedenfalls keinen überzeugenden 3D-Effekt bemerken.

Wenn die zwei Kameras jeweils 5 MP-Bilder schießen, ist das Ergebnis dann ein 10 MP-Bild?

Nein, Im 3D-Modus kann man sowieso nur mit jeder Kamera ein 3 MP-Bild schießen, dabei funktioniert übrigens auch der LED-Blitz nicht. Auch sind die zusätzlichen Pixel keine Information, die zusätzliche „Feinheit“ in die Bildinformationen hereinbringt, sondern lediglich eine zusätzliche Perspektive. Summiert handelt es sich bei den geschossenen Bildern also um ein 3 MP-Bild, das durch den 3D-Effekt angereichert wurde.

Wie sehen in 3D aufgenommene Bilder/Videos aus, wenn man sie auf 2D-Geräten anzeigt?

Videos sind im MOV-Format und zeigen einfach die Bilder der beiden Kameras nebeneinander. 3D-Fotos werden als JPS-Dateien gespeichert. De facto handelt es sich dabei um JPEG-Bilder mit anderer Dateiendung, die ebenfalls die Bilder beider Kameras nebeneinander darstellt. Die geänderte Dateiendung hat den Nachteil, dass man die Files nicht problemlos auf Twitter, Google+, Flickr oder anderen Dienste hochladen kann. Wir vermuten aber, dass sich das mittelfristig ändert, sobald es mehr Geräte mit 3D-Funktionalität gibt. Ein Firefox-Plugin, dass 3D-Inhalte auf PCs mit Nvidia 3D-Vision-Technologie und der dafür notwendigen Shutterbrille darstellen kann, existiert bereits und wird mit dem Nvidia-Grafiktreiber mitinstalliert. Das funktioniert bis dato nur auf YouTube und dem entsprechenden 3D-Kanal.

Sind die 3D-Funktionen kompatibel mit anderen Diensten/Geräten etc.?

Ja, die Formate sind hinlänglich bekannt und funktionieren vielerorts auf anderen Geräten mit 3D-Technologie. Bei YouTube am Computer kann man sich vom Optimus 3D hochgeladene Videos zum Beispiel auch, je nach Einstellung, mit einer Zweifarbbrille ansehen. Das LG Optimus 3D „frisst“ auch 3D-Videos, die mit anderen Geräten aufgenommen wurden, etwa dem Tablet-Geschwisterchen LG Optimus Pad. Beispiel: Unser 3D-Podcast. Aufgrund der relativen Offenheit der 3D-Bildformate und dem derzeitigen Trend, dass 3D in immer mehr Geräten Einzug hält, gehen wir davon aus, dass zukünftig noch weitere Dienste und Geräte 3D „können“.

Mein Fazit zur 3D-Tauglichkeit des LG Optimus 3D

Ja — das Display löst im 3D-Betrieb nur sehr gering auf und ist auch nicht sonderlich hell. Trotzdem trägt der 3D-Effekt — es macht einfach enormen Spaß, das Gerät zu benutzen, wahllos 3D-Fotos zu schießen, Games in 3D zu spielen, und vor allem das Gerät Freunden vorzuführen. Die Dreidimensionalität — sorry, falls sich das jetzt etwas platt anhört — bringt eine neue Dimension ins Spiel und weiß einfach zu begeistern.

Akku und Alltagstauglichkeit

Im Alltag macht das Optimus 3D im Großen und Ganzen eine gute Figur, solange man „Stauraum“ für das sehr große Gerät besitzt. Der 1500 mAh-Akku ist allerdings ein wenig unterdimensioniert, vor allem, wenn man das 4,3-Zoll-Display in die Rechnung einbezieht: Nutzt man das Gerät häufig, mit hoher Bildschirmhelligkeit und vielen Hintergrund-Synchronisierungsdiensten, dann hält der Akku einen „Nettotag“ (also von 8 bis 22 Uhr) nicht ganz durch. Zwischendurch „tanken“ sei also jedem Poweruser empfohlen, zumal beispielsweise die Kamera nicht startet, wenn weniger als 15% Akkuleistung verbleiben. Alle anderen kommen aber mit dem regulären nächtlichen Boxenstopp aus. Eine kleine Verbesserung der Situation ist mit dem optimierten App-Management von Gingerbread zu erwarten. Also: Mach hinne, LG. Außerdem ist uns noch aufgefallen, dass das Optimus 3D bei aktivierter mobiler Datenverbindung zuweilen sehr heiß wird — auch hier wäre ein Nachbesserern, sofern möglich, begrüßenswert.

Modifizierbarkeit

Das Optimus 3D besitzt keinen verschlüsselten Bootloader, eine erste CM7-Nightly ist unterwegs. Android-Fans mit Spaß am Bäumchen-wechsel-dich-Spiel mit Custom ROMs und Kernels dürften also ihre helle Freude mit dem Gerät haben.

Fazit

Eine alte Frauen-beim-Shopping-Weisheit lautet „Für mich wär’s nichts, aber dir steht’s“. So würde ich auch meine abschließende Meinung zum LG Optimus 3D zusammenfassen. Denn für mich wiegen die Schattenseiten des Geräts (klobiges Äußeres, unterdurchschnittliche Akku-Power, veraltete Android-Version) schwerer als die zugegebenermaßen saucoolen 3D-Features des LGO3D. Ich gehe aber davon aus, dass das Gerät eine Menge Fans gewinnen wird und vor allen Dingen eine Welle an Geräten einleiten wird, die mit 3D-Kameras und -Screens ausgestattet sind. Das HTC EVO 3D ist nur eines davon, LG und wahrscheinlich auch Samsung arbeitet schon daran, die Technik auf neue Smartphones und Tablets zu bringen. Ich bin gespannt und freue mich darauf.

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